
Polnische Polizei nimmt ehemaligen Cybercrime-Chef Artur K. im Betrugsermittlungsverfahren um die Börse Zondacrypto fest
Beamte in Kattowitz haben am 22. September 2026 den pensionierten Polizeibeamten Artur K. im Rahmen einer Untersuchung der Kryptowährungsbörse Zondacrypto und des Verschwindens ihres Gründers im Jahr 2022 festgenommen.
Morgenfestnahme in Kattowitz
Polnische Strafverfolgungsbeamte haben am Morgen des 22. September 2026 Artur K., den ehemaligen Leiter der Cybercrime-Abteilung der Regionalpolizei Kattowitz, festgenommen. Der pensionierte Beamte, der seinen Polizeidienst 2018 beendete, wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen zur Kryptowährungsbörse Zondacrypto in Gewahrsam genommen. Die Ermittler durchsuchten den Ort der Festnahme, bevor sie den Festgenommenen zur Vernehmung zur Staatsanwaltschaft in Kattowitz brachten. Innen- und Verwaltungsminister Marcin Kierwiński gab die Polizeiaktion öffentlich über soziale Medien bekannt.
Weitere Festnahmen im Zondacrypto-Fall. Dies ist ein ehemaliger Beamter.
Vermutete Polizeiverbindungen und Ausbildungsrolle
Nach seiner Pensionierung 2018 soll Artur K. mit Sylwester Suszek, dem Gründer der Kryptowährungsbörse BitBay, dem Vorgänger von Zondacrypto, zusammengearbeitet haben. Inoffiziellen Berichten zufolge half Artur K. den Börsenbesitzern, Beziehungen innerhalb der Polizeistrukturen aufzubauen, unter anderem durch die Organisation von Kryptowährungsschulungen für Polizeianwärter an Einrichtungen wie der Polizeiakademie in Szczytno. Die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft, Anna Adamiak, wollte sich zu den Ermittlungshandlungen am Festnahmeort nicht äußern und verwies auf die Vertraulichkeit des laufenden Verfahrens.
Ich bestätige, dass im Zondacrypto-Fall eine Person festgenommen wurde.
Umfang der Zondacrypto-Ermittlungen
Die Ermittlungen gegen Zondacrypto begannen im April 2026 bei der Regionalstaatsanwaltschaft in Kattowitz. Sie konzentrieren sich auf groß angelegten Betrug und Geldwäsche, nachdem mehrere tausend Strafanzeigen von Börsennutzern eingegangen waren. Im August 2026 legten die Staatsanwälte die Finanzermittlungen mit den Ermittlungen zum Verschwinden von Sylwester Suszek zusammen, die von der schlesischen Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft bearbeitet werden. Suszek verschwand im März 2022, nachdem er zuletzt an einer Tankstelle von Marian W. in Kattowitz gesehen worden war.
- BitBay-Gründer Sylwester Suszek verschwindet nach Besuch einer Tankstelle in Kattowitz
- Regionalstaatsanwaltschaft Kattowitz leitet Betrugsermittlungen gegen Zondacrypto ein
- Staatsanwälte legen Betrugsfall Zondacrypto mit Ermittlungen zum Verschwinden Suszeks zusammen
- Polizei und Cybercrime-Beamte nehmen BitBay-Mitgründer Roman Ż. wegen Fluchtgefahr fest
- Regionalgericht Kattowitz weist Haftbeschwerde des polnischen Olympiakomitee-Chefs Radosław Piesiewicz ab
- Gericht bestätigt Haftbefehle gegen die Verdächtigen Roman Ż. und Jaromira W.
- Ehemaliger Cybercrime-Polizeichef von Kattowitz Artur K. von Strafverfolgungsbehörden festgenommen
Frühere Festnahmen und anhängige Anklagen
Der Festnahme von Artur K. gingen in den letzten Wochen die Festnahmen von mindestens fünf weiteren Verdächtigen voraus. Am 5. September 2026 nahmen Beamte Roman Ż., einen früheren Partner von Suszek, wegen Fluchtgefahr fest. Die Staatsanwaltschaft wirft Roman Ż. die Beteiligung an einer organisierten kriminellen Vereinigung vor, die durch unbefugte Änderungen von Computerdaten Börsennutzer um mindestens 7,8 Millionen PLN betrogen hat. Roman Ż. ist zudem seit 2019 angeklagt, einen organisierten Kriminalitätsring geführt und 28 Millionen PLN über BitBay-Konten gewaschen zu haben.
Am 14. September 2026 wies das Regionalgericht Kattowitz einen Rechtsbehelf gegen die Untersuchungshaft des Chefs des Polnischen Olympischen Komitees, Radosław Piesiewicz, ab. Ihm werden die Zahlung von Schutzgeldern und die Begleichung von Schulden bei ausgewählten Zondacrypto-Gläubigern zu Lasten anderer vorgeworfen. Am 18. September 2026 bestätigte das Gericht auch die Untersuchungshaft für Roman Ż. und Jaromira W. Jaromira W. wird beschuldigt, an der kriminellen Gruppe beteiligt gewesen zu sein und dem Börsenbetreiber BB Trade Estonia finanziellen Schaden zugefügt zu haben, indem sie Unternehmensgelder für französische Immobilien umleitete, Immobilien in Kattowitz im Wert von 800.000 PLN erwarb und eine betrügerische Bestätigung der Rückzahlung eines Darlehens über 2,9 Millionen Euro erlangte. Die Verdächtige Anna P. wird beschuldigt, 700.000 PLN in Immobilien in Kattowitz abgezweigt und eine Überwachungsfestplatte von der Tankstelle, an der Suszek verschwand, entfernt zu haben. Dem Aktieninvestor Rafał Z. wird die Veruntreuung von 1,7 Millionen PLN vorgeworfen.


