Wirtschaft · Tarent, Mailand und Rom

Ex Ilva beginnt nach Urteil des Kassationsgerichts mit der Stilllegung der Hochöfen in Tarent

Acciaierie d'Italia hat den Gewerkschaften am Dienstag mitgeteilt, dass die Hochöfen des ehemaligen Ilva-Stahlwerks in Tarent heruntergefahren werden, nach einem Urteil des Kassationsgerichts zum sogenannten Heißbereich. Verbindliche Angebote für das Werk müssen bis zum 8. November vorliegen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von AGI, Il Fatto Quotidiano, Adnkronos und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Tarent, Mailand, Rom · Italien
Wie es dazu kam
  1. 8.11.Frist für verbindliche Angebote für das Werk.
  2. 10.11.Bandwalzwerk 2 läuft wieder an, um von außen angelieferte Brammen zu verarbeiten.
  3. 14.12.Das Tna-Bandwalzwerk soll nach dem Lauf bis zu diesem Datum gestoppt werden.

Die Stilllegung beginnt

Acciaierie d'Italia hat den Metallgewerkschaften in Tarent am Dienstag, 3. November, mitgeteilt, dass die Stilllegung der Hochöfen an diesem Morgen begonnen habe. Die Ankündigung betrifft die Öfen 1, 2 und 4, obwohl derzeit nur Ofen 2 in Betrieb ist. Ofen 1 steht seit Mai 2025 unter Beschlagnahme der Staatsanwaltschaft, nach einem Brand, und Ofen 4 war bereits zu Wartungszwecken gestoppt. Auch die Koksbatterien werden abgefahren. Ein in Gewerkschaftsangaben genannter Subunternehmer namens Liz Italia schaltet die Brenner ab, die die Cowper-Winderhitzer von Ofen 2 vorheizen; laut den Gewerkschaften sollen die Arbeiten bis Ende der Woche abgeschlossen sein, also bis Sonntag, 8. November.

Ein Gerichtsurteil beendet den Heißbereich

Das Kassationsgericht veröffentlichte am 29. Oktober ein 60-seitiges Urteil, mit dem es die von Ilva in AS und Acciaierie d'Italia (AdI) eingelegten Rechtsmittel zurückwies. Damit bestätigte es einen Beschluss des Mailänder Berufungsgerichts vom 27. Juli, der den Heißbereich stilllegt, zu dem die Koksbatterien, die Hochöfen und die Stahlwerke gehören. Ausgangspunkt war ein Antrag von 11 Bürgerinnen und Bürgern der Vereinigung Genitori Tarantini aus gesundheitlichen Gründen. Il Fatto Quotidiano nennt 2.140 Tonnen Asbest in den Hochofenkonstruktionen als mögliches Risiko hinter dem Stopp. Il Fatto Quotidiano weist zudem darauf hin, dass der erste Hochofen des Werks Tarent am 19. November 1964 angezündet wurde – mit dem Urteil endet damit eine rund 60-jährige Industriegeschichte.

Interessenten und die Frist zum 8. November

Verbindliche Angebote müssen bis zum 8. November vorliegen. Mehrere Medienberichte vom Dienstag besagten, dass ein Konsortium italienischer Unternehmen unter Führung des Stahlverbands Federacciai, das Interesse an dem Werk bekundet hatte, kein Angebot für den Kaltwalzbereich abgeben werde. Federacciai-Präsident Antonio Gozzi bestätigte diese Lesart nicht.

„Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“

Antonio Gozzi, Präsident des Stahlverbands Federacciai

Gozzi fügte hinzu, das Konsortium werde seine Position bekannt geben, sobald eine Entscheidung gefallen sei. Weitere Interessenten sind die indische Gruppe Jindal, die tschechische Gruppe CE Industries und die US-Beteiligungsgesellschaft Flacks. Il Fatto Quotidiano berichtet, dass die meisten italienischen Stahlhersteller im Konsortium wegen der Kosten nicht weitermachen wollen, sodass nicht sicher ist, ob bis zur Frist Angebote eingehen. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat eine Beteiligung des Staates angesichts der strategischen Bedeutung von Stahl nicht ausgeschlossen.

Beschäftigte, Walzwerke und Lohnausgleich

Laut AGI wird das Bandwalzwerk 2 am 10. November wieder anlaufen, um von außen angelieferte Brammen zu verarbeiten; Werksleiter Benedetto Valli habe die Gewerkschaften darüber informiert. Eine kleine Gruppe von Beschäftigten kehrt dafür aus der Cassa integrazione, der Lohnausgleichskasse, zurück. AGI zufolge läuft das Walzwerk bis kurz vor Weihnachten, wird dann gestoppt und im Januar wieder angefahren. Il Sole 24 Ore berichtet separat, dass das Tna-Bandwalzwerk im Walzbereich bis zum 14. Dezember läuft, dann erneut stoppt und im Januar für etwa einen Monat wieder anläuft. Die Gewerkschaften erhielten am Montag, 2. November, eine Ladung des Arbeitsministeriums zu einer gemeinsamen Prüfung des Antrags auf außerordentliche Kurzarbeit am 6. November um 10.30 Uhr.

Staatsanwaltschaft und der Hintergrund des Werks

In der letzten Oktoberwoche beantragte die Staatsanwaltschaft Hausarrest für drei Personen: die frühere AdI-Präsidentin und Geschäftsführerin Lucia Morselli, den früheren Werksleiter Alessandro Labile und Francesco Astorri, Leiter der Umweltbehörde Ispra für Kontrollen strategischer Anlagen. Der Antrag betrifft möglicherweise krebserregende Emissionen des Werks in den Jahren 2022 und 2023. Das Werk war einst das größte Stahlwerk Europas, kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Problemen und steht im Zusammenhang mit hohen Krebsraten in der Hafenstadt Tarent. AdI wurde Anfang 2024 unter staatlich kontrollierte Verwaltung gestellt, nachdem die Eigentümerschaft von ArcelorMittal in einem erbitterten Zerwürfnis geendet hatte.

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