Makroökonomie · Luxemburg

Inflation im Euroraum erreicht im Oktober wegen Energiepreisen Drei-Jahres-Hoch von 4,0 %

Die Inflation im Euroraum ist im Oktober von 3,8 % im September auf 4,0 % gestiegen – die höchste Rate seit September 2023. Treibende Kraft waren die Energiekosten, und Händler sehen eine etwa 70-prozentige Chance auf eine weitere EZB-Zinserhöhung im Dezember.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von stern.de, Notícias ao Minuto, Bloomberg Business und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Luxemburg
Wie es dazu kam
  1. 4.11.Schnellschätzung von Eurostat beziffert die Inflation im Euroraum auf 4,0 %
  2. Mitte November 2026Eurostat veröffentlicht zweite Schätzung mit aktualisierten Daten
  3. Anfang Dezember 2026Nächste EZB-Sitzung, bei der Händler eine etwa 70-prozentige Chance auf eine Anhebung sehen

Energiepreise treiben die Teuerung auf ein Drei-Jahres-Hoch

Die Verbraucherpreise im Euroraum lagen im Oktober um 4,0 % über dem Vorjahresniveau, wie aus einer am Mittwoch, 4. November, veröffentlichten Schnellschätzung von Eurostat hervorgeht. Das ist ein Anstieg von 3,8 % im September und die höchste Rate seit September 2023, als die Inflation zuletzt über vier Prozent lag. Die Schätzung umfasst die 21 Länder, die den Euro verwenden. Energie war der wichtigste Treiber, mit einem Preisanstieg von 20,8 % gegenüber dem Vorjahr nach 18,9 % im September. Dienstleistungen stiegen um 3,3 % (3,2 % im September), Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak um 1,6 % (1,3 %) und Industriegüter ohne Energie um 1,2 % (1,1 %). Die monatliche Veränderung betrug +0,4 %, und das Ergebnis entsprach den Prognosen der Ökonomen.

Inflation im Euroraum nach Komponenten, Oktober 2026%
Energie
20.8 %
Dienstleistungen
3.3 %
Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak
1.6 %
Industriegüter ohne Energie
1.2 %

Daten aus dem Artikeltext

Große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten

Die Inflationsraten variierten stark innerhalb des Währungsraums. Litauen verzeichnete mit 6,1 % die höchste Rate, gefolgt von Bulgarien mit 6,0 %, während Griechenland und Italien beide 5,6 % meldeten. Deutschlands Rate fiel im Oktober auf 2,8 %, wobei der Tankrabatt ausschlaggebend dafür war, dass die Energiekosten dort nicht so stark stiegen wie im übrigen Euroraum. Nur Malta verzeichnete eine niedrigere Rate von 2,3 %. Ökonomen hatten ihre Prognosen vor der Veröffentlichung angehoben und auf den Preisdruck in einzelnen Volkswirtschaften wie Italien verwiesen.

Inflation nach Ländern des Euroraums, Oktober 2026%
Litauen
6.1 %
Bulgarien
6 %
Griechenland
5.6 %
Italien
5.6 %
Deutschland
2.8 %
Malta
2.3 %

Daten aus dem Artikeltext

Warum die EZB die Zinsen erneut anheben könnte

Die Europäische Zentralbank strebt eine Inflation von 2,0 % an – ein Wert, von dem sie derzeit weit entfernt ist. Sie hob ihren Leitzins im Juni und erneut im September an und hat seitdem pausiert; der Satz liegt bei 2,50 %. Christine Lagarde warnte Ende Oktober, ein größerer und länger anhaltender Energieschock dürfte die Inflation nach oben und das Wachstum nach unten treiben, und sie signalisierte, dass die Notenbanker bereit seien, die Zinsen im Dezember um einen Viertelpunkt anzuheben. Händler haben eine Anhebung um einen Viertelpunkt auf 2,75 % bis Februar vollständig eingepreist und sehen eine etwa 70-prozentige Chance auf einen EZB-Schritt im Dezember. Bundesbankpräsident Joachim Nagel sagte am Dienstag, 3. November, aus seiner derzeitigen Sicht sei eine Zinserhöhung sehr wahrscheinlich notwendig.

„An einer Zinserhöhung führt kaum ein Weg vorbei, wenn sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessert.“

Joachim Nagel, Bundesbankpräsident

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Martin Kocher, sagte, die Risiken für die Inflation seien deutlich gestiegen.

Wachstum, Anleiherenditen und Ausblick

Das Wachstum hat sich besser gehalten als erwartet. Das BIP des Währungsraums wuchs im dritten Quartal um 0,4 % – doppelt so schnell wie von Ökonomen prognostiziert. Die Renditen französischer Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit stiegen im Oktober erstmals seit 2002 über 5 % und haben sich seither leicht entspannt. Peder Beck-Friis, Ökonom bei Pimco, sagte vor der Veröffentlichung, er erwarte eine Zinserhöhung im Dezember, doch die Hürde für weitere Schritte erscheine hoch, solange es keine stärkeren Belege dafür gebe, dass höhere Energiepreise in die Kerninflation durchschlagen. Die Kerninflation stabilisierte sich im Oktober bei 2,5 %, wie bereits im September. Die KfW-Ökonomin Stephanie Schoenwald erwartet, dass die Rate in den kommenden Monaten auf diesem Niveau bleibt und erst im Frühjahr 2027 sinkt, wenn die Preise mit den hohen Energiekosten dieses Jahres verglichen werden.

„Inflationsraten auf diesem Niveau werden uns in den kommenden Monaten begleiten, angesichts des ungelösten Iran-Konflikts.“

Stephanie Schoenwald

Eurostat wird Mitte November eine zweite Schätzung mit aktualisierten Daten veröffentlichen, und die nächste Entscheidung der EZB steht Anfang Dezember an.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
Reuters

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