Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsam auf Funkfrequenzen für mobile Satellitendienste in Europa zu bieten. Die Unternehmen kündigten die Vereinbarung am Montag, 19. Oktober, an. Die Frequenzen sollen 2029 frei werden und werden derzeit unter anderem für Internetverbindungen an Bord von Flugzeugen genutzt. Telefónica-Chef Marc Murtra hat wiederholt argumentiert, Europa brauche in diesem Bereich mehr Autonomie. Die Europäische Kommission bereitet eine Neuvergabe der Frequenzen vor und hat einen Teil davon für europäische Anbieter reserviert.
Die Gruppe will Direct-to-Device-Dienste (D2D) anbieten, bei denen ein Smartphone direkt mit einem Satelliten verbunden wird, wo kein Mobilfunknetz reicht. Die meisten Smartphones verfügen noch nicht über diese Funktion, doch sie dürfte in den kommenden Jahren den Massenmarkt erreichen. Die vier Betreiber wollen die Technologie zudem allen Mobilfunknetzbetreibern öffnen, damit Wettbewerber denselben Dienst ihren eigenen Kunden verkaufen können. Das Modell wird als offener und diskriminierungsfreier Zugang beschrieben, der den Wettbewerb fördern und die Zersplitterung des Marktes verringern soll. Die Partner erklären, ihre Größe, ihre Netzwerkkapazitäten und ihre Betriebserfahrung könnten den Ausbau beschleunigen.
Ziel sind sogenannte weiße Flecken, also Orte, an denen das veraltete 2G-Netz nicht mehr verfügbar ist. Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen, dass diese Gebiete im Juni 1,2 Prozent der Fläche Deutschlands bei der Deutschen Telekom, 1,7 Prozent bei Vodafone und 1,6 Prozent bei O2 Telefónica ausmachten. Die Partner erklären, sie wollten eine flächendeckende Versorgung in unterversorgten Gebieten, eine höhere Widerstandsfähigkeit der öffentlichen Netze und Schutz für kritische Kommunikation erreichen. Schwer erreichbare ländliche Regionen und die Notfallkommunikation für öffentliche Verwaltungen gehören zu den Fällen, die das Bündnis abdecken will, wie El Mundo berichtet.
Daten aus dem Artikeltext
Die vier Unternehmen würden zentrale terrestrische Infrastruktur in Europa errichten, ebenso Koordinations- und Aufsichtsfunktionen, sie würden aber selbst keine Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Ein noch auszuwählender Satellitenpartner würde die Konstellation liefern. El Mundo berichtet, Ast SpaceMobile sei der wahrscheinlichste Kandidat, und verweist auf dessen europäische Tochtergesellschaft und seine Allianzen mit Vodafone und Telefónica. Wer der Satellitenbetreiber sein wird, ist unklar; SpaceX gilt als unwahrscheinlich, weil es bei dem Projekt um europäische Souveränität geht. In der gemeinsamen Erklärung heißt es:
„Die Initiative unterstützt das Ziel der Europäischen Kommission, Europas Souveränität, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit bei kritischer Konnektivitätsinfrastruktur zu stärken.“
Das Bündnis wird als Gegengewicht zu Starlink dargestellt, dem Internetdienst von Elon Musks SpaceX. Starlink ist eine SpaceX-Tochter und mit Abstand der größte Satellitenbetreiber der Welt; das Unternehmen hat US-Funkfrequenzen im Wert von mehreren Milliarden Dollar erworben, um mit amerikanischen Mobilfunknetzbetreibern zu konkurrieren. El Mundo bringt ein im Oktober von Starlink gewonnenes US-Lizenzpaket mit einem milliardenschweren Ausverkauf bei Telekom-Aktien weltweit in Verbindung. Medienberichten zufolge hat die US-Regierung mit „verheerenden“ Vergeltungsmaßnahmen gedroht, falls der Marktzugang für US-Unternehmen wie Starlink in Europa eingeschränkt wird.
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Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange haben am Montag, 19. Oktober, eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsam auf Funkfrequenzen für mobile Satellitendienste in Europa zu bieten. Die Frequenzen sollen 2029 frei werden und werden derzeit unter anderem für Internet an Bord von Flugzeugen genutzt.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Wirtschafts Woche, der Standard, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht .