
Erdoğan nennt Griechenland in New York NATO-Verbündeten und mahnt vor Mai-Wahlen zur Besonnenheit
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte in New York, die Türkei sei kein Feind Griechenlands, und forderte, die bilateralen Beziehungen aus den griechischen Wahlkämpfen herauszuhalten.
Diplomatische Äußerungen in New York
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan äußerte sich am 24. September 2026 zu den bilateralen Beziehungen zwischen Ankara und Athen. Er sprach vor Journalisten an Bord seiner Präsidentenmaschine im Anschluss an Treffen bei der 81. UN-Generalversammlung in New York. Erdoğan führte während des jährlichen Gipfels mehrere bilaterale Gespräche mit ausländischen Staats- und Regierungschefs sowie internationalen Vertretern, bevor er auf die griechisch-türkischen Beziehungen einging. In der Pressekonferenz erklärte Erdoğan, die Türkei betrachte Griechenland nicht als Feind, sondern charakterisierte das Verhältnis als das zwischen Nachbarn, die ein gemeinsames Bündnis innerhalb der Nordatlantikvertragsorganisation teilen.
Die Türkei ist kein Feind Griechenlands, sondern ein Nachbar und ein Verbündeter unter dem Dach der NATO.
Erdoğan erklärte, seine Regierung konzentriere sich auf die innenpolitischen Agenden, die souveränen Rechte und die nationalen Sicherheitsinteressen der Türkei mit dem Ziel, Frieden und Ruhe in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer zu bewahren.
Griechischer Wahlkampf und Rüstungsbeschaffung
An Bord befragten Journalisten Erdoğan zur politischen Debatte in Griechenland vor den für Mai angesetzten Parlamentswahlen. Die Fragen bezogen sich auf Diskussionen in Athen über die Beschaffung und den Verkauf von F-35-Kampfflugzeugen sowie auf frühere Warnungen an den griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis bezüglich der Internationalisierung bilateraler Streitigkeiten. Erdoğan entgegnete, Ankara habe kein Interesse an den innenpolitischen Dynamiken Griechenlands und erklärte, ein Regierungswechsel oder die parlamentarische Opposition beeinflussten die Haltung der Türkei nicht. Er argumentierte, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ägäis-Nachbarn vom Wahlkampf getrennt bleiben sollten.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind zu sensibel und wichtig, um als Wahlkampfmaterial verwendet zu werden.
- Erdoğan schlägt eine Ägäis-Konferenz vor und ruft die internationale Gemeinschaft auf, Nordzypern anzuerkennen.
- Erdoğan erklärt Journalisten, die Türkei sei ein NATO-Verbündeter Griechenlands, und bittet darum, die bilateralen Beziehungen aus den Wahlkämpfen im Mai herauszuhalten.
- Ein hochrangiger griechischer Regierungsvertreter stellt den rhetorischen Wandel fest und fordert eine Verringerung der bilateralen Spannungen.
- Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis bereitet sich auf seine Rede vor der UN-Generalversammlung vor.
Rednerpult der UN-Generalversammlung und Zypern
Die Pressekonferenz folgte auf Erdoğans Rede vor der 81. Sitzung der UN-Generalversammlung in New York. Vom Rednerpult der Versammlung aus sprach der türkische Präsident über anhaltende maritime und souveränitätsbezogene Fragen in der Ägäis und im östlichen Mittelmeerraum. Er bekräftigte einen türkischen diplomatischen Vorschlag, eine umfassende regionale Konferenz einzuberufen, um eine gemeinsame Basis unter allen regionalen Akteuren zu schaffen. In seiner Rede vor der Versammlung ging Erdoğan auch auf die Teilung Zyperns ein und forderte die internationale Gemeinschaft direkt auf, die selbsternannte Türkische Republik Nordzypern formell anzuerkennen und politische, diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu dem Gebiet aufzunehmen.
Reaktion aus Athen in New York
Im Anschluss an Erdoğans Pressekonferenz und Stunden bevor der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis vor der UN-Generalversammlung sprechen sollte, traf sich ein hochrangiger griechischer Regierungsvertreter mit Reportern in New York. Der griechische Vertreter erklärte, Erdoğans Aussagen stellten eine andere Richtung dar als die Rhetorik der jüngsten Vergangenheit. Er betonte, dass die Geographie beide Nationen zwinge, nebeneinander zu leben, und erklärte, Athen betrachte die Verringerung der bilateralen Spannungen als oberste Priorität. Der Vertreter fügte hinzu, Griechenland trage keine Verantwortung für frühere Eskalationen der Spannungen in der Ägäis.

