Wahlen · Berlin
Berliner Linke-Kandidatin Elif Eralp äußert privat Angst vor Hamas-Sympathisanten
Anmerkungen in einer zurückgeschickten Interviewdatei zeigen: Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken schreibt, sie und ihr Mann fürchteten Personen mit Verbindungen zur Hamas. Der Spiegel veröffentlichte die Kommentare, nachdem ihr Büro die Datei mit den noch enthaltenen Notizen zurückgeschickt hatte.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von lastampa.it, Focus, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Spiegel interviewte Eralp am Montag, 26. Oktober, und erhielt die autorisierte Datei am Mittwoch, 28. Oktober zurück – einen Tag später als vereinbart und weiterhin mit den Anmerkungen von ihr und ihren Mitarbeitern.
Eralp schrieb, sie und ihr Mann fürchteten Personen mit Verbindungen zur Hamas, und ließ eine Frage zu Ibrahim Ibrahim streichen, wobei der Tenor der Antwort laut Focus weiterhin Ja blieb.
Der Spiegel berichtet, Ibrahim habe Yahya Sinwar als „Märtyrer-Held“ bezeichnet. Er weist Vorwürfe zurück, er unterstütze Terrorismus, und er trat nach der Wahl am 20. September bei der Neuköllner Wahlparty der Linken auf.
Eralps Sprecher erklärte, die Kandidatin sei seit Monaten täglich Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt, und bat den Spiegel, ihre persönlichen Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen.

- 20.09.Wahlabend der Linken, nach dem Ibrahim Ibrahim bei der Neuköllner Feier der Partei auftritt
- 26.10.Der Spiegel interviewt Elif Eralp
- 28.10.Die autorisierte Datei kehrt einen Tag später als vereinbart zum Spiegel zurück, weiterhin mit den Notizen der Kandidatin und ihrer Mitarbeiter
- 29.10.Berichte über die Anmerkungen werden veröffentlicht
Was die Notizen zeigen
Elif Eralp, 45, Spitzenkandidatin der Linken für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin, wollte ihre privaten Bemerkungen nicht öffentlich machen. Der Spiegel interviewte sie am Montag, 26. Oktober, und die Reporter schickten das Transkript zur Autorisierung an ihre Sprecherin – ein routinemäßiger Schritt im deutschen Journalismus. Die Datei kam am Mittwoch, 28. Oktober zurück, einen Tag später als vereinbart, und enthielt weiterhin Anmerkungen von Eralp, ihrer Sprecherin und Kerstin Wolter, der Berliner Landesvorsitzenden der Partei. Das Magazin bewertete die Notizen als von öffentlichem Interesse und veröffentlichte sie.
In einer Notiz schreibt Eralp, sie und ihr Mann fürchteten „diese Leute“ – eine Referenz, die der Spiegel mit palästinensischen extremistischen Kreisen verbindet, von denen einige im Verdacht stehen, Kontakte zur Hamas zu haben. Zur Begründung, warum sie niemanden namentlich nennen wolle, schrieb sie:
„Ich kann mich und meine Familie nicht für den Spiegel in Gefahr bringen.“
Ibrahim Ibrahim und die Neuköllner Parteifeier
Im Zentrum ihrer Sorge steht Ibrahim Ibrahim, ein Aktivist, der für radikale Positionen gegen Israel bekannt ist. Er trat nach der Wahl am 20. September bei einer Wahlparty der Linken in Neukölln auf und wurde dort gemeinsam mit Parteivertretern fotografiert, darunter der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak. Die Frage nach ihm wurde aus der autorisierten Version gestrichen, doch Focus berichtet, der Tenor ihrer Antwort sei weiterhin Ja gewesen. Der Spiegel berichtet, Ibrahim habe Yahya Sinwar, den im Oktober 2024 im Gazastreifen getöteten Hamas-Anführer, als „Märtyrer-Held“ bezeichnet. Ibrahim weist Vorwürfe zurück, er unterstütze Terrorismus. Die Welt beschreibt ihn als langjährigen Anhänger der PFLP, während La Stampa berichtet, das palästinensische Komitee, in dem er eine führende Figur ist, werde vom deutschen Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft.
Sicherheitswarnungen und die Erklärung der Sprecherin
Eralps Sprecher erklärte gegenüber dem Spiegel, die Kandidatin sei seit Monaten täglich Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt. Er verwies auf die Sicherheitsbehörden, die davon abrieten, politische Probleme in öffentlichen Äußerungen an einzelne Personen zu knüpfen, zumal wenn Medienberichte diese Menschen mit organisierter Kriminalität oder terroristischen Gruppen in Verbindung brächten. Ihr Büro bat das Magazin, Eralps persönliche Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen. Ihre Notiz erinnert zudem an einen Rat des Berliner Landeskriminalamts, niemals konkrete Namen zu nennen – ein Rat, der sich ihrer Darstellung zufolge damals auf organisierte Kriminalität bezog. Nun, so schreibt sie, gehe es um Menschen mit Kontakten zur Hamas.
Politische Folgen
Eralp will Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden – in einer Koalition mit den Grünen und der SPD. La Stampa berichtet, ihre Äußerungen stellten nun ein politisches Problem für die deutsche Linke dar, die sich darauf vorbereite, die Hauptstadt zu regieren. Laut Focus distanzierte sie sich nach der Wahl von einzelnen Parteikollegen und räumte Fehler ein, sah aber kein flächendeckendes Problem. Im Interview gab sie zu, das Ausmaß des Antisemitismusproblems nicht erfasst und Grenzüberschreitungen im Wahlkampf nicht erwartet zu haben. In der Datei fragte sie ihre Kollegen, wie es nun weitergehen solle.
„Was machen wir jetzt? Können wir das ganze Interview absagen?“
In einer weiteren Anmerkung schrieb sie, sie hätte dem Interview überhaupt nie zustimmen dürfen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- lastampa.itElif Eralp offenbart (versehentlich), dass sie Hamas-Sympathisanten fürchtet: „Ich habe Angst um meine Familie“Elif Eralp rivela (per errore) di temere i simpatizzanti di Hamas: "Ho paura per la mia famiglia" · Original auf Italienisch
- FocusAnmerkungen offenbaren Eralps Angst vor Terrorsympathisanten
- DIE WELTElif Eralp: Interne Anmerkungen aufgetaucht - Linken-Spitzenkandidatin spricht von Angst vor Terror-Unterstützern
- N-tv"Was machen wir jetzt?": Elif Eralp hat offenbar Angst vor Hamas-Sympathisanten
- Elif Eralp
- Linke-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin, deren Autorisierungsdatei zum Interview private Notizen enthielt
- Ibrahim Ibrahim
- Pro-palästinensischer Aktivist im Zentrum der Kontroverse, der bestreitet, Terrorismus zu unterstützen
- Kerstin Wolter
- Berliner Landesvorsitzende der Linken, die als eine der Kommentatorinnen in der zurückgeschickten Datei genannt wird
- Ferat Koçak
- Bundestagsabgeordneter der Linken, der bei der Neuköllner Feier mit Ibrahim Ibrahim fotografiert wurde
- Yahya Sinwar
- Im Oktober 2024 im Gazastreifen getöteter Hamas-Anführer, den Ibrahim laut Berichten als „Märtyrer-Held“ bezeichnet haben soll
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