Wahlen · Berlin

Berliner Linke-Kandidatin Elif Eralp äußert privat Angst vor Hamas-Sympathisanten

Anmerkungen in einer zurückgeschickten Interviewdatei zeigen: Die Spitzenkandidatin der Berliner Linken schreibt, sie und ihr Mann fürchteten Personen mit Verbindungen zur Hamas. Der Spiegel veröffentlichte die Kommentare, nachdem ihr Büro die Datei mit den noch enthaltenen Notizen zurückgeschickt hatte.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von lastampa.it, Focus, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Foto: Sandro Halank, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt). Archivbild, 2025
Wie es dazu kam
  1. 20.09.Wahlabend der Linken, nach dem Ibrahim Ibrahim bei der Neuköllner Feier der Partei auftritt
  2. 26.10.Der Spiegel interviewt Elif Eralp
  3. 28.10.Die autorisierte Datei kehrt einen Tag später als vereinbart zum Spiegel zurück, weiterhin mit den Notizen der Kandidatin und ihrer Mitarbeiter
  4. 29.10.Berichte über die Anmerkungen werden veröffentlicht

Was die Notizen zeigen

Elif Eralp, 45, Spitzenkandidatin der Linken für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin von Berlin, wollte ihre privaten Bemerkungen nicht öffentlich machen. Der Spiegel interviewte sie am Montag, 26. Oktober, und die Reporter schickten das Transkript zur Autorisierung an ihre Sprecherin – ein routinemäßiger Schritt im deutschen Journalismus. Die Datei kam am Mittwoch, 28. Oktober zurück, einen Tag später als vereinbart, und enthielt weiterhin Anmerkungen von Eralp, ihrer Sprecherin und Kerstin Wolter, der Berliner Landesvorsitzenden der Partei. Das Magazin bewertete die Notizen als von öffentlichem Interesse und veröffentlichte sie.

In einer Notiz schreibt Eralp, sie und ihr Mann fürchteten „diese Leute“ – eine Referenz, die der Spiegel mit palästinensischen extremistischen Kreisen verbindet, von denen einige im Verdacht stehen, Kontakte zur Hamas zu haben. Zur Begründung, warum sie niemanden namentlich nennen wolle, schrieb sie:

„Ich kann mich und meine Familie nicht für den Spiegel in Gefahr bringen.“

Elif Eralp, Linke-Kandidatin für

Ibrahim Ibrahim und die Neuköllner Parteifeier

Im Zentrum ihrer Sorge steht Ibrahim Ibrahim, ein Aktivist, der für radikale Positionen gegen Israel bekannt ist. Er trat nach der Wahl am 20. September bei einer Wahlparty der Linken in Neukölln auf und wurde dort gemeinsam mit Parteivertretern fotografiert, darunter der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak. Die Frage nach ihm wurde aus der autorisierten Version gestrichen, doch Focus berichtet, der Tenor ihrer Antwort sei weiterhin Ja gewesen. Der Spiegel berichtet, Ibrahim habe Yahya Sinwar, den im Oktober 2024 im Gazastreifen getöteten Hamas-Anführer, als „Märtyrer-Held“ bezeichnet. Ibrahim weist Vorwürfe zurück, er unterstütze Terrorismus. Die Welt beschreibt ihn als langjährigen Anhänger der PFLP, während La Stampa berichtet, das palästinensische Komitee, in dem er eine führende Figur ist, werde vom deutschen Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft.

Sicherheitswarnungen und die Erklärung der Sprecherin

Eralps Sprecher erklärte gegenüber dem Spiegel, die Kandidatin sei seit Monaten täglich Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen ausgesetzt. Er verwies auf die Sicherheitsbehörden, die davon abrieten, politische Probleme in öffentlichen Äußerungen an einzelne Personen zu knüpfen, zumal wenn Medienberichte diese Menschen mit organisierter Kriminalität oder terroristischen Gruppen in Verbindung brächten. Ihr Büro bat das Magazin, Eralps persönliche Sicherheitsinteressen zu berücksichtigen. Ihre Notiz erinnert zudem an einen Rat des Berliner Landeskriminalamts, niemals konkrete Namen zu nennen – ein Rat, der sich ihrer Darstellung zufolge damals auf organisierte Kriminalität bezog. Nun, so schreibt sie, gehe es um Menschen mit Kontakten zur Hamas.

Politische Folgen

Eralp will Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden – in einer Koalition mit den Grünen und der SPD. La Stampa berichtet, ihre Äußerungen stellten nun ein politisches Problem für die deutsche Linke dar, die sich darauf vorbereite, die Hauptstadt zu regieren. Laut Focus distanzierte sie sich nach der Wahl von einzelnen Parteikollegen und räumte Fehler ein, sah aber kein flächendeckendes Problem. Im Interview gab sie zu, das Ausmaß des Antisemitismusproblems nicht erfasst und Grenzüberschreitungen im Wahlkampf nicht erwartet zu haben. In der Datei fragte sie ihre Kollegen, wie es nun weitergehen solle.

„Was machen wir jetzt? Können wir das ganze Interview absagen?“

Elif Eralp, Linke-Kandidatin für

In einer weiteren Anmerkung schrieb sie, sie hätte dem Interview überhaupt nie zustimmen dürfen.

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