
Eltern im Off-Grid-Leben legen Berufung gegen italienisches Jugendgerichtsurteil zu Schulbildung und Sorgerecht ein
Catherine Birmingham und Nathan Trevallion werden eine Entscheidung des Jugendgerichts in L'Aquila anfechten, die den Besuch einer öffentlichen Schule und beaufsichtigte Besuche nach zehnmonatiger Trennung der Familie vorschreibt.
Gerichtsurteil und rechtliche Anfechtung
Das Jugendgericht von L'Aquila erließ ein Urteil, das einen schrittweisen Wiedervereinigungsrahmen für Catherine Birmingham, eine australische ehemalige Reiterin, und Nathan Trevallion, einen britischen ehemaligen Koch, festlegte. Gemäß den Bedingungen des Beschlusses sind die Eltern auf Tagesbesuche unter ständiger Aufsicht von Sozialarbeitern beschränkt. Die Richter begründeten diese Einschränkungen mit der Befürchtung, dass die Eltern eine ideologische Kontrolle über die Kinder ausüben wollten. Das Gericht ordnete außerdem an, dass die drei Kinder des Paares, darunter ein Zwillingspaar und ihre jüngere Schwester, direkt in das öffentliche Schulsystem eingeschrieben werden müssen. Als Reaktion darauf veröffentlichten Birmingham und Trevallion am 5. September 2026 über ihren Verteidiger Simone Pillon eine Videobotschaft, in der sie ihre Absicht ankündigten, formelle Berufung gegen die Einschränkungen einzulegen.
Unsere drei Kinder sind nun seit zehn Monaten von zu Hause und ihren Eltern getrennt, und jetzt müssen sie hin- und herpendeln, ohne eine klare Perspektive für ihre Zukunft, und für unbestimmte Zeit in einem Familienheim bleiben.
Streitigkeiten über Schulbildung und medizinische Warnungen
Der Kern des Streits zwischen den Eltern und den Justizbehörden dreht sich um die Bildungsautonomie und das Kindeswohl. Birmingham und Trevallion argumentierten, dass sie einen detaillierten Lehrplan für den Heimunterricht vorgelegt hätten, der mit dem Unterricht vergleichbar sei, den die Kinder während ihres Aufenthalts in der Obhut erhalten hätten. Das Paar erklärte, dass es speziell nach Italien gezogen sei, weil die nationale Gesetzgebung die elterliche Bildung, das Leben auf dem Land und die familiäre Autonomie anerkenne. In ihrer Stellungnahme verwiesen die Eltern auch auf Warnungen von medizinischen Fachkräften, die die Kinder betreuten, die berichteten, dass ein längerer institutioneller Aufenthalt ihre Gesundheit ernsthaft gefährde. Die Eltern behaupteten, dass diese medizinischen Empfehlungen, die eine sofortige Rückkehr in das Familienheim forderten, bei der gerichtlichen Entscheidung völlig unberücksichtigt geblieben seien.
Wir glauben, dass diese Entscheidung weder unsere Rechte noch die unserer Kinder respektiert.
Wohnsitz ohne Netzanschluss und Sorgerechtschronologie
Die rechtlichen Maßnahmen begannen im November 2025, als die Jugendbehörden die elterliche Sorge aussetzten und die Kinder von dem Familiengrundstück in Palmoli in der Provinz Chieti wegnahmen. Das Paar hatte das Waldgrundstück 2021 gekauft und bewohnte ein ländliches Bauernhaus ohne fließendes Wasser und Strom, das die Sozialdienste als unsicher für Minderjährige einstuften. Nach der Herausnahme wurden die Kinder in eine Wohneinrichtung in Vasto gebracht, wo Birmingham bis März 2026 mit ihnen zusammenlebte. Das Verteidigungsteam stellte fest, dass die Familie mit Bauarbeiten begonnen hatte, um das Anwesen für die Rückkehr der Kinder anzupassen. Pillon kritisierte die kommunalen Sozialdienste wegen Verwaltungsverzögerungen und wies darauf hin, dass die Beamten keine Koordinationstreffen zwischen dem gerichtlich bestellten Vormund, dem Kurator und den medizinischen Fachkräften arrangiert hätten.
- Die Familie kauft Land in Palmoli, um einen netzunabhängigen Wohnsitz zu errichten.
- Das Jugendgericht setzt die elterliche Sorge aus und bringt die drei Kinder in ein Heim in Vasto.
- Catherine Birmingham verlässt die Einrichtung in Vasto, nachdem sie mit den Kindern zusammengelebt hat.
- Das Jugendgericht von L'Aquila erlässt einen Beschluss, der beaufsichtigte Besuche und den Besuch einer öffentlichen Schule anordnet.
- Die Eltern veröffentlichen eine Videobotschaft, in der sie Berufung gegen den Gerichtsbeschluss ankündigen.
Verteidigungsstrategie und Unterstützungsnetzwerk
Birmingham und Trevallion bekräftigten, dass sie beabsichtigen, den Kontakt zu regionalen Institutionen aufrechtzuerhalten, während sie ihre rechtliche Anfechtung verfolgen. Ihr professionelles Verteidigungs- und Unterstützungsteam umfasst den Psychologen Tonino Cantelmi, den Facharzt Dr. Aiello und Mitarbeiter der Abteilung für Kinderneuropsychiatrie des Krankenhauses von Atessa. Die bevorstehende Berufung wird die Berufungsrichter bitten, das Heimunterrichtsprogramm neu zu bewerten und die medizinischen Unterlagen zum körperlichen und psychischen Zustand der Kinder zu priorisieren. Das Paar dankte seinen medizinischen und rechtlichen Beratern und erklärte, dass die öffentliche Solidarität von Familien aus ganz Italien und dem Ausland ihre rechtlichen Bemühungen weiterhin unterstütze.
