
Ifo-Studie: Diesel-Tankrabatt wurde nur teilweise weitergegeben – Subvention endet heute Nacht
Die deutsche Tankrabatt-Subvention läuft um Mitternacht aus, und eine Analyse des Ifo-Instituts zeigt, dass die Rabatte für Benzin weitgehend bei den Autofahrern ankamen, bei Diesel jedoch nur 12 der 16,7 Cent pro Liter weitergegeben wurden.
Weitergabequoten
Das Münchner Ifo-Institut berechnete, dass der im Mai eingeführte Tankrabatt, der die Auswirkungen der hohen Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs abfedern sollte, nur teilweise an die Verbraucher weitergegeben wurde. Bei Diesel lag die Weitergabe bis zum 25. Juni im Durchschnitt bei 12 Cent pro Liter, weit unter der Steuersenkung von 16,7 Cent. Super E5 und Super E10 verzeichneten Weitergaben von 17 bzw. 16 Cent, nahe der vollen Reduzierung.
Damit wurde der Tankrabatt beim Superbenzin nahezu vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben, beim Diesel lag die Weitergabe bei rund 73 Prozent.
- Super E5
- 17 Cent pro Liter
- Super E10
- 16 Cent pro Liter
- Diesel
- 12 Cent pro Liter
Widerstand der Branche
Der Mineralölwirtschaftsverband en2x wies die Ergebnisse zurück. Sein Geschäftsführer Christian Küchen bestand darauf, dass die Mitgliedsunternehmen die volle Senkung von 17 Cent von Anfang an weitergegeben hätten. Der Verband unabhängiger und mittelständischer Tankstellen, bft, bezeichnete die Ifo-Studie als „Populismus“ und argumentierte, der vom Institut vorgenommene Vergleich der deutschen Preise mit denen in Frankreich sei aufgrund grundlegender Marktunterschiede ungültig.
Die Tankstellengesellschaften im en2x haben mit der Einführung des so genannten Tankrabatts die Preise um 17 Cent je Liter gesenkt. Der Tankrabatt wurde durchweg und in voller Höhe an die Tankkundschaft weitergegeben.
Eine separate Untersuchung der Monopolkommission, die vor etwa zwei Wochen veröffentlicht wurde, kam ebenfalls zu dem Schluss, dass der Rabatt nicht vollständig weitergegeben wurde, obwohl ihre Schätzungen für Diesel etwas höher und für Benzin etwas niedriger waren als die Ifo-Zahlen.
Preiserwartungen an der Zapfsäule
Der Tankrabatt endet um Mitternacht zwischen Dienstag und Mittwoch. Die bft erwartet jedoch erst gegen Mittag am Mittwoch steigende Zapfsäulenpreise, da eine 12-Stunden-Regel sofortige Preiserhöhungen um Mitternacht verhindert. Vorstandsvorsitzender Carsten Müller sagte, dass Preiserhöhungen am Dienstagnachmittag ebenfalls nicht machbar seien, da die großen Ölkonzerne einen öffentlichen Aufschrei befürchteten.
Am Sonntag meldete der ADAC einen bundesweiten Tagesdurchschnitt von 1,845 Euro pro Liter für Super E10 und 1,765 Euro für Diesel. Der Automobilclub stellte fest, dass beide Kraftstoffe in den letzten Tagen leicht teurer geworden waren, sah aber angesichts fallender Rohölpreise keinen Grund für starke Anstiege. Er forderte, dass Preisänderungen am 1. Juli nicht abrupt erfolgen sollten, solange sich steuerbegünstigter Kraftstoff noch in den Lagertanks befinde.
Kosten und Verbraucherwarnungen
Die Maßnahme kostete den Staat in den Monaten Mai und Juni rund 1,6 Milliarden Euro. Ifo-Forscher Christian Gréus sagte, die unvollständige Weitergabe bei Diesel bedeute, dass ein Teil dieser Summe bei den Mineralölkonzernen gelandet sei. Das Institut hält das Auslaufen des Rabatts für die richtige Entscheidung.
Die unvollständige Weitergabe beim Diesel bedeutet, dass ein Teil davon bei den Mineralölkonzernen gelandet ist.
Ramona Pop, Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, warnte, das Ende des Rabatts dürfe kein Startsignal für Zusatzgewinne werden. Das Ifo wies auch darauf hin, dass ein mögliches US-Iran-Abkommen unabhängig davon zur Normalisierung der Kraftstoffpreise beitragen könnte.


