Film & Medien · Rom

Diacos persönliche Fragen an Ravagnani bei Rai 2 lösen Empörung aus – Ballando-Team nennt sie inakzeptabel

Das Interview von Pierluigi Diaco mit dem ehemaligen Priester Alberto Ravagnani, einem Kandidaten von Ballando con le Stelle, erreichte in der Rai-2-Sendung BellaMà einen Marktanteil von 7,5 Prozent und löste eine öffentliche Erklärung von Moderatorin Milly Carlucci und ihren Autorinnen und Autoren aus.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Fanpage, Open, La Repubblica.it und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Rom · Italien
Wie es dazu kam
  1. 3.11.Diaco interviewt Alberto Ravagnani in BellaMà auf Rai 2
  2. Morgen des 4. NovemberFanpage berichtet, das Ballando-Team sei mit dem Ton des Interviews unzufrieden
  3. 4.11.Milly Carlucci und die Autorinnen und Autoren von Ballando veröffentlichen eine Mitteilung, in der sie das Geschehene als inakzeptabel bezeichnen

Das Interview

Am 3. November zeigte das Rai-2-Nachmittagsprogramm BellaMà ein Interview von Pierluigi Diaco mit Alberto Ravagnani, einem ehemaligen Priester der Diözese Mailand, der inzwischen Kandidat der Rai-1-Show Ballando con le Stelle ist. Erwartet worden war ein Gespräch über seine Teilnahme an der Sendung, seine jüngst erschienene Autobiografie und seinen Entschluss, das Priesteramt aufzugeben. Doch die Fragen wandten sich schnell seinem Privatleben zu. Diaco fragte, ob er sich zu Männern oder zu Frauen hingezogen fühle. Ravagnani antwortete, er fühle sich zu Frauen hingezogen, bezeichnete die Frage zugleich als haltlos und sagte dem Moderator, er bringe ihn damit in eine schwierige Lage.

„Sie bringen mich in eine schwierige Lage und führen mich auf ein Terrain, auf dem jeder hier in Schwierigkeiten geraten würde.“

Alberto Ravagnani, Ehemaliger Priester

Diaco ließ nicht locker. Er bohrte nach, ob Ravagnani seit seinem Abschied vom Priesteramt bereits eine sexuelle Erfahrung mit jemandem gehabt habe, und verlangte ein Ja oder Nein. Er argumentierte, wer sich öffentlich exponiere – mit einem Buch und einer Samstagabendshow auf Rai 1 –, schulde den Zuschauern einen Pakt der Aufrichtigkeit.

„Glauben Sie nicht, dass Sie nach den tiefgründigen Dingen, die Sie mit uns teilen wollten, direkte Fragen verdienen, die an Unhöflichkeit grenzen?“

Pierluigi Diaco

Einschaltquote und Reaktionen im Netz

Das Interview hob die Quoten von BellaMà. Laut Adnkronos stieg der Marktanteil der Sendung stetig und erreichte in ihrer zweiten Hälfte, während des Ravagnani-Segments, 7,5 Prozent – ein Ergebnis, das der Nachrichtendienst für den Rai-2-Nachmittag als wichtig bezeichnete. In den sozialen Netzwerken fiel die Reaktion scharf aus, und Diacos Name war binnen Stunden ein Trendthema auf X. Viele Nutzer bewerteten das Vorgehen als unangemessen und zu invasiv. Unbestätigte Berichte besagten, der Ton des Gesprächs habe auch Mitarbeitende von Ballando con le Stelle verärgert; das Segment begann mit einem Beitrag über prominente ehemalige Priester, der die Fragen einrahmte.

Die Reaktion des Ballando-Teams

Milly Carlucci und die Autorinnen und Autoren der Sendung veröffentlichten am 4. November in den sozialen Netzwerken eine gemeinsame Erklärung, in der sie das Geschehene als inakzeptabel bezeichneten. Die Botschaft drückte Zuneigung und Solidarität mit Ravagnani aus, die die Gruppe nach eigenen Angaben bereits mehrfach im Privaten bekundet hatte.

„Wir halten das Geschehene für inakzeptabel und erneuern gegenüber Alberto öffentlich unsere ganze Zuneigung und Solidarität.“

Milly Carlucci, Moderatorin von Ballando con le Stelle auf Rai 1

Die Erklärung dankte Ravagnani zudem dafür, dass er die Einladung angenommen habe, seine Lebenserfahrung zu teilen, und betonte, die Sendung habe seit Langem Themen zum Nachdenken angeboten. Mehrere mit der Show verbundene Persönlichkeiten, darunter Carolyn Smith und Rossella Erra, äußerten sich unterstützend, und Zuspruch kam aus Unterhaltung und Sport von Persönlichkeiten wie Elena Sofia Ricci, Aurora Ramazzotti und Fabio Fognini.

Die Haltung von Rai und die politische Reaktion

Laut Fanpage wird Rai keine Maßnahmen gegen Diaco ergreifen. In der Viale Mazzini herrsche die Auffassung vor, er habe den Ton und die Art und Weise falsch gewählt, nicht aber die Substanz; das Unternehmen scheue die Konfrontation zwischen der Samstagabendshow und BellaMà, zwei Sendungen desselben Senders. Diaco hat sich nicht geäußert und will das Thema Berichten zufolge in der für den Nachmittag des 4. November angesetzten Ausgabe von BellaMà nicht erneut aufgreifen. Federica Frangi, eine von den Fratelli d'Italia benannte Ratsbevollmächtigte von Rai, erklärte in einer Mitteilung, die Freiheit, Fragen zu stellen, müsse immer gelten. Die Senatorin der Fünf-Sterne-Bewegung, Dolores Bevilacqua, nannte das Interview „eine Form von Aggression“ und „eine weitere unwürdige Seite“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks; sie warf der Rai-Führung Schweigen vor, während die parlamentarische Aufsichtskommission „gelähmt“ sei.

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