Sicherheit · Bonn, Hamburg und Wiesbaden

Deutschland testet in der Übung LÜKEX 26 die Krisenreaktion auf Dürre und eine 45-Grad-Hitzewelle

Die vom BBK geleitete Übung läuft von Mittwoch, 4. November, bis Freitag, 6. November 2026. Rund 180 Behörden, Institutionen und Unternehmen nehmen daran teil.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von RP Online, Deutsche Welle, Norddeutscher Rundfunk und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Bonn, Hamburg, Wiesbaden · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 4.11.LÜKEX 26 beginnt
  2. 6.11.LÜKEX 26 endet
  3. 2027Übung mit Schwerpunkt Zivilschutz geplant

Worum es bei der Übung geht

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) führt die Übung LÜKEX 26 von Mittwoch, 4. November, bis Freitag, 6. November 2026 durch. Das Szenario ist fiktiv, stützt sich laut BBK aber auf die eigene Dürrerisikoanalyse und nimmt fünf Dürrejahre an, gefolgt von einer Hitzewelle mit bis zu 45 Grad. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) und die Bundesanstalt für Gewässerkunde haben das Szenario mitgestaltet, das nach Angaben des BBK bewusst zugespitzt wurde. Die Teilnehmer setzen keine Einsatzkräfte vor Ort ein. Stattdessen treffen sie in Konferenzräumen und an Computern strategische Entscheidungen darüber, welche Maßnahmen die Bevölkerung schützen. Stäbe müssen erarbeiten, was zu tun ist, wenn das Wasser knapp wird, oder wer wen warnt, wenn sich Waldbrände ausbreiten; auch die Krisenkommunikation ist zentraler Bestandteil.

Wer teilnimmt

Rund 180 Behörden, Institutionen und Unternehmen nehmen teil, darunter zehn Bundesländer, fast 20 Bundesbehörden und Betreiber kritischer Infrastruktur. Bei den Ländern handelt es sich um Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die zusammen mehr als 60 Ministerien auf Landesebene einbringen. Das BBK bezeichnet die Übung als die bislang größte nationale Simulation, in der Bund und Länder gemeinsam strategisches Krisenmanagement erproben. Die Vorbereitung begann im November 2024. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) ordnete die Übung unter dem Aspekt der Vorbereitung ein.

„Krisen kündigen sich nicht an. Deshalb müssen wir vorbereitet sein, bevor sie eintreten.“

Roman Poseck, Hessens Innenminister

Hamburg und Hessen in der Praxis

In Hamburg werden rund 200 Teilnehmer aus Behörden und Hilfsorganisationen das Szenario über drei Tage durchspielen. Der NDR beschreibt die Lage, mit der die Stadt konfrontiert wäre: Niedrigwasser behindert den Hafenverkehr, Lieferketten brechen, es fehlt an Lebensmitteln und Trinkwasser, Kliniken sind durch Hitzeopfer und Waldbrände überlastet. Die Übung findet in einem Lagezentrum statt, sodass die Bevölkerung davon kaum etwas mitbekommen dürfte. In Hessen sagte Poseck, anhaltende Dürre in Kombination mit extremer Hitze betreffe alles von Gesundheit und Verkehr bis zur Wasserversorgung, und betonte, dass Ministerien, Behörden, Betreiber kritischer Infrastruktur, Hilfsorganisationen und der Bund eng zusammenarbeiten müssten. Das hessische Innenministerium zählt fast 100 Organisationen, die aktiv üben, und fast 80 weitere, die unterstützend eingebunden sind.

Warum das Szenario nah wirkt

Das Szenario mag für November unpassend erscheinen, doch die Berichterstattung verknüpft es mit dem vergangenen Sommer. Gesundheitsbehörden stellten fest, dass ältere und chronisch kranke Menschen von der Sommerhitze stark betroffen waren, teils mit tödlichem Ausgang. Laut dem Umweltportal NRW sind in heißen Sommern etwa 7,5 Millionen Menschen von Hitzestress betroffen, vor allem wegen dicht bebauter Städte und versiegelter Flächen, und die Zahl der Tage über 30 Grad ist im Land deutlich gestiegen. Der NDR zitiert Schätzungen britischer Wissenschaftler, wonach die Hitze des vergangenen Sommers in Europa etwa 50.000 Menschenleben gekostet hat, und berichtet, dass die Schifffahrt auf dem Rhein wochenlang beeinträchtigt war.

Frühere Übungen und was folgt

LÜKEX wird seit mehr als 20 Jahren vom BBK koordiniert, beginnend 2004 mit einem Szenario zu einem großflächigen Stromausfall. Frühere Übungen testeten 2018 eine Gasknappheit und 2013 den Umgang mit einer rätselhaften Krankheitswelle.

Das BBK erklärt, die Übung solle helfen, Mechanismen der Krisenbewältigung zu entwickeln und die Vorbereitung auf andere Schadenslagen zu verbessern. Für 2027 plant die Behörde, den Zivilschutz in den Mittelpunkt zu rücken.

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