Deutschland plant sechsten bundesweiten Warntag mit Cell-Broadcast-Entwarnungs-Premiere
Deutschland führt am 10. September 2026 seinen jährlichen bundesweiten Warntest durch, sendet um 11:00 Uhr Testwarnungen und testet erstmals Cell-Broadcast-Entwarnungen.
Bundesweiter Warntag für Donnerstag angesetzt
Deutschland führt am Donnerstag, den 10. September 2026, seinen sechsten bundesweiten Warntag durch, um die Infrastruktur für den Bevölkerungsschutz und die Notfallwarnung im ganzen Land zu testen. Die Übung wird gemeinsam von der Bundesregierung, den 16 Bundesländern und den kommunalen Katastrophenschutzbehörden organisiert. Ab 11:00 Uhr übermittelt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) über das satellitengestützte Modulare Warnsystem (MoWaS) einen Testwarntext über mehrere Kanäle. Der Test läuft über Rundfunkanstalten, digitale Informationstafeln, Sirenen, Warn-Apps wie NINA und Katwarn sowie direkte Mobilfunkübertragungen. Um 11:45 Uhr folgt eine Entwarnung über dieselben Kommunikationswege.
- Hamburg beginnt Vorabtest auf Warn-Apps und Stadtbildschirmen
- Bundes-BBK löst bundesweiten Testalarm über MoWaS und Cell Broadcast aus
- Entwarnung bundesweit übermittelt, auch per Cell Broadcast
Erste Entwarnung per Cell Broadcast
Eine wichtige Neuerung bei dieser Übung ist der erste bundesweite Test von Entwarnungsmeldungen, die direkt per Cell Broadcast übermittelt werden. Die Funktion wurde Ende November 2025 eingeführt und erweitert einen Mobilfunkkanal, der erstmals 2022 bundesweit getestet wurde und zuvor nur Erstmeldungen versenden konnte. Die Entwarnung trifft auf kompatiblen Mobilgeräten als Warnstufe 3 ein, die das BBK den Nutzern empfiehlt, in den Telefoneinstellungen zu aktivieren. Cell Broadcast erfordert keine App-Installation und sendet Push-Benachrichtigungen an alle verbundenen Geräte innerhalb einer aktiven Mobilfunkzelle. Mobiltelefone mit Android 11 oder iOS 16.1 und höher lösen einen hörbaren Ton aus, auch wenn sie auf lautlos geschaltet sind, sofern sie eingeschaltet und nicht im Flugmodus sind.
Sicherheitslage und ministerieller Fokus
Bundes- und Landesbehörden stellen den jährlichen Test in den Kontext einer erhöhten Bedrohungslage, die Cyberangriffe auf Energieversorger, Drohnensichtungen über Kasernen und Industrieanlagen sowie Terrorrisiken umfasst. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betonte, dass die Gefahr von Anschlägen jederzeit berücksichtigt werden müsse. Hessens Innenminister Roman Poseck erläuterte die betriebliche Notwendigkeit regelmäßiger öffentlicher Warntests angesichts der aktuellen Risiken.
Die aktuelle Sicherheitslage zeigt uns, wie wichtig es ist, dass wir die Bevölkerung im Notfall schnell, zuverlässig und verständlich erreichen können.
Landesbeamte betonen, dass die Übung sowohl dazu dient, technische Engpässe aufzudecken, als auch sicherzustellen, dass die Bewohner Sirenentöne und Notfall-Push-Anweisungen erkennen.
Landes-Sirenennetze und regionale Vorbereitungen
Die Bundesländer setzen eine Mischung aus digitalen und analogen Warninstrumenten ein, wobei die Sirenenmodernisierung regional stark variiert. Hessen meldet 4.074 aktive Sirenen, von denen 85 % über das digitale Funknetz Tetra BS digitalisiert sind, was landesweite Auslösungen innerhalb von ein bis zwei Sekunden ermöglicht. Mecklenburg-Vorpommern betreibt rund 1.700 Sirenen und plant weitere Ausbauten. Christian Pegel, Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, äußerte sich zum Infrastrukturprogramm.
Gemeinsam mit dem Bund, den Landkreisen und den kreisfreien Städten arbeiten wir kontinuierlich daran, die Warninfrastruktur weiter auszubauen und die verschiedenen Warninstrumente besser zu verknüpfen.
Hamburg verfügt über 205 einsatzbereite Sirenen, darunter rund 120 in Sturmflutgebieten und über 80 im weiteren Stadtgebiet, während die traditionellen Hafenkanonenschüsse als Warnung eingestellt wurden. Hamburg wird außerdem um 10:45 Uhr, fünfzehn Minuten vor der bundesweiten Ausstrahlung, einen Vorabtest über Apps und öffentliche Bildschirme starten.
- Hessen
- 4074 Sirenen
- Mecklenburg-Vorpommern
- 1700 Sirenen
- Hamburg
- 205 Sirenen
