
Deutschland genehmigt 16,7-Cent-Steuersenkung auf Kraftstoff für drei Monate – Kosten 2,5 Milliarden Euro
Bundestag und Bundesrat verabschiedeten ein Gesetz zur Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel bis Dezember 2026. Die Kosten von 2,5 Milliarden Euro teilen sich Bund und Länder je zur Hälfte.
Zustimmung des Parlaments und Struktur der Steuerentlastung
Der Deutsche Bundestag und der Bundesrat haben am 25. September 2026 eine dreimonatige Senkung der Kraftstoffsteuern gebilligt. Bei einer namentlichen Abstimmung im Bundestag stimmten 434 Abgeordnete für die Maßnahme, 128 stimmten dagegen, bei insgesamt 562 abgegebenen Stimmen. Der Bundesrat verabschiedete das Gesetz Stunden später in seiner ersten Herbstsitzung, ohne den Vermittlungsausschuss anzurufen. Das Gesetz senkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent pro Liter, was nach Einberechnung der Mehrwertsteuer zu einer Gesamtsenkung für die Verbraucher von 16,7 Cent pro Liter führt. Die Steuersenkung tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2026. Sie bedarf noch der formellen Unterzeichnung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der Bund und die 16 Bundesländer teilen sich die erwarteten Steuermindereinnahmen von bis zu 2,5 Milliarden Euro gleichermaßen.
- Dafür
- 434 Stimmen
- Dagegen
- 128 Stimmen
Umsetzungsmechanik und Marktauswirkungen
Um die Umsetzung zu beschleunigen, hängte die Koalition aus CDU, CSU und SPD die Steuerregelung an einen bestehenden Gesetzentwurf zur Versicherungsaufsicht an. Das Gesetz enthält keine gesetzliche Verpflichtung für Mineralölkonzerne, die volle Steuersenkung an die Endverbraucher an den Tankstellen weiterzugeben. Während einer vorherigen zweimonatigen Tankrabattaktion im Mai und Juni berechnete das Bundeskartellamt, dass rund 80 % der Steuersenkung bei den Endkunden ankamen. Eine Analyse des ifo-Instituts ergab, dass die Verbraucherpreise für Super E5 und E10 fast die gesamte Senkung widerspiegelten, während die Dieselpreise um etwa 12 Cent pro Liter fielen. Die Steuersenkung gilt streng genommen für Kraftstoff, der nach Mitternacht am 1. Oktober Raffinerien und große Lager verlässt, was je nach vorhandenen Beständen zu unterschiedlichen Übergangszeiten an den Tankstellen führt. Die Koalitionsspitzen vereinbarten außerdem, spätestens zum 1. Januar 2027 eine gesetzliche Kraftstoffpreisobergrenze nach belgischem und luxemburgischem Vorbild einzuführen.
- Koalition aus CDU/CSU und SPD einigt sich auf das Entlastungspaket
- Bundestag und Bundesrat verabschieden das Gesetz zur Senkung der Kraftstoffsteuer
- Senkung der Energiesteuer um 14,04 Cent pro Liter tritt in Kraft
- Die befristete dreimonatige Kraftstoffsteuersenkung läuft aus
- Gesetzliche Kraftstoffpreisobergrenze soll in Kraft treten
Politische Debatte und wirtschaftliche Kritik
Bundesminister und Koalitionsabgeordnete verteidigten den Eingriff als sofortigen Mechanismus, um den Kostendruck auf Pendler und ländliche Haushalte zu verringern. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, der Rabatt sei zwar nicht ideal, aber die Regierung könne die Belastung für Autofahrer und kleine Unternehmen nicht ignorieren. Der finanzpolitische Sprecher der CDU, Stefan Korbach, bezeichnete die Senkung als das beste kurzfristig verfügbare Instrument, da sie an der Zapfsäule ohne formelle Antragsverfahren wirke. Die parlamentarische Opposition von Grünen, Linken und AfD kritisierte das Ausgabenpaket jedoch. Auch Ökonomen stellten die Struktur der Maßnahme in Frage und warnten davor, dass breite Kraftstoffsubventionen Anreize zur Energieeinsparung verringern und überproportional Haushalte mit höheren Einkommen begünstigen. Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, kritisierte die Verteilung der Subvention in einem Rundfunkinterview.
Die Maßnahme ist nicht zielgerichtet. Sie unterstützen die falschen Leute. Jemand, der ein großes Auto fährt, erhält viel mehr Entlastung als jemand, der ein kleines Auto fährt.
Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung stufte die Subvention ebenfalls als falsche politische Reaktion ein, die die öffentlichen Haushalte belaste, ohne die Kraftstoffeffizienz zu fördern.


