Klima · Berlin und New York

Deutschland reicht Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bis 2045 bei den Vereinten Nationen ein

Das Bundeskabinett hat einen 22-seitigen Fahrplan zur Abschaffung von Kohle, Öl und Erdgas bis 2045 gebilligt, womit Deutschland das dritte Land ist, das einen formellen Übergangsplan bei der UN vorlegt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von RP Online, newsORF.at, ZEIT ONLINE und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Berlin, New York · Deutschland, Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. 2023UN-Klimakonferenz in Dubai verabschiedet schrittweisen Ausstiegsvertrag
  2. April 202657 Nationen treffen sich, um konkrete Ausstiegspläne aus fossilen Brennstoffen auszuhandeln
  3. 23.09.Deutsches Kabinett billigt TAFF-Fahrplan zur Einreichung bei den Vereinten Nationen
  4. 2045Zieltermin für den vollständigen deutschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

Vorstellung des Übergangsfahrplans

Deutschland hat seine offizielle Strategie zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Erdgas bis 2045 während der Generalversammlung in New York bei den Vereinten Nationen eingereicht. Das 22-seitige Dokument, bekannt als TAFF-Fahrplan (Transitioning Away from Fossil Fuels), erfüllt die auf der UN-Klimakonferenz 2023 in Dubai vereinbarten Verpflichtungen. Die auf dem Dubai-Gipfel erzielte Einigung sah eine schrittweise Abkehr von fossiler Energie vor, ließ jedoch konkrete Umsetzungszeitpläne offen. Umweltminister Carsten Schneider reichte den Rahmen ein, nachdem das Bundeskabinett den Text am Mittwoch formell gebilligt hatte. Deutschland ist weltweit das dritte Land, das einen speziellen Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bei der UN einreicht, nach Frankreich und den Niederlanden.

„Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vereint Unabhängigkeit, Erschwinglichkeit und Klimaschutz. Unser Fahrplan soll ein internationales Beispiel setzen. Ich bin sicher, dass viele andere Länder folgen werden.“

Carsten Schneider, Deutscher Bundesumweltminister

Energieabhängigkeit und Importkosten

Der Ausstiegsplan kommt zu einer Zeit erhöhten Drucks auf die globalen Energieversorgungen, wobei die inländischen Kraftstoffpreise in Deutschland in den letzten Wochen Höchststände erreicht haben. Schneider verwies auf Ministeriumszahlen, wonach fossile Brennstoffe im Jahr 2024 65 % des deutschen Energieverbrauchs ausmachten. In diesem Jahr importierte Deutschland 98 % seines Mineralöls und 95 % seines Erdgases, wobei die gesamten Importkosten 76 Milliarden Euro betrugen. Diese Ausgaben stiegen erheblich infolge von Störungen im Zusammenhang mit der Iran-Krise und Schifffahrtsrisiken um die Straße von Hormus. Am Rande der UN-Sitzung betonte Schneider gegenüber Reportern, dass die Verbraucherpreise an Tankstellen die direkte wirtschaftliche Verwundbarkeit durch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zeigen.

„Wenn die Lage in der Straße von Hormus darüber entscheidet, ob sich die Menschen ihren täglichen Arbeitsweg noch leisten können, ist das kein guter Zustand. Wir müssen die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen überwinden, und wir können sie überwinden.“

Carsten Schneider, Deutscher Bundesumweltminister
Anteile fossiler Brennstoffe und Importabhängigkeit Deutschlands im Jahr 2024%
Anteil fossiler Brennstoffe am Energieverbrauch
65 %
Importanteil Mineralöl
98 %
Importanteil Erdgas
95 %

Daten aus dem Artikeltext

Umsetzungsziele und technologische Veränderungen

Der Fahrplan skizziert Maßnahmen, die auf den Ausbau erneuerbarer Stromkapazitäten und die Elektrifizierung von Verkehr, Heizung und industrieller Fertigung abzielen. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte, dass der Plan auf etablierten politischen Instrumenten beruht und keine neuartigen Regulierungsmechanismen zur Erreichung der Klimaneutralität vorsieht. Schneider hielt am Ziel 2045 fest und verwies auf Marktveränderungen wie die Verkaufszahlen von 2025, bei denen Wärmepumpen erstmals Gasheizungen übertrafen. Das Dokument stellt fest, dass Deutschland bis 2045 auf eine vollständige Dekarbonisierung seiner Kraftwerksflotte hinarbeiten wird, wobei fossile Brennstoffe in der Zwischenphase als vorübergehende Brückenquellen erlaubt sind.

Umweltkontrolle und Koalitionsdebatte

Umweltgruppen äußerten Vorbehalte hinsichtlich der Kohärenz der politischen Umsetzung der Bundesregierung. WWF-Vertreterin Fentje Jacobsen begrüßte den UN-Fahrplan als konstruktiven Schritt vor den anstehenden internationalen Klimaverhandlungen, wies jedoch auf Widersprüche zwischen der globalen Kommunikation der Regierung und innenpolitischen Entscheidungen hin. Jacobsen verwies auf Vorschläge innerhalb der Regierungskoalition, die Einführung von Elektrofahrzeugen zu verlangsamen, den Schwung bei Wärmepumpen zu reduzieren, die CO2-Bepreisung zu senken und die Nutzung von Erdgas zu verlängern. Laut WWF riskieren solche innenpolitischen Anpassungen, die langfristige strukturelle Sicherheit zugunsten kurzfristiger Reaktionen auf Energiepreisspitzen zu untergraben. Der Fahrplan folgt auf Konsultationen im April 2026, bei denen 57 Nationen zusammenkamen, um praktische Mechanismen zur Beendigung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu prüfen.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen