Deutschland soll nach dem IEA-Schlüssel 19,5 von 100 Millionen Barrel beisteuern; bis Oktober wurden 6 Millionen Barrel freigegeben, 13,5 Millionen stehen noch aus.
Reiche eröffnete einen Dialog mit Industrie, Gewerkschaften und Bundesländern; vier Arbeitsgruppen sollen im ersten Quartal 2027 berichten, bevor das Kabinett die Strategie für elf Raffinerien beschließt.
Reiche sagte, Europa habe ein Viertel seiner Diesel- und Kerosinversorgung verloren, als im Frühjahr 2026 die Lieferungen aus dem Golfraum ausblieben; fast die Hälfte der Dieselimporte kommt inzwischen aus den Vereinigten Staaten.
IGBCE-Chef Michael Vassiliadis forderte eine Reform des EU-Emissionshandelssystems, während Christian Küchen von en2x auf wachsende Belastungen daraus verwies.
Deutschland gibt einen weiteren Teil seiner strategischen Ölreserve frei, teilte das Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit und verwies auf internationale Verpflichtungen und einen Beschluss der G7. Eine am Mittwoch, 21. Oktober, im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Verordnung senkt die deutsche Reserve vorübergehend von 90 auf 82 Tage. Nach einem Schlüssel der Internationalen Energieagentur (IEA) soll Deutschland 19,5 Millionen Barrel eines Gesamtvolumens von 100 Millionen Barrel beisteuern. Das Ministerium erklärte, bis Oktober seien 6 Millionen Barrel freigegeben worden; die verbleibenden 13,5 Millionen Barrel würden zunächst aus Diesel- und Heizölbeständen entnommen.
Daten aus dem Artikeltext
Die Abfolge begann mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar, als die Kraftstoffpreise an deutschen Tankstellen deutlich stiegen. Im März wurde die Straße von Hormus geschlossen, und die IEA beschloss im selben Monat die Freigabe strategischer Ölbestände. Anfang Oktober forderten die G7-Staaten, die Reserven tatsächlich freizugeben. Die deutsche Reserveverordnung folgte am 21. Oktober, und das Wirtschaftsministerium startete seinen Raffineriedialog am Freitag, 23. Oktober.
Reiche startete die geplante Raffineriestrategie am Freitag, 23. Oktober, in Berlin und eröffnete einen Dialog mit Industrie, Gewerkschaften, Bundesländern und Ministerien. Vier Arbeitsgruppen sollen im ersten Quartal 2027 Ergebnisse vorlegen, anschließend soll das Kabinett die Strategie beschließen. Deutschland verfügt nach Angaben des Ministeriums über elf Raffinerien mit einer gemeinsamen Verarbeitungskapazität von gut 92 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Reiche sagte, von rund 100 Raffinerien, die 2009 in Europa in Betrieb waren, seien 30 geschlossen oder umgerüstet worden.
Reiche brachte den Zielkonflikt so auf den Punkt.
„Wir haben Raffinerien geschlossen und uns das mit Importabhängigkeit erkauft.“
Das Ministerium bezeichnet den Erhalt der Raffineriekapazität als „strategische Priorität“ der Industriepolitik. Es warnt, Importe könnten den Verlust von Raffinerien nicht ausgleichen, was Chemieunternehmen bedrohen oder zu deren Abwanderung zwingen würde. Eine Umstellung der Standorte auf nachhaltige Rohstoffe würde Investitionen in Milliardenhöhe erfordern.
Reiche sagte, als im Frühjahr 2026 die Lieferungen aus dem Golfraum ausblieben, habe Europa ein Viertel seiner Diesel- und Kerosinversorgung verloren. Rohöl lasse sich kaufen, auch zu hohen Preisen und auf Umwegen, veredelte Produkte aber hinge von den Produzenten ab.
„Aber irgendjemand muss den Diesel produzieren.“
Reiche sagte, die Preise für raffinierte Produkte seien nach der Schließung der Straße von Hormus im März zeitweise um bis zu 180 Prozent gestiegen. Fast die Hälfte der Dieselimporte komme inzwischen aus den Vereinigten Staaten. Reiche nannte diese Partner etabliert, zugleich aber auch eine neue Abhängigkeit, mit mehr importierten Produkten, höheren Preisen und hohen Risikoprämien für die Versorgungssicherheit. Das Statistische Bundesamt meldete, die Raffinerien hätten im ersten Halbjahr 2026 11,0 Millionen Tonnen Motoren- und Flugbenzin produziert, 1,8 Prozent mehr als zuvor, sowie 15,8 Millionen Tonnen Diesel, 9,4 Prozent mehr.
Daten aus dem Artikeltext
Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie en2x, nannte die Strategie von enormer Bedeutung für die Energieversorgung von Verkehr und Wärme sowie für wichtige Rohstoffe. Die Raffinerien stünden unter hohem Wettbewerbsdruck, und der Verband verweist auf wachsende Belastungen durch das EU-Emissionshandelssystem. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Chemiegewerkschaft IGBCE, forderte eine Reform dieses Systems.
„Wir müssen einen Weg finden, das Ganze wirtschaftlich tragfähig zu machen.“
Vassiliadis warnte, andernfalls könnten Unternehmen ins Ausland abwandern. Reiche kritisierte zudem Pläne der EU-Kommission, Klimaregeln in der Öl- und Gasbranche durchzusetzen, darunter eine Methanverordnung, und sagte, die Bundesregierung werde negative Folgen für die Raffinerien nicht zulassen.
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Pollar unterstützenEnergie & Handel · Berlin
Berlin gibt einen weiteren Teil seiner strategischen Ölreserven frei, während Wirtschaftsministerin Katherina Reiche einen Dialog über den Erhalt der elf Raffinerien des Landes eröffnete.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, RP Online, Bloomberg Business und weiteren Medien. Veröffentlicht .
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