StrangPariser 1,5-Grad-Limit: Erwärmungsprognosen

Klima · München, Paris und Zürich

Allianz-Studie: Erneuerbare überholen Kohle weltweit, Netto-Null erst 2064

Erneuerbare Energien lieferten 2025 33,5 Prozent des weltweiten Stroms und zogen damit erstmals an der Kohle vorbei, während Allianz berechnet, dass die Welt, die EU und Deutschland die Klimaneutralität bis 2050 allesamt verfehlen werden.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Al Jazeera Online, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

München, Paris, Zürich · Deutschland, Frankreich, Schweiz
Wie es dazu kam
  1. November 2020Erster US-Austritt wird wirksam
  2. Februar 2021Die Vereinigten Staaten treten unter Präsident Joe Biden wieder bei
  3. Januar 2026Die Vereinigten Staaten verlassen das Abkommen erneut

Zehn Jahre später geraten die Pariser Ziele ins Rutschen

Zehn Jahre nachdem das Pariser Abkommen am 4. November 2016 in Kraft getreten ist, ist die Welt auf dem Weg zu seinem zentralen Ziel nicht auf Kurs. Der Vertrag, am 12. Dezember 2015 auf der Klimakonferenz COP21 in Paris verabschiedet, verlangt von den Regierungen, die Erwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten und 1,5 Grad anzustreben. Seither ist die Erwärmung weiter vorangeschritten, und Berechnungen des UNEP zeigen, dass die derzeitige Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erwärmung von etwa 2,8 Grad führt. Die Europäische Kommission richtet ihre künftige Klimavorsorge bereits auf eine Erwärmung von drei Grad aus.

Allianz sieht Netto-Null auf 2064 rutschen

Der Münchner DAX-Konzern Allianz hat die zweite Ausgabe seines Green Transition Tracker veröffentlicht, der auf Energiedaten aus 64 Ländern basiert, die den Großteil der globalen Treibhausgasemissionen verursachen. Im derzeitigen Tempo könnte der Planet 2064 klimaneutral sein, die EU insgesamt 2057 und Deutschland 2051 – alle nach dem Zieljahr 2050. Allianz bezeichnet die 1,5-Grad-Grenze als praktisch unerreichbar. China bleibt mit 30 Prozent der weltweiten Emissionen mit Abstand größter Emittent, gefolgt von den Vereinigten Staaten mit 11 Prozent.

Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen, Allianz-Tracker%
China
30 %
Vereinigte Staaten
11 %

Daten aus dem Artikeltext

Luxemburg liegt beim Fortschritt bei der Emissionssenkung an erster Stelle, die Schweiz auf Platz acht, Deutschland auf Platz zwölf und Österreich auf Platz 19. Die EU führt bei den CO2-Reduktionen weiterhin, doch ihr Tempo hat sich verlangsamt, und Deutschland kommt nicht schnell genug voran, um bis 2050 neutral zu sein.

Erneuerbare überholen Kohle, doch die Einsparungen bleiben langsam

2025 erzeugten Erneuerbare 33,5 Prozent des weltweiten Stroms und lagen damit leicht vor der Kohle mit 33,2 Prozent – das erste Mal, dass Erneuerbare in den Zahlen des Trackers vor der Kohle liegen.

Anteil an der weltweiten Stromerzeugung 2025%
Erneuerbare
33.5 %
Kohle
33.2 %

Daten aus dem Artikeltext

Allianz führt diesen Wandel eher auf die Ökonomie als auf die Klimapolitik zurück und verweist auf höhere Öl- und Gaspreise infolge des Kriegs mit iranischer Beteiligung, die den Verbrauch fossiler Brennstoffe gesenkt hätten. Von den 64 untersuchten Ländern haben 56 ihre Emissionen weiter reduziert. Viele Länder haben Klimaschutz nie als politische Priorität behandelt, und die Vereinigten Staaten unter Donald Trump haben sich von ihren Klimazielen abgewandt. Allianz bezeichnet das Tempo dennoch als zu langsam, um rechtzeitig Neutralität zu erreichen.

Wissenschaftler sehen Fortschritte, warnen aber vor Resignation

Felix Wertli, Leiter der Schweizer Delegation bei der Klimakonferenz, erinnerte daran, dass die Welt vor etwas mehr als einem Jahrzehnt auf vier Grad Erwärmung zusteuerte.

„Damals steuerte die Welt noch auf vier Grad Erwärmung zu. Das Abkommen hat also messbar etwas bewirkt.“

Felix Wertli

Patrick Hofstetter vom WWF Schweiz argumentiert, die Welt sähe ohne Paris anders aus, weil sich ärmere Länder erst durch das Abkommen zum Klimaschutz verpflichtet hätten. Er verweist zudem auf die Science Based Targets initiative, unter der 14.000 Unternehmen Emissionsziele festgelegt haben. Hofstetter merkt an, dass die ärmeren Länder zusammen mit China, Indien und Saudi-Arabien, die damals beitraten, heute für mehr als die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen stehen. Anthony Patt, Klimawissenschaftler an der ETH Zürich, sieht dieselben Fortschritte, sagt aber, die Welt sei weiterhin auf dem falschen Kurs, und argumentiert, eine Wende brauche einen schnellen Ausstieg aus Öl und Gas.

Hitzetote und die Kosten der Verzögerung

Schätzungen des Robert-Koch-Instituts beziffern die hitzebedingten Todesfälle in Deutschland bis zur Kalenderwoche 36 des Jahres 2026 auf etwa 16.000. Die Weltgesundheitsorganisation hält viele dieser Todesfälle für vermeidbar und schätzt, dass konkrete Maßnahmen jährlich etwa 1,6 Millionen Todesfälle verhindern könnten. Zu diesen Maßnahmen gehören Hitzewarnsysteme, eine widerstandsfähige Wasserversorgung und der Umstieg auf saubere Energie. Der Nabu-Klimaexperte Sebastian Bock warnt davor, einen wärmeren Planeten hinzunehmen.

„Drei Grad dürfen nicht zur neuen Normalität werden.“

Sebastian Bock

Bock sagt, selbst wenn sich Gesellschaften auf eine solche Erwärmung vorbereiten müssten, dürften sie sich nicht damit abfinden, denn jedes vermiedene Zehntelgrad bedeute weniger Hitze, Dürre und Überschwemmungen. Auch der Klimaforscher Johan Rockström sieht dringenden Handlungsbedarf.

Was Paris leistet und was nicht

Nach dem Abkommen legt jede Regierung eigene nationale Ziele fest, die sogenannten national festgelegten Beiträge, die alle fünf Jahre aktualisiert werden müssen. Eine globale Bestandsaufnahme bewertet die kollektiven Fortschritte im selben Zyklus, und das Abkommen umfasst zudem Berichtspflichten, Klimafinanzierung und Unterstützung für Entwicklungsländer. Die Einhaltung wird nicht erzwungen; stattdessen dienen Transparenz und internationaler Druck als wichtigste Hebel. Die Vereinigten Staaten sind zweimal beigetreten und zweimal ausgetreten: Der erste Austritt wurde im November 2020 wirksam, Präsident Joe Biden trat im Februar 2021 wieder bei, und das Land verließ das Abkommen im Januar 2026 erneut, zwölf Monate nachdem Trump einen zweiten Austritt angeordnet hatte.

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