Diplomatie · Berlin und Tokio

Deutschland eröffnet Gespräche über einen Beitritt zu Großbritanniens GCAP-Kampfjetprogramm

Die Verteidigungsminister Boris Pistorius und Wes Streeting trafen sich am Montag, 2. November, in Berlin; Pistorius will nun mit Italien und Japan über eine mögliche deutsche Rolle in dem Kampfjetprogramm beraten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Adnkronos, HotNews.ro, Handelsblatt und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Berlin, Tokio · Deutschland, Japan
Wie es dazu kam
  1. Juni 2026Deutschland und Frankreich vereinbaren das Ende des gemeinsamen Kampfjetprojekts FCAS
  2. 8.10.Großbritanniens Premierminister Andy Burnham besucht Berlin und lädt Deutschland ein, einen Beitritt zu GCAP zu prüfen
  3. 2.11.Pistorius und Streeting treffen sich in Berlin; Pistorius plant Gespräche mit Italien und Japan

Gespräche in Berlin

Boris Pistorius und Wes Streeting trafen sich am Montag, 2. November, in Berlin und nutzten eine gemeinsame Pressekonferenz, um den Stand einer deutschen Rolle im GCAP-Programm darzulegen. Pistorius sagte, die beiden Minister seien sich einig, dass die Zeit ein entscheidender Faktor sei; deshalb wollten sie schnell klären, ob die drei Partner bereit seien, Deutschland aufzunehmen, und zu welchen Bedingungen. Streeting sagte, Großbritannien stehe einer deutschen Beteiligung positiv gegenüber, die endgültige Entscheidung werde aber gemeinsam mit Japan und Italien getroffen. Pistorius ergänzte, Gespräche mit den Verteidigungschefs Japans und Italiens sollten ihm eine erste Vorstellung davon geben, ob die Bedingungen beim Zeitplan und bei der Rollenverteilung erfüllt seien. Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi gehört zu den Amtsträgern, mit denen er sprechen will.

„Wir sind uns einig, dass die Zeit in dieser Frage ein sehr kritischer Maßstab ist.“

Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister

Warum das Timing zählt

Deutschland hatte zuvor angestrebt, mit Frankreich einen Kampfjet der nächsten Generation für die Einführung im Jahr 2040 zu entwickeln, doch das FCAS-Projekt wurde im Juni aufgegeben, nachdem jahrelange Verhandlungen keine Einigung gebracht hatten. Seitdem sucht Deutschland nach einer Alternative. Pistorius wies darauf hin, dass die GCAP-Partner fünf Jahre verhandelten, bevor sie ihre Vereinbarung erreichten, und dass nun nicht mehr viel Zeit bleibe. Den Druck betonte er mit diesen Worten:

„Dadurch entsteht erheblicher Zeitdruck, den wir berücksichtigen wollen, denn diese Fähigkeit muss Anfang der 2040er Jahre bereitstehen.“

Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister

Industrie- und politische Hürden

Großbritanniens Premierminister Andy Burnham besuchte Berlin am 8. Oktober und überbrachte eine Einladung an Deutschland, einen Beitritt zu GCAP zu prüfen. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor bei einem Treffen mit Japans Premierministerin Sanae Takaichi in Tokio einen Plan vorgestellt, einen Beitritt zu dem Programm zu erwägen. GCAP soll Japans F-2-Jets und die von Großbritannien und Italien geflogenen Eurofighter ersetzen. Die wichtigsten Industriegruppen des Programms, insbesondere BAE Systems, Leonardo und Mitsubishi, haben bereits einen Großteil der Arbeiten unter sich aufgeteilt, was einen deutschen Eintritt erschweren könnte. Auch Saab aus Schweden wurde als möglicher Partner für Deutschland genannt.

Beziehungen und Ukraine-Gespräche

Streeting dankte der Bundesregierung für ihre führende Rolle in der NATO und bezeichnete die Freundschaft zwischen beiden Ländern als eine der stärksten, engsten und verlässlichsten Großbritanniens. Pistorius sagte, vielen Menschen sei womöglich nicht bewusst, wie weit sich die deutsch-britische Partnerschaft entwickelt habe, und er wies jeden Zweifel an ihrem Zustand zurück.

„Die deutsch-britischen Beziehungen sind so gut wie nie zuvor.“

Boris Pistorius, Deutscher Verteidigungsminister

Pistorius äußerte sich skeptisch zu einem geplanten Dreiertreffen zwischen den Vereinigten Staaten, Russland und der Ukraine und sagte, Verhandlungen jeglicher Art hätten nichts gebracht außer schwereren Bombardements der Ukraine. Er ergänzte, ein dauerhafter Frieden in Europa sei ohne Europäer am Verhandlungstisch nicht möglich. Streeting entgegnete, es könne keine Entscheidung über die Ukraine ohne die Ukraine geben; Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten werden im November in Abu Dhabi erwartet.

Wie es weitergeht

Pistorius plant Gespräche mit Italien und Japan innerhalb von etwa zwei Wochen nach dem 2. November und erwartet, dass sie Zeitplan und Rollenverteilung klären. Danach werde Deutschland entscheiden, ob es zu den nächsten Stufen übergehe, sagte er. Vor der Presse sagte Pistorius, eine Entscheidung müsse schnell fallen. Streeting sagte, Großbritannien wolle verstehen, welche Anforderungen Deutschland habe, und prüfen, ob es Synergien geben könne.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen