KI & Tech · Berlin, München und Erlangen
Deutsche Start-ups gehören bei Physical AI zur Weltspitze, doch die Bereitschaft hinkt hinterher, zeigen Studien
Eine Strand-Studie für AWS kommt zu dem Ergebnis, dass fast ein Viertel der deutschen Start-ups an Physical AI arbeitet, während eine Ifo-Analyse Lücken bei IT, Verwaltung und Schulen ausmacht.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Süddeutsche Zeitung und Handelsblatt. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Fast ein Viertel der deutschen Start-ups arbeitet an Physical AI, gegenüber rund 20 % in den Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea – so die am 2. November 2026 veröffentlichte Strand-Studie für AWS.
70 % der 4.400 Befragten aus 20 Ländern sagen, potenzielle Kunden verzögerten Bestellungen, und nur 26 % halten ihre Volkswirtschaft für bereit für Physical AI.
Der IKT-Sektor trägt 4,6 % zur Bruttowertschöpfung bei, und 40 % der Achtklässler erreichen nicht Stufe 2 der Computer- und Informationskompetenz, so das Ifo-Institut.
Zur Eröffnung des Digitalgipfels in Berlin am 2. November will Digitalminister Karsten Wildberger die Rechenkapazität bis 2030 verdoppeln und die KI-Rechenkapazität vervierfachen.
- 2.11.Strand-Studie und Ifo-Analyse veröffentlicht, Ifo-Warnung vor Eröffnung des Gipfels
- Eröffnung des Gipfels, 2. NovemberDigitalminister Karsten Wildberger eröffnet den Digitalgipfel in Berlin
- 2. November, nachmittagsBundeskanzler Friedrich Merz soll sprechen und Gespräche mit Wirtschaftsvertretern führen
- 3. NovemberDer Gipfel wird in Berlin mit einem zweiten Gesprächstag fortgesetzt
Deutschland bei Physical AI nahe der Spitze
Eine am Montag, 2. November, veröffentlichte Studie der Marktforschungsfirma Strand für Amazon Web Services (AWS) zählt Deutschland zu den weltweit führenden Entwicklern KI-gesteuerter Roboter. Ihr Bericht mit dem Titel „AI Gets Physical: The Global Startups Readiness Index“ kommt zu dem Ergebnis, dass fast ein Viertel der deutschen Start-ups an Physical AI arbeitet, gegenüber rund 20 % in den Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea. Bei Arbeitskräften und Qualifikationen liegt Deutschland laut den rund 4.400 Befragten aus 20 Ländern sogar an erster Stelle. Deutsche Gründer bewerten ihr eigenes Land am häufigsten als einen der besten Standorte der Welt für diese Technologie. Bei allen fünf Kriterien, die die Studie als entscheidend ansieht – darunter Lieferketten, Kapital, Regulierung und Marktreife –, schneidet das Land überdurchschnittlich ab.
Kunden halten sich zurück
Die Umfrage fand auch einen Wachstumsbremser. Rund 70 % der Befragten gaben an, potenzielle Kunden zögerten mit Bestellungen, was ihre Start-ups ausbremse. Nur 26 % hielten ihre eigene Volkswirtschaft für bereit für Physical AI, wobei der Bericht erwartet, dass sich das mittelfristig ändert. Mehr als drei Viertel erwarten, dass die Technologie in ihrer Branche innerhalb von fünf Jahren Standard sein wird.
Ifo sieht Lücken bei IT, Verwaltung und Schulen
Am Montag, vor Beginn des Digitalgipfels der Regierung, erklärte das Münchner Ifo-Institut, Deutschland fehlten zentrale Voraussetzungen, um das Wachstumspotenzial von KI zu nutzen. Die Analyse beziffert den IKT-Sektor auf 4,6 % der Bruttowertschöpfung, womit Deutschland im unteren Mittelfeld der EU liegt. 2025 importierte Deutschland IKT-Dienstleistungen im Wert von 11 Milliarden US-Dollar mehr, als es exportierte, und Ifo-Forscher Christian Pfaffl sagte, kein anderes EU-Land sei in diesem Bereich stärker von ausländischen Anbietern abhängig. Auch die öffentliche Verwaltung hinkt hinterher: Vorbefüllte Formulare stecken in Deutschland noch im Versuchsstadium, während die Niederlande, Dänemark, Polen und Österreich sie weitgehend eingeführt haben.
In der Bildung liegt Deutschland bei den Kompetenzen über Grundniveau unter dem EU-Durchschnitt, und 40 % der Achtklässler erreichen nicht Stufe 2 der Computer- und Informationskompetenz. Oliver Falck, Leiter des Ifo-Zentrums für Innovationsökonomik und digitale Transformation, verwies auf eine Wissenslücke in den Unternehmen.
„KI-Anwendungen verbreiten sich rasant, aber zu vielen Menschen fehlt das Wissen, sie produktiv zu nutzen.“
Ifo nannte zudem fehlende Fachkräfte als häufigsten Grund, warum Unternehmen geplante KI-Projekte nicht umsetzen.
Digitalgipfel in Berlin eröffnet
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) eröffnete am Montag den Digitalgipfel in Berlin und mahnte mehr Tempo bei KI an. Vor europäischen Partnern, Vertretern der EU-Kommission, Unternehmen und Forschern sagte er, Deutschland sei noch zu langsam, und KI habe sich schneller entwickelt als erwartet. Er forderte klare Fristen und Zuständigkeiten, insbesondere bei Energieinfrastruktur und Investitionen.
„Wir müssen handeln, solange wir noch die Möglichkeit haben zu wählen.“
Zur Sicherheit nannte Wildberger den Cyberraum als größte Gefahr, da Angreifer auch dort KI einsetzen können. Für Systeme, die selbstständig handeln, verlangte er klare Grenzen, menschliche Kontrolle und unabhängige Prüfungen. Deutschland habe ein Institut für KI-Sicherheit eingerichtet, das mit Kanada zusammenarbeiten solle. Zur Infrastruktur verwies er auf Siemens in Erlangen, wo KI und digitale Zwillinge in der Produktion genutzt werden, und auf die KI-Fabrik der Deutschen Telekom in München. Deutschland wolle seine Rechenkapazität bis 2030 verdoppeln und seine KI-Rechenkapazität vervierfachen, und der Staat solle als Ankerkunde für KI-Modelle auftreten. Zur Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten sagte er, Souveränität sei das Konzept der Stunde und bedeute zuallererst, eine Wahl bei den Partnern zu haben.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll am Montagnachmittag auf dem Gipfel sprechen, Gespräche mit Wirtschaftsvertretern führen und mit Wildberger eine Pressekonferenz geben. Beamte, Experten und Tech-Manager aus vielen Ländern treffen sich am Montag und Dienstag, 2. und 3. November, um Chancen, Risiken und Folgen von KI abzuwägen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- N-tvStudie zu physischer KI: KI-Roboter: Deutsche Startups gehören weltweit zur Spitze
- Süddeutsche ZeitungDeutschland ist nicht gut auf KI-Boom vorbereitet
- HandelsblattDigitalgipfel: Digitalminister Wildberger will mehr Tempo bei KI
- N-tvDefizite in vielen Bereichen: Ifo: Deutschland hat schlechte Voraussetzungen für den KI-Boom
- Karsten Wildberger
- Deutscher Digitalminister (CDU), der den Digitalgipfel in Berlin eröffnete und eine schnellere KI-Politik forderte
- Friedrich Merz
- Bundeskanzler (CDU), der am Montagnachmittag auf dem Digitalgipfel sprechen soll
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