Regierung · Berlin und Leipzig

Bundestag debattiert Reform der Nachrichtendienste mit aktiven Cyber-Abwehrbefugnissen für BND und BfV

Der Deutsche Bundestag hat am 24. September 2026 in erster Lesung ein Gesetz debattiert, das dem BND und dem BfV offensive Cyberoperationen gegen ausländische Bedrohungen erlaubt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von tagesschau.de, Berliner Zeitung, N-tv und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin, Leipzig · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Anfang August 2026Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig entdeckt
  2. Mitte August 2026Bundeskabinett billigt Referentenentwurf zur Reform der Nachrichtendienste
  3. 24.09.Bundestag debattiert Reformgesetz in erster Lesung

Offensive Fähigkeiten für den Auslandsnachrichtendienst

Der Deutsche Bundestag hat am 24. September 2026 in erster Lesung einen Gesetzentwurf debattiert, der die operativen Befugnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND) und des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) erweitert. Nach dem vorgeschlagenen Gesetz wandelt sich der BND von einer informationssammelnden Behörde zu einer Einrichtung mit einem Mandat für aktive Cyber-Gegenoperationen. Der Dienst erhält die Befugnis, ausländische Computernetzwerke zu infiltrieren, Server staatlicher Hackergruppen lahmzulegen und IT-Systeme von Drohnenfabriken oder Chemiewaffenanlagen zu stören. Kabinettsmitglieder schlugen zudem vor, Eingriffe in ausländische Lieferketten und die Löschung von Opferdaten während laufender Operationen zu erlauben. Kanzleramtsministerin Nina Warken verteidigte die Wende als notwendige Reaktion auf anhaltende hybride Kriegsführung und Sabotage.

„Deutschland kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass unsere Sicherheit von unseren Partnern garantiert wird.“

Nina Warken, Staatsministerin im Bundeskanzleramt

Zeitplan der Gesetzgebung und Begründung der Regierung

Die Koalitionsregierung aus CDU und SPD billigte den Referentenentwurf Mitte August 2026 im Bundeskabinett. Die Sicherheitsbedenken verschärften sich, nachdem Anfang August 2026 eine mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig entdeckt worden war – ein Vorfall, den die Bundesregierung Russland zuschrieb. Innenminister Alexander Dobrindt erklärte den Abgeordneten, die Reformen stellten eine grundlegende Neuordnung der defensiven Haltung des Landes dar. Der innenpolitische Sprecher der SPD, Sebastian Fiedler, fügte in der Debatte hinzu, die Maßnahme reagiere auf Bedrohungen, die von russischer hybrider Kriegsführung über chinesische Spionage bis hin zu organisiertem Extremismus reichten. Das Gesetz erweitert zudem die automatisierte Datenspeicherung und die Analyse durch künstliche Intelligenz in beiden Sicherheitsbehörden.

„Aus Nachrichtendiensten werden echte Geheimdienste, aus der Informationssammlung über Bedrohungen wird echte Abwehr von Gefahren, Angriffen und Terror.“

Alexander Dobrindt, Bundesminister des Innern

Inlandsüberwachung und Einwände der Opposition

Der Gesetzentwurf verändert auch die Befugnisse des BfV zur Inlandsüberwachung, was Einwände in allen Fraktionen hervorrief. Abgeordnete von AfD und Die Linke warnten davor, dass das Gesetz die Trennung zwischen Nachrichtendiensten und Polizei aufweiche. Der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio behauptete, das Gesetz erlaube heimliche Zutritte zu Privatwohnungen und persönlichen elektronischen Geräten ohne vorherige Ankündigung. Die Linke-Abgeordnete Clara Bünger argumentierte, die Ausweitung der Inlandsüberwachungsbefugnisse verletze die historische Trennung von nachrichtendienstlichen und polizeilichen Funktionen. Die Debatte wurde während eines Wortwechsels zwischen Sebastian Fiedler und AfD-Abgeordneten hitzig, was Bundestagspräsidentin Julia Klöckner dazu veranlasste, einzugreifen und das Plenum nach lauten Zwischenrufen zur Ordnung zu rufen.

Rechtliche Prüfung und Berufsgeheimnis

Die Grünen signalisierten bedingte Unterstützung für die Aufwertung der Auslandsfähigkeiten des BND zur Abwehr russischer Bedrohungen, warnten jedoch, dass die Inlandsüberwachungsmaßnahmen rechtlich anfällig seien. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz warnte, die derzeitigen Bestimmungen riskierten, vom Bundesverfassungsgericht kassiert zu werden, wenn sie ohne wesentliche Änderungen verabschiedet würden. Die Grünen forderten gesetzliche Schutzmaßnahmen für privilegierte Berufe vor digitalem Abhören und nannten explizit Psychotherapeuten, Rechtsanwälte und Ärzte. Darüber hinaus stellten Kritiker Überschneidungen zwischen den Zuständigkeiten von BND, Bundeskriminalamt (BKA) und Cyber-Einheiten der Bundeswehr in Frage, die alle überlappende Mandate zur Deaktivierung feindlicher digitaler Infrastruktur besitzen.

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Organisationen
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