
Deutscher Außenminister Johann Wadephul besucht Kiew, um Winterenergiehilfe und Sicherheitsunterstützung zuzusagen
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul ist im Rahmen eines nicht angekündigten Besuchs in Kiew eingetroffen, kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine. Er versprach Winterenergiehilfe und einen Ausbau der Sicherheitskooperation, nachdem Russland in den vergangenen Tagen seine Raketen- und Drohnenangriffe verstärkt hatte.
Nicht angekündigte Ankunft in Kiew
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul traf am Samstag mit einem Sonderzug in Kiew zu einem nicht angekündigten Solidaritätsbesuch ein. Es ist Wadephuls vierter Besuch in der Ukraine seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten. Der Besuch findet am Vorabend des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine am Montag statt, der an die Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahr 1991 erinnert. Wadephul bekräftigte bei seiner Ankunft die Unterstützung Berlins für Kiew und erklärte, dass Deutschland mehr in militärische und finanzielle Hilfe für die Ukraine investiere als jedes andere Land in Europa.
Wir stehen zur Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diesen militärischen Konflikt gewinnen.
Winterenergiehilfe und Verteidigungsbedarf
Die Gespräche mit der ukrainischen Führung konzentrieren sich auf Verteidigungsunterstützung, Energie-Resilienz und eine vertiefte Sicherheitskooperation. Das deutsche Außenministerium bestätigte, dass die Hilfe auf die Wintervorbereitungen abzielen wird, darunter Lieferungen von Generatoren, Ersatzteilen und Energietechnik zum Schutz kritischer Netze. Wadephul stellte fest, dass Moskau darauf abziele, die Lebensbedingungen in der Ukraine zu zerstören und die Widerstandsfähigkeit der Zivilbevölkerung vor dem Winter zu brechen. Den ukrainischen Streitkräften fehlt es an Abwehrsystemen gegen ballistische Raketen, was Logistik- und Energieanlagen rund um Kiew verwundbar macht. Die bilaterale Agenda umfasst auch den Ausbau der Zusammenarbeit bei militärischen Fähigkeiten und Gegenmaßnahmen gegen hybride Bedrohungen.
- Russische Angriffe auf Kiew treffen einen Wohnblock und töten zwischen 15 und 17 Menschen.
- Russische Drohnenangriffe treffen ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih und Ziele in Mykolajiw.
- Der deutsche Außenminister Johann Wadephul trifft in Kiew ein, nach nächtlichen Angriffen auf die Hauptstadt.
- Die Ukraine begeht den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion.
Frontsituation und jüngste Angriffe
Der Besuch findet vor dem Hintergrund einer aktiven 1.200 Kilometer langen Frontlinie statt, an der die Bodenbewegungen viereinhalb Jahre nach Kriegsbeginn begrenzt geblieben sind. Beide Seiten haben ihre Angriffe auf rückwärtige Gebiete ausgeweitet, wobei ukrainische Drohnen russische Treibstofflager, Lagerhäuser und Waffenfabriken angreifen. Die russischen Luftangriffe auf ukrainische Städte haben sich im gleichen Zeitraum verstärkt. Stunden vor Wadephuls Ankunft am Samstag entzündeten Explosionen in Kiew um 1:00 Uhr morgens einen Lagerhausbrand im Bezirk Darnyzkyj, bei dem eine Person getötet und weitere verletzt wurden. Am Donnerstag trafen russische ballistische Raketen, Marschflugkörper und Hyperschallwaffen einen Wohnblock in Kiew und töteten zwischen 15 und 17 Menschen.
Tödliche Angriffe auf regionale Zentren
Russische Angriffe auf regionale Städte haben in den Tagen vor dem Nationalfeiertag schwere zivile Opfer gefordert. In Krywyj Rih tötete ein zweiwelliger russischer Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum am Freitag zwischen 14 und 16 Menschen und verletzte mindestens 130, darunter 29 Schwerverletzte, fünf davon Kinder. Die zweite Welle traf Einsatzkräfte, die auf das brennende Gebäude reagierten, was Präsident Volodymyr Zelenskyy veranlasste, den Angriff als zynischen Terrorakt zu verurteilen. Ein weiterer russischer Angriff am Freitagabend in der Region Mykolajiw tötete mindestens vier Menschen, darunter drei Kinder.
Einschätzung der russischen Führung
Wadephul verurteilte die Bombardierungen und erklärte, dass der Juli und August die tödlichsten Sommermonate für ukrainische Zivilisten seit mehr als vier Jahren gewesen seien, wobei Russland mehr Raketen abgefeuert habe als je zuvor. Da die diplomatischen Verhandlungen feststeckten, argumentierte Wadephul, dass eine anhaltende internationale Unterstützung notwendig sei, um Moskau durch den Nachweis, dass die Fortsetzung des Krieges zum wirtschaftlichen Ruin führt, zum Frieden zu drängen. Er verwies auf die innenpolitischen Bedingungen und die Staatspropaganda, als er die allgemeinen Aussichten für die russische Führung erörterte.
Die zunehmend verwirrte Propaganda und die zunehmend totalitäre innere Unterdrückung sind auch ein Zeichen für die Schwäche des Regimes. Der einzige Ausweg ist der Frieden – dass Putin dies endlich akzeptiert und endlich aufhört, die Jugend seines eigenen Landes zu Tausenden in den Tod zu schicken, ist das Ziel all unserer Maßnahmen.


