
Russischer Drohnen-Doppelschlag trifft Einkaufszentrum in Krywyj Rih: mindestens 14 Tote und über 100 Verletzte
Zwei russische Drohnenangriffe trafen am Freitagnachmittag den größten Einkaufskomplex in Krywyj Rih, wobei mindestens 14 Menschen getötet und mehr als 100 weitere während der Rettungsarbeiten verletzt wurden.
Zweiwelliger Drohnenangriff trifft Einkaufskomplex
Am Freitagnachmittag führten russische Streitkräfte einen zweiwellige Drohnenangriff gegen den größten kommerziellen Einkaufskomplex in Krywyj Rih, 350 Kilometer südöstlich von Kiew gelegen. Der erste Drohnenangriff riss durch das Gebäude und entfachte Brände in mehreren Einzelhandelsgeschäften, die dicken Rauch durch die Anlage schickten. Etwa 30 Minuten nach dem ersten Einschlag stürzte eine zweite Drohne in die beschädigte Struktur, während Rettungskräfte und Ersthelfer aktiv verwundete Zivilisten evakuierten und den Brand bekämpften. Oleksandr Wilkul, Leiter des Verteidigungsrates von Krywyj Rih, erklärte, dass der zweite Angriff eine Drohne vom Typ Shahed betraf, die in extrem niedriger Höhe operierte. Videoaufnahmen dokumentierten eine Drohne, die in das Dach des Gebäudes eintauchte, während bereits Rauchschwaden in den Himmel aufstiegen.
Opferzahlen steigen während der Rettungsarbeiten
Die Opferzahlen stiegen rapide an, während Rettungskräfte durch die brennenden Trümmer arbeiteten. Frühe Berichte deuteten auf fünf bis sechs Tote hin, aber der regionale Militärverwalter von Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanzha, bestätigte am Freitagabend, dass mindestens 14 Menschen gestorben waren. Die Zahl der Verwundeten stieg von anfänglich 52 auf mindestens 103 Personen. Unter den Verletzten befanden sich sechs Kinder, wobei lokale Behörden bestätigten, dass 21 Menschen in ernstem Zustand waren, darunter ein Kind. Rettungskräfte räumten bis in die Nacht hinein Schutt, während Stadtbeamte warnten, dass die endgültige Zahl im Zuge der Sucharbeiten weiter steigen könnte.
- Erste Drohne trifft den Einkaufskomplex und entfacht Brände in mehreren Geschäften
- Zweite Drohne trifft das Gebäude, während Rettungskräfte im Einsatz sind
- Regionale Behörden bestätigen 14 Tote und mindestens 103 Verletzte während der Rettungsarbeiten
Offizielle Reaktionen und Terrorismusvorwürfe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der in Krywyj Rih geboren und aufgewachsen ist, verurteilte den Doppelschlag auf seine Heimatstadt als bewussten Versuch, Rettungskräfte zu töten.
Angriffe wie diese sind nichts weniger als terroristische Akte.
Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez erklärte, der Angriff habe am helllichten Tag gegen normale Bürger stattgefunden, die Besorgungen erledigten, einkauften und arbeiteten.
Das russische Militär beweist einmal mehr, dass Zivilisten für es in diesem Krieg gegen die Ukraine ein bewusstes Ziel sind.
Selenskyj appellierte an die internationale Gemeinschaft, konkreten Druck auf Moskau auszuüben, und argumentierte, dass echte Rechenschaftspflicht notwendig sei, um Frieden zu sichern.
Intensivierte Luftkampagne über ukrainischen Städten
Der Angriff auf Krywyj Rih erfolgte 24 Stunden, nachdem ein nächtlicher Raketen- und Drohnenhagel die Hauptstadt Kiew getroffen hatte, bei dem mindestens 16 Zivilisten getötet wurden. Russische Streitkräfte haben ihre ballistischen Raketenangriffe in den letzten Monaten intensiviert und dabei die chronische Knappheit der Ukraine an Patriot-Luftabwehrraketen ausgenutzt. Erst zwei Wochen zuvor tötete ein Luftangriff auf Kiew und die umliegende Region 17 Menschen, nachdem ein weiterer Angriff zwei Tage zuvor neun Todesopfer gefordert hatte. Nach Angaben der Vereinten Nationen gab es in Kiew im Juli 2026 mindestens 54 zivile Todesfälle und 202 Verletzte. Krywyj Rih selbst wurde nur wenige Tage vor dem Angriff am Freitag getroffen, bei dem zwei Zivilisten getötet und fast ein Dutzend verletzt wurden, was zu früheren Verlusten wie einem Angriff im April 2025 hinzukam, bei dem 20 Menschen, darunter neun Kinder, getötet wurden. Als Reaktion auf die sich verschärfende Luftkampagne haben ukrainische Streitkräfte ihre jüngsten Gegenangriffe auf die russische Ölinfrastruktur und Nachschublinien konzentriert.
- Getötet
- 54 Personen
- Verletzt
- 202 Personen


