Wirtschaft · Luxemburg und Prag

Tschechischer Waffenmilliardär Michal Strnad bietet 30 Milliarden Euro für Del-Vecchio-Holding Delfin

Das Angebot, dargelegt in einem Schreiben vom 20. Oktober, bewertet die Holding mit einem Abschlag von 30 Prozent auf ihren Nettoinventarwert. Delfin wollte sich nicht äußern, Leonardo Maria Del Vecchio erklärt, die Beteiligungen der Familie müssten stabil bleiben.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Bloomberg Business, il Giornale.it, ANSA.it und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Prag · Luxemburg, Tschechien
Wie es dazu kam
  1. 20.10.Strnads fünfseitiges Schreiben an Delfin-Chef Romolo Bardin ist datiert und sieht den Kauf des gesamten Kapitals vor
  2. 29.10.Das Angebot wird durch Berichte öffentlich; Delfin äußert sich nicht

Das Angebot für die Holding

Michal Strnad, ein 34-jähriger tschechischer Finanzier und Chef der Rüstungsgruppe Czechoslovak Group (CSG), hat angeboten, das gesamte Kapital von Delfin zu kaufen, der Luxemburger Holding der Del-Vecchio-Erben. Ein fünfseitiges Schreiben vom 20. Oktober, adressiert an Vorstandschef Romolo Bardin, beziffert den Wert auf rund 30 Milliarden Euro (33,5 Milliarden Dollar), also den Nettoinventarwert der Holding abzüglich eines Abschlags von 30 Prozent. Bloomberg berichtete über das Schreiben, nachdem die Nachrichtenagentur es eingesehen hatte; öffentlich wurde das Angebot am 29. Oktober. Bardin hatte den Vorschlag in den Tagen zuvor erhalten.

Strnads Schreiben zufolge würde er auch 62,5 Prozent des Kapitals akzeptieren, wenn dies ausreichte, um die Kontrolle zu sichern. Das Angebot gilt 30 Tage und soll durch liquide Mittel, Bankkredite und Finanzpartner gedeckt sein. Einzige bindende Bedingung ist eine Änderung der Satzung von Delfin, die die Klausel streicht, wonach der Anteilsbesitz auf die Del-Vecchio-Erben beschränkt ist; eine solche Satzungsänderung erfordert die Zustimmung von 88 Prozent des Kapitals.

Das Schreiben befasst sich auch mit einem möglichen Aktienrückkauf. Strnad schreibt, ein Erwerb von bis zu 25 Prozent des Kapitals durch den Verwaltungsrat von anderen Erben sei mit seinem Gebot vereinbar, und er sei bereit, über eine Kombination der beiden Transaktionen zu sprechen, da beide denselben Zielen dienten.

Delfins Beteiligungen und ihre Aktionäre

Delfin hält eine Mehrheitsbeteiligung an EssilorLuxottica, dem Brillenkonzern, der das Herzstück des Familienvermögens bildet. Über die Holding hält die Familie auch Anteile an italienischen Finanzgruppen, darunter 17 Prozent an Mps, 10 Prozent an Generali und 2,7 Prozent an Unicredit. Leonardo Maria Del Vecchio hält 12,5 Prozent an Delfin, und das Unternehmen hat acht Aktionäre. Eine Annahme des Angebots würde Einstimmigkeit unter ihnen erfordern, und die Aktionäre gelten als in praktisch allen Fragen zerstritten.

Delfins Beteiligungen an italienischen Finanzgruppen%
Mps
17 %
Generali
10 %
Unicredit
2.7 %

Daten aus dem Artikeltext

Strnads Schreiben nennt die EssilorLuxottica-Beteiligung Delfins, die Covivio-Beteiligung und die Positionen bei Generali, Unicredit und perspektivisch Intesa Sanpaolo als Gründe, warum die Holding zu seiner Strategie passt. Strnad ist in Italien als Chef von CSG und als Aktionär von Pirelli über die Beteiligungsgesellschaft Lumina Crown bekannt. Der geschätzte Umsatz von CSG liegt für 2026 bei 7,6 Milliarden Euro.

Die Reaktion der Familie

Leonardo Maria Del Vecchio, der viertgeborene Sohn des Gründers, reagierte in einer am 29. Oktober veröffentlichten Mitteilung. Er stellte die Angelegenheit als Frage des nationalen Interesses dar.

„Das Lebenswerk meines Vaters muss ein Erbe Italiens bleiben.“

Leonardo Maria Del Vecchio, Sohn des Luxottica-Gründers Leonardo Del Vecchio

Er nannte EssilorLuxottica den einzigen wahren italienischen Weltmarktführer und sagte, die Beteiligungen des Konzerns an Banken und Versicherern müssten stabil und transparent bleiben. Zudem verlangte er, dass Herkunft und Struktur der Mittel hinter einer Transaktion dieser Größenordnung klar, überprüfbar und Gegenstand einer Prüfung durch die zuständigen Behörden sein müssten.

„Das kann nicht wie irgendein beliebiger Vermögenswert behandelt werden.“

Leonardo Maria Del Vecchio, Sohn des Luxottica-Gründers Leonardo Del Vecchio

Er fügte hinzu, er werde die Sache weiter verfolgen und die Unterstützung anderer Aktionäre suchen.

„Ich werde das weiter tun, gemeinsam mit den Delfin-Aktionären, die mir folgen wollen, mit Respekt vor allen und mit derselben Entschlossenheit wie immer.“

Leonardo Maria Del Vecchio, Sohn des Luxottica-Gründers Leonardo Del Vecchio

Delfins Schweigen und die nächsten Schritte

Delfin wollte sich nicht äußern, und die Quellen berichten von keiner Entscheidung über das Angebot. Strnads Vorschlag bleibt 30 Tage offen, und eine Annahme würde Einstimmigkeit unter den acht Aktionären erfordern. Die Quellen sagen nicht, wann der Verwaltungsrat auf das Angebot antworten wird.

Die derzeit bekannten Daten reichen vom Schreiben vom 20. Oktober bis zur öffentlichen Berichterstattung am 29. Oktober.

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