
Amsterdams Nationaldenkmal zweimal an einem Morgen mit Graffiti und Lippenstift beschmiert, zwei Männer festgenommen
Ein 27-Jähriger aus Hoofddorp und ein 39-jähriger polnischer Staatsbürger wurden am frühen Sonntagmorgen am Tatort auf dem Dam-Platz festgenommen, nachdem sie innerhalb weniger Minuten zwei separate Vandalismusakte begangen hatten.
Was geschah
Gegen 05:15 Uhr am Sonntagmorgen entdeckte eine Polizeistreife auf dem Dam-Platz in Amsterdam einen Mann, der Graffiti auf das Nationaldenkmal sprühte. Der 27-Jährige aus Hoofddorp wurde noch am Tatort festgenommen. Während die Beamten noch vor Ort waren, begann ein zweiter Mann, mit Lippenstift auf die Rückseite des Denkmals zu schreiben. Auch der 39-jährige polnische Staatsbürger wurde festgenommen. Beide Männer befinden sich laut einer Polizeisprecherin in Gewahrsam und werden verhört. Das Denkmal wurde mit Polizeiband abgesperrt, während Reinigungskräfte damit beschäftigt sind, die Graffiti zu entfernen.
Die Graffiti umfassten die Sätze „Stop the human traffic“ und „Wake up!“ in blauer Farbe sowie einen Totenkopf. Es wurde auch gelbe Farbe verwendet. Der Hintergrund oder das Motiv der Aktion ist noch nicht bekannt. Die Polizei hat nicht mitgeteilt, ob sich die beiden Verdächtigen kennen.
Jüngste Geschichte der Schmierereien
Das Nationaldenkmal ist wiederholt Ziel von Vandalismus gewesen. In der Nacht vor der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am 4. Mai dieses Jahres wurde das Denkmal mit roten Graffiti mit der Aufschrift „Genozid“ beschmiert. Die Farbe wurde vor der Gedenkveranstaltung entfernt. Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema nannte die Tat „eine unglaublich feige Tat“.
Im August 2025 wurde das Denkmal während einer propalästinensischen Demonstration mit Farbe besprüht. Auch der Königliche Palast auf dem Dam-Platz wurde im vergangenen Oktober mit dem Slogan „Fuck Israel“ beschmiert. Die Anne-Frank-Statue am Merwedeplein wurde 2024 zweimal Ziel von Vandalismus.
Justizielle Reaktion
Vor drei Wochen entschied ein Gericht über die Schmiererei vom August 2025. Der 25-jährige Verdächtige Costas V. wurde für schuldig befunden, erhielt jedoch keine Strafe. Er wurde zur Zahlung der Reinigungskosten verurteilt. Der Richter bezeichnete die Tat als „sozial inakzeptabel und unverhältnismäßig“ und fügte hinzu, dass der politische Charakter des Textes keinen Unterschied mache. „Das Denkmal ist nicht dafür gedacht“, sagte der Richter.


