Wirtschaft · Frankfurt und Mailand

Commerzbank steigert Rendite im dritten Quartal, während UniCredit die Kontrolle übernimmt

Die Commerzbank hat im dritten Quartal eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von 11,9 Prozent erzielt und liegt damit vor der Deutschen Bank mit 10,6 Prozent, während UniCredit auf die Kontrolle über das Frankfurter Institut zusteuert.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Handelsblatt, Bloomberg Business, N-tv und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Frankfurt, Mailand · Deutschland, Italien

Quartalszahlen vor der Übernahme

Die Commerzbank hat am Donnerstag, 5. November 2026, ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt – in einem ihrer letzten Quartalsberichte als eigenständiges Institut. Die Frankfurter Bank erreichte in dem Quartal eine Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) von 11,9 Prozent, eine Kennzahl, die als zentrale Messgröße für die Profitabilität einer Bank gilt, und lag damit vor der Deutschen Bank, die im gleichen Zeitraum 10,6 Prozent auswies. Der Nettogewinn stieg um 45 Prozent und lag leicht über den Schätzungen der Analysten. Die Erträge kletterten um 8,9 Prozent, der Zinsüberschuss um 3,5 Prozent. Ein Jahr zuvor war der Überschuss im dritten Quartal wegen einer höheren Steuerlast auf 591 Millionen Euro gefallen, während Analysten diesmal im Schnitt 864 Millionen Euro erwartet hatten.

Eigenkapitalrendite, Q3 2026, Commerzbank gegenüber Deutscher Bank%
Commerzbank
11.9 %
Deutsche Bank
10.6 %

Daten aus dem Artikeltext

Prognose und Druck auf die Einlagen

Für das Gesamtjahr bestätigte die Bank ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro und Erträge von rund 13,2 Milliarden Euro. Allerdings senkte sie ihre Prognose für den Zinsüberschuss von 8,6 Milliarden auf 8,5 Milliarden Euro und verwies auf den härteren Wettbewerb um Einlagen. Banken in Deutschland werben seit Beginn des Jahres 2026 mit einer selten erlebten Intensität um Kundeneinlagen. Die Kunden profitieren, weil sie höhere Zinsen erhalten, während die Banken steigende Zinsaufwendungen tragen oder erleben, dass Kunden ihr Geld zur Konkurrenz verschieben. Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte die Bank einen Rekordwert von 1,8 Milliarden Euro.

Commerzbank-Nettogewinn Q3: berichteter Wert 2025 gegenüber Analystendurchschnitt 2026Mio. Euro
Q3 2025 (berichtet)
591 Mio. Euro
Q3 2026 (Durchschnitt der Analystenschätzungen)
864 Mio. Euro

Daten aus dem Artikeltext

Vorstandschefin Bettina Orlopp zeigte sich mit dem Quartal weitgehend zufrieden. Sie sagte:

„Die starke Geschäftsentwicklung zeigt, welches Potenzial in der Commerzbank steckt.“

Bettina Orlopp

UniCredits Weg zur Kontrolle

UniCredit ist 2024 bei der Commerzbank eingestiegen und hält derzeit knapp 30 Prozent. Sobald das im Sommer 2026 abgeschlossene Übernahmeangebot umgesetzt ist, soll der Anteil auf knapp 50 Prozent steigen, was bis zum Jahresende geschehen könnte. Die Europäische Zentralbank hat die Übernahme im Oktober genehmigt, die übrigen behördlichen Genehmigungen werden in den kommenden Wochen erwartet. Orlopp hat sich fast zwei Jahre lang gegen eine Übernahme gewehrt und Mitte Oktober in einem Podcast gesagt, die beiden Banken sollten gemeinsam überlegen, wie der richtige Weg nach vorn aussehe. Sie ergänzte:

„Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit UniCredit Wert schaffen können, indem wir die Stärken beider Banken konsequent nutzen.“

Bettina Orlopp

Was UniCredit als Nächstes plant

Finanzkreisen zufolge will UniCredit-Chef Andrea Orcel die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Commerzbank ersetzen und danach Orlopp selbst. Seine Strategie mit dem Namen „unlocked“ sieht vor, 7.000 Vollzeitstellen in Deutschland zu streichen und das Auslandsnetz der Bank deutlich auszudünnen. Orlopp lehnt diese Pläne ab, weil sie davon überzeugt ist, dass sie Wert vernichten würden, und Orcel zeigt keine Anzeichen eines Rückzugs. Nach einer grundlegenden Restrukturierung will Orcel die Commerzbank in zwei bis drei Jahren mit der UniCredit-Tochter HVB fusionieren. Spekuliert wird über eine außerordentliche Hauptversammlung Ende Januar oder Anfang Februar 2027. Viele Investoren haben sich bereits abgewandt, weil sie glauben, dass sich die Perspektive für die verbleibenden Minderheitsaktionäre verdüstert hat.

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