
Sachsen-Anhalts CDU verspricht Pharma-Standort und mehr Polizei, schließt AfD-Koalition aus
Drei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben die CDU-Delegierten einstimmig ein Programm mit Schwerpunkten auf Wirtschaft, innere Sicherheit und Bildung verabschiedet. Ein Foto eines CDU- und eines AfD-Politikers an einem gemeinsamen Mikrofon überschattet den Parteitag.
Wahlversprechen: Wirtschaft, Sicherheit, Bildung
Die Delegierten eines CDU-Parteitags in Dessau-Roßlau haben das Wahlprogramm für die Landtagswahl am 6. September einstimmig verabschiedet. Ministerpräsident Sven Schulze sagte, er wolle Sachsen-Anhalt zu einem der führenden Pharma-Standorte Europas machen, und kündigte für nächste Woche einen Pharma-Gipfel in der Staatskanzlei an. Schulze bezeichnete die Wirtschaft als „Chefsache“ und verwies auf Krisengespräche mit Automobilzulieferern als Teil seiner Aufgabe, das zu bewahren, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde.
Das Programm sieht auch Praxislern-Tage vor, um Schulen mit Unternehmen zu vernetzen, mehr Wirtschaftsunterricht an Gymnasien und strengere Migrationsregeln. Eine Verwaltungsreform soll das Land schlanker machen.
Wir müssen schlanker, effektiver, schneller werden.
Die Landespolizei soll auf über 8.000 Personalstellen aufgestockt werden.
Foto schürt Koalitionsdebatte
Ein Foto, das Anfang der Woche bei einer Podiumsdiskussion in Halberstadt aufgenommen wurde, sorgte in den sozialen Medien für Aufsehen und überschattete den Parteitag. Es zeigt den CDU-Fraktionsvorsitzenden Guido Heuer, der sich auf die Schulter des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund stützt, wobei beide Politiker ihre Hände am selben Mikrofon haben. Das Bild wurde zuerst von der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung veröffentlicht und später auf X vom Berliner Journalisten Robin Alexander geteilt.
Heuer wies jede Andeutung von Nähe zurück.
Das war Konfrontation, keine Verbrüderung.
Er erklärte, es habe nur zwei Mikrofone für mehrere Diskussionsteilnehmer gegeben und er habe in Siegmunds Mikrofon gegriffen, weil Siegmund „die Unwahrheit“ gesagt habe.
Schulze zieht eine rote Linie
Ministerpräsident Schulze mahnte, das Bild nicht überzubewerten.
Man sollte das Foto nicht überbewerten.
Er bekräftigte seine langjährige Weigerung, mit der AfD oder der Linken zusammenzuarbeiten.
In meiner Regierung wird es keinen Minister von der Linken und keinen Minister von der AfD geben.
Siegmund, der eine alleinige AfD-Regierung anstrebt, postete auf X:
Wir können unser Land nicht mit denen retten, die es in diese Situation gebracht haben.
Umfragen sehen die AfD derzeit deutlich vor der CDU. Schulze räumte ein, dass die Zahlen nicht da seien, wo seine Partei sie gerne hätte, betonte aber, dass die Wähler ihn dennoch als Ministerpräsidenten wollten. „Und dafür kämpfen wir.“
Weg zur Wahlurne
Schulze sagte, er werde sich nicht auf ein Wettrennen des Schlechtredens einlassen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Wähler bis zum 6. September ein klares Bild davon hätten, wer nur eine Show abziehe.
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