Sicherheit · Castel d'Azzano, Verona und Villafranca di Verona
Drei Carabinieri-Kommandeure nach tödlichem Räumungseinsatz in Castel d'Azzano bei Verona ermitteln
Die Staatsanwaltschaft Verona hat ein Ermittlungsverfahren gegen drei hochrangige Carabinieri-Offiziere eröffnet, nachdem bei dem Einsatz am 14. Oktober 2025 drei Carabinieri ums Leben gekommen waren. Die Disziplinarverhandlung in Venedig fand am Freitag, dem 30. Oktober, statt, während der Strafprozess gegen die Geschwister Ramponi bereits am 26. Oktober begonnen hatte.
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Kurz gefasst
Die Staatsanwaltschaft Verona ermittelt gegen Claudio Papagno, Antonio Sframeli und Vincenzo Spataro wegen fahrlässiger Tötung im Zusammenhang mit dem Einsatz am 14. Oktober 2025 in Castel d'Azzano.
Disziplinarunterlagen, die von Corriere del Veneto zitiert werden, besagen, dass die Beamten am 14. Oktober 2025 um 3.02 Uhr Gasgeruch wahrnahmen – elf Minuten vor der Explosion, bei der drei Carabinieri starben.
Der Prozess gegen Franco, Dino und Maria Luisa Ramponi begann am Montag, dem 26. Oktober, am Corte d'Assise in Verona; das Gericht lehnte einen Antrag der Verteidigung von Franco und Dino auf ein psychiatrisches Gutachten ab.
- 26.10.Prozess gegen die Geschwister Ramponi beginnt am Corte d'Assise in Verona
- 30.10.Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Verona gegen drei Kommandeure bekannt; Disziplinaranhörung in Venedig
- 18.11.Zweite Disziplinaranhörung angesetzt
Drei Kommandeure unter Ermittlung
Die Staatsanwaltschaft in Verona hat ein Ermittlungsverfahren gegen drei hochrangige Carabinieri-Offiziere wegen der Räumungsaktion auf dem Bauernhof der Brüder Ramponi in Castel d'Azzano bei Verona eröffnet. Verdächtigt werden Hauptmann Vincenzo Spataro, Kommandeur der Kompanie Villafranca, Oberstleutnant Antonio Sframeli, der damals die operative Einheit in Verona leitete, sowie Oberst Claudio Papagno, Provinzkommandeur der Carabinieri in Verona. Ihnen wird fahrlässige Tötung mit mehreren Todesopfern vorgeworfen – ein Verdacht, der sich auf die Organisation und Durchführung des Einsatzes bezieht und nicht allein auf die Explosion. Ihr Anwalt Gianfranco Ceoletta erklärte gegenüber Fanpage.it, er werde sich nicht gegenüber der Presse äußern. Bekannt wurde die Entwicklung am Freitag, dem 30. Oktober, bei der ersten Anhörung eines Disziplinarverfahrens, das die Generalstaatsanwaltschaft Venedig gegen dieselben drei Offiziere eingeleitet hatte.
Der Einsatz und die Explosion
Am 14. Oktober 2025 begaben sich Carabinieri zu dem Bauernhof, um ihn zu durchsuchen und eine vom Gericht Verona in einem Vollstreckungsverfahren angeordnete Räumung durchzuführen. Nach Angaben der Ermittler war das Gebäude mit Gas gefüllt und enthielt Gasflaschen sowie Molotowcocktails, teils im Inneren, teils auf dem Dach. Die Geschwister Ramponi – Franco (66), Dino (64) und Maria Luisa (60) – hatten bereits bei früheren Gelegenheiten versucht, die Räumung zu verhindern, indem sie sich auf dem Dach verschanzten und drohten, das Gebäude in die Luft zu sprengen. Disziplinarunterlagen, die von Corriere del Veneto zitiert werden, besagen, dass die Beamten um 3.02 Uhr morgens Gasgeruch wahrnahmen, elf Minuten vor der Explosion, und dass die Staatsanwaltschaft Venedig der Auffassung ist, der Einsatz hätte in diesem Moment abgebrochen werden müssen. Il Messaggero berichtet unter Berufung auf die Ermittlungen, Maria Luisa Ramponi habe die Explosion ausgelöst, indem sie ein Feuerzeug auf einen mit Benzin übergossenen Boden warf.
Die Opfer
Bei der Explosion starben drei Carabinieri: Marco Piffari (56), Valerio Daprà (56) und Davide Bernardello (36). Weitere 25 Menschen, Angehörige der Einsatzkräfte und Feuerwehrleute, wurden bei der Untersuchung des Geländes verletzt. Auch Maria Luisa Ramponi wurde verletzt und trug bei der ersten Anhörung laut Il Messaggero noch Handschuhe wegen ihrer Verbrennungen. Die Angehörigen von Piffari reichten die Beschwerde ein, die zu dem Disziplinarverfahren führte; sie werfen den Verantwortlichen Fahrlässigkeit beim Ablauf der Räumung und bei der Sicherung des Geländes vor.
- Getötete Carabinieri
- 3
- Verletzte Einsatzkräfte
- 25
Daten aus dem Artikeltext
Der Prozess gegen die Ramponis
Der Prozess gegen die drei Geschwister begann am Montag, dem 26. Oktober, am Corte d'Assise in Verona, wo ihnen Strage (Massenmord), Besitz von Sprengstoff und Widerstand gegen einen Amtsträger zur Last gelegt werden. Erstmals saßen alle drei im selben Gerichtssaal; sie waren aus drei verschiedenen Gefängnissen vorgeführt worden und nahmen neben ihren Anwälten Platz. Keiner von ihnen stimmte einer Filmaufnahme zu, obwohl Kameras zugelassen waren. Das Gericht lehnte einen Antrag der Verteidigung von Franco und Dino Ramponi auf ein psychiatrisches Gutachten ab, nachdem die Richterin der Vorverhandlung, Beatrice Marini, ihn bereits zurückgewiesen hatte. Der Vorsitzende Richter Raffaele Ferraro schrieb in der Anordnung:
„In diesem vorläufigen Stadium, bevor der Sachverhalt festgestellt und Zeugen sowie Sachverständige angehört worden sind, liegen nicht ausreichende Anhaltspunkte vor“
Er ordnete das Gutachten daher nicht an, hielt aber eine weitere Bewertung nach der Beweisaufnahme für möglich.
Disziplinarverfahren und nächste Schritte
In der Verhandlung in Venedig beantragte Ceoletta, das Disziplinarverfahren auszusetzen, solange das Strafverfahren in Verona anhängig ist. Die Generalstaatsanwaltschaft, vertreten durch Paola Tonini und Nicola Proto, widersetzte sich dem Antrag mit dem Argument, die beiden Verfahren seien unabhängig voneinander und liefen parallel. Die Verteidigung reichte eine Denkschrift mit mehreren Anlagen ein, und die Staatsanwaltschaft erbat Zeit für deren Prüfung. Die zweite Anhörung ist laut Il Giornale für den 18. November angesetzt; die Zeitung berichtet zudem, dass die drei Offiziere im Verfahren in Verona nicht mehr als Zeugen gehört werden können. Zahlreiche Zeugen aus den von Staatsanwältin Elvira Vitulli, den Nebenklägern und der Verteidigung eingereichten Listen sollen gehört werden, um die Nacht der Explosion zu rekonstruieren.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- FanpageMassaker von Castel D'Azzano, drei Carabinieri-Kommandeure wegen fahrlässiger Tötung mehrerer Personen untersuchtStrage di Castel D'Azzano, tre comandanti dei carabinieri indagati per omicidio colposo plurimo · Original auf Italienisch
- il Giornale.itCarabinieri-Massaker von Castel d'Azzano, für den Einsatz verantwortliche Offiziere untersuchtStrage dei carabinieri di Castel d'Azzano, indagati gli ufficiali responsabili dell'operazione · Original auf Italienisch
- OpenCarabinieri-Massaker von Castel d'Azzano, warum drei lokale Kommandeure untersucht werden: Zweifel am Einsatz und dem GasleckStrage dei carabinieri di Castel d'Azzano, perché sono indagati indagati tre comandanti locali: i dubbi sul blitz e la fuga di gas · Original auf Italienisch
- Il Fatto QuotidianoMassaker von Castel d'Azzano: drei Kommandeure wegen fahrlässiger Tötung untersuchtStrage di Castel d'Azzano: tre comandanti indagati per omicidio colposo | Il Fatto Quotidiano.it · Original auf Italienisch
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