Diplomatie · Brasília

Lula gewinnt Stichwahl in Brasilien mit 51,79 %; Flávio Bolsonaro will Annullierung wegen verlängerter Wahlzeit

Luiz Inácio Lula da Silva ist am Sonntag, 25. Oktober, erneut zum Präsidenten Brasiliens gewählt worden und erhielt 51,79 % der gültigen Stimmen. Sein Rivale Flávio Bolsonaro erkennt das Ergebnis nicht an und kündigt an, vor Gericht die Annullierung der Wahl zu beantragen. Er verweist auf eine zweistündige Verlängerung der Wahlzeit, die nur in einigen Regionen galt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Notícias ao Minuto, SAPO, TSF Rádio Notícias und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Foto: Agência Senado from Brasilia, Brazil, CC BY 2.0 (Wikimedia Commons, Ausschnitt)
Wie es dazu kam
  1. 4.10.Erster Wahlgang, gewonnen von Flávio Bolsonaro
  2. 25.10.Stichwahl; Lula gewinnt mit 51,79 % der gültigen Stimmen
  3. 25.10.Richter Cristiano Zanin verlängert die Wahlzeit in noch geöffneten Wahllokalen um zwei Stunden
  4. 26.10.Flávio Bolsonaro kündigt an, die Annullierung zu beantragen; Staats- und Regierungschefs gratulieren Lula

Ergebnis der Stichwahl

Luiz Inácio Lula da Silva hat am Sonntag, 25. Oktober, die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien mit 51,79 % der gültigen Stimmen gewonnen. Sein Rivale Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei (PL) kam auf 48,2 %, also knapp unter 60 Millionen Stimmen. Lula soll mehr als 64 Millionen Stimmen erhalten haben, so viele wie kein brasilianischer Präsidentschaftskandidat zuvor, und wird im Alter von 80 Jahren seine vierte Amtszeit beginnen. Flávio Bolsonaro hatte den ersten Wahlgang am 4. Oktober gewonnen, womit er der erste Kandidat ist, der diesen Wahlgang für sich entschied und dann die Stichwahl verlor. Die Enthaltungsquote war die niedrigste seit 20 Jahren.

Stimmenanteile in der Stichwahl, 25. Oktober 2026% der gültigen Stimmen
Luiz Inácio Lula da Silva
51.79 % der gültigen Stimmen
Flávio Bolsonaro
48.2 % der gültigen Stimmen

Daten aus dem Artikeltext

Verlängerte Wahlzeit

Am Nachmittag des 25. Oktober verlängerte der Oberste Bundesgerichtshof (STF) die Wahlzeit in den noch geöffneten Wahllokalen um zwei Stunden. Der Entscheidung war ein Antrag von Lulas Wahlkampfteam vorausgegangen, das sich über einen Mangel an öffentlichen Bussen in mehreren Städten beschwert hatte. Auch das Wahlkampfteam von Flávio Bolsonaro hatte beim Wahlgericht (TSE) eine Verlängerung beantragt, allerdings nur in den von Starkregen betroffenen Städten; dieser Antrag wurde nie geprüft. Nach Angaben des Radioprogramms von Observador erging die Entscheidung von Richter Cristiano Zanin um 17:01 Uhr.

Bolsonaro erkennt Ergebnis nicht an

Flávio Bolsonaro kündigte am Sonntag, 25. Oktober, an, die Annullierung der Wahl zu beantragen, und weigerte sich, das Ergebnis anzuerkennen. Unter Kritik an der Entscheidung sagte er:

„Was geschehen ist, ist unerklärlich. Es gab einen vollständigen Verstoß gegen die Gleichheit zwischen den Brasilianern aus verschiedenen Bundesstaaten.“

Flávio Bolsonaro, PL-Kandidat

Er sagte, die Wahl hätte annulliert werden müssen, und es sei unmöglich, das Ergebnis anzuerkennen. Zudem erklärte er, er werde nie erfahren, wie viele Stimmen er in den Bundesstaaten hätte gewinnen können, in denen die Wahllokale nicht wieder geöffnet wurden. Seine Anhänger hatten sich in einer Anwaltskanzlei im Stadtteil Lago Sul in Brasília versammelt, wo sie jubelten, als die Auszählung 13 % erreichte, und verstummten, als Lula in Führung ging.

Der SIC-Kommentator Francisco Cudell sagte, ein Einspruch habe eine gewisse Berechtigung, doch müssten die Gerichte entscheiden. Er nannte die Entscheidung eine "grande disrupção", weil nicht alle Regionen weiter wählen konnten, und sagte, die Wähler müssten fragen, warum einige weiterwählen konnten und andere nicht. Er fügte hinzu:

„Es wird das Gesetz sein müssen, das funktioniert“

Francisco Cudell

Lulas Sieg und die Reaktionen

In seiner Siegesrede in den frühen Morgenstunden des 26. Oktober versprach Lula eine starke Amtszeit und deutete das Ergebnis als Sieg der Demokratie. Er sagte seinen Anhängern, er werde sich mit voller Kraft der Aufgabe widmen:

„Ich werde das beste Mandat führen, das es in der Geschichte dieses Landes je gegeben hat.“

Luiz Inácio Lula da Silva, Wiedergewählter Präsident Brasiliens nach dem Sieg in

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gratulierte Lula auf X und erklärte, er hoffe, dass Brasilien weiterhin zum wirksamen Schutz der Menschenrechte beitrage. Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Wahl in der größten Demokratie Lateinamerikas und sagte, er freue sich auf die Vertiefung der strategischen Partnerschaft mit Brasilien. Auch Frank-Walter Steinmeier und der iranische Präsident Massud Peseschkian sandten Glückwünsche.

Warnung zu den Menschenrechten

Human Rights Watch forderte Lula auf, die Menschenrechte in seiner neuen Amtszeit zur Priorität zu machen. Der Brasilien-Direktor der Organisation, César Muñoz, sagte, Lulas Regierung habe demokratische Institutionen unterstützt und den Schutz des Amazonas vorangebracht, weise an anderer Stelle aber eine gemischte Bilanz auf. Laut HRW erreichten die Tötungen durch die Polizei im Jahr 2025 mit 6.589 einen Rekordwert und stiegen in diesem Jahr weiter, nach Daten bis September. Die Organisation kritisierte zudem Lulas Interview vom 15. Oktober, in dem er sich für eine Senkung der Strafmündigkeit auf 16 Jahre bei schwersten Straftaten aussprach, was nach Einschätzung von HRW gegen internationales Recht verstoßen würde.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

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