BMW schießt auf Platz zwei der deutschen E-Auto-Zulassungen vor, Tesla fällt auf Rang vier
Volkswagen bleibt klarer Spitzenreiter, aber mit 19.000 Neuzulassungen im zweiten Quartal schob sich BMW im deutschen Markt an Skoda, Tesla und Audi vorbei. Preissenkungen halfen Tesla, sich von einem desaströsen Jahr 2025 zu erholen, aber Model 3 und Y reichten nicht für das Podium.
Rangverschiebung
Volkswagen lieferte im Zeitraum April bis Juni 25.600 neue Elektroautos aus und liegt damit weit vor der Konkurrenz. BMW katapultierte sich vom fünften Platz im ersten Quartal mit 19.000 Zulassungen auf den zweiten Rang und überholte damit die tschechische Marke Skoda (18.700) sowie den US-Pionier Tesla (16.000). Mercedes schloss das Quartal mit 15.700 Einheiten ab und verdrängte Audi auf 12.400. Die Umstellung markiert eine Kehrtwende gegenüber dem ersten Quartal, als Skoda, Tesla und Audi die Podestplätze hinter VW belegt hatten.
- VW
- 25600
- BMW
- 19000
- Skoda
- 18700
- Tesla
- 16000
- Mercedes
- 15700
- Audi
- 12400
- BYD
- 6000
- Leapmotor
- 5000
Teslas preisgetriebene Erholung
Teslas 16.000 Zulassungen bedeuten eine deutliche Verbesserung gegenüber 2025, als die politische Einmischung von Elon Musk in Deutschland die Verkäufe belastete. Allein im ersten Halbjahr 2026 hat Tesla bereits etwa eineinhalb Mal so viele Autos verkauft wie im gesamten Jahr 2025. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer führt die Erholung auf starke Preisnachlässe zum Jahreswechsel zurück, bei denen die Preise für Model 3 und Model Y um mehrere tausend Euro gesenkt wurden.
Das sind relativ alte Autos, aber mit den Preisen sind sie wettbewerbsfähig – das sieht man an den Zulassungszahlen.
Dudenhöffer merkte an, dass hohe Anreize wahrscheinlich auch die Zahlen von BMW beflügelt hätten. „Hohe Rabatte sind derzeit bei BMW zu sehen“, sagte er, warnte jedoch, dass die Münchner Neue-Klasse-Modelle noch keine Rolle spielten, da die Auslieferungen in großem Stil noch nicht begonnen hätten.
Premiummarken unter Druck
Die Daten zeigen eine Verschiebung von Premium- und Nischenmarken hin zu Volumenherstellern. VW profitierte von einer Modelloffensive, während die Stuttgarter Marke Mercedes und die Ingolstädter Marke Audi in der Rangliste abrutschten. Dieser Trend lässt Marktbeobachter gespannt verfolgen, ob die deutschen Luxusmarken ihren Elektromarktanteil verteidigen können, während der Preiswettbewerb zunimmt.
Chinesische Marken gewinnen an Boden, bleiben aber klein
Chinesische Neueinsteiger erreichten im Quartal gemeinsam ein Volumen, das mit Mercedes vergleichbar war. BYD verzeichnete knapp über 6.000 Zulassungen, Leapmotor knapp 5.000, und MG Roewe sowie XPeng übertrafen jeweils die 2.000er-Marke. Alle verzeichneten hohe Wachstumsraten, wobei BYD vom 12. auf den 13. Platz zurückfiel, während Leapmotor vom 18. auf den 15. Platz kletterte. Ihre gemeinsame Präsenz bedroht die etablierte Ordnung noch nicht, aber der Aufwärtstrend ist klar.


