
IOC hebt Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees auf, ebnet Weg für LA 2028, behält Flaggenverbot
Das Internationale Olympische Komitee hat am Dienstag die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig aufgehoben und damit russischen Athleten und Teams die Rückkehr zu internationalen Wettkämpfen und Olympia-Qualifikationen für Los Angeles 2028 ermöglicht. Das Flaggen- und Hymnenverbot bleibt bestehen, eine Entscheidung über deren Verwendung bei den Spielen steht noch aus.
Suspendierung nach drei Jahren aufgehoben
Der Exekutivrat des Internationalen Olympischen Komitees hat die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees am Dienstag vorläufig beendet und damit eine im Oktober 2023 verhängte Maßnahme rückgängig gemacht. Die Entscheidung erlaubt russischen Athleten und Teams die Rückkehr zu internationalen Wettkämpfen und Olympia-Qualifikationswettbewerben für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Das IOC erklärte, der Schritt erfolgte nach der Bestätigung, dass das ROK keine regionalen Sportorganisationen aus Gebieten unter der Zuständigkeit des Nationalen Olympischen Komitees der Ukraine, nämlich Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja, mehr umfasst. Das ROK verpflichtete sich zudem, dort keine Aktivitäten durchzuführen.
Flagge und Hymne weiterhin tabu
Während die Suspendierung aufgehoben ist, hat das IOC noch nicht entschieden, ob Russland seine Flagge, Farben oder Nationalhymne bei den Spielen zeigen darf. Diese Symbole bleiben verboten, wie bereits bei den Olympischen Spielen Paris 2024 und Mailand-Cortina 2026, bei denen russische Athleten als Neutrale antraten. Das IOC betonte, dass seine Verurteilung der russischen Invasion in der Ukraine unverändert sei und es die olympische Gemeinschaft der Ukraine weiterhin unterstützen werde.
Wir billigen keine Kriege, auch diesen nicht. Wir werden die Ukraine weiterhin unterstützen, wie wir es seit Beginn getan haben. Aber ich glaube nicht, dass Athleten den Preis zahlen sollten.
Moskau begrüßt den Schritt
Der russische Sportminister Michail Degtjarjow begrüßte die Entscheidung als Signal, dass die olympische Bewegung frei von Politik bleiben solle. Er sagte, Russland plane, an den Qualifikationen für LA 2028 teilzunehmen, und bezeichnete die Wiedereinsetzung als grünes Licht für internationale Verbände, die Rechte aller russischen Athleten wiederherzustellen. Bei den Spielen in Tokio 2020 stellte Russland über 300 Athleten und gewann 71 Medaillen; in Paris 2024 traten nur 32 Russen und Belarussen als Neutrale an, Mannschaftswettbewerbe waren nicht erlaubt.
Schrittweise Rückkehr
Der Schritt des IOC ist der jüngste in einer Reihe von allmählichen Wiederzulassungen. Im September 2025 nahm das Internationale Paralympische Komitee Russland und Belarus als Vollmitglieder wieder auf. Im Dezember 2025 forderte das IOC die Verbände auf, russische und belarussische Nachwuchsathleten wieder zuzulassen. Bereits im Mai 2026 empfahl das IOC die Aufhebung aller Beschränkungen für belarussische Athleten, ein Schritt, der einen kategorischen Protest des ukrainischen NOK auslöste. Die Ukraine hat sich zu der Entscheidung vom Dienstag noch nicht geäußert.
- Russland marschiert in der Ukraine ein; Belarus wird als militärischer Aufmarschplatz genutzt.
- IOC empfiehlt, russische und belarussische Athleten und Funktionäre von Veranstaltungen auszuschließen.
- IOC suspendiert das Russische Olympische Komitee wegen Anerkennung regionaler Räte in der besetzten Ukraine.
- Russland verliert vor dem Internationalen Sportgerichtshof den Einspruch gegen die IOC-Suspendierung.
- Russische und belarussische Athleten treten bei Paris 2024 als Neutrale an; keine Mannschaftswettbewerbe erlaubt.
- Internationales Paralympisches Komitee nimmt Russland und Belarus als Vollmitglieder wieder auf.
- IOC fordert Verbände auf, russische und belarussische Nachwuchsathleten wieder zuzulassen.
- IOC hebt Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig auf.
Was als Nächstes kommt
Die einzelnen internationalen Sportverbände werden nun entscheiden, ob sie russische Athleten und Teams zu ihren Veranstaltungen zulassen. Das IOC erklärte, es werde die Aktivitäten des ROK genau überwachen und behalte sich das Recht vor, bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen. Die Organisation bekräftigte zudem, dass sie keine Veranstaltungen in Russland organisieren oder russische Regierungsvertreter zu ihren Veranstaltungen einladen werde.


