
ICE-Beamter erschießt mexikanischen Autofahrer bei Verkehrskontrolle in Houston
Ein Beamter der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) hat am Dienstag bei einer Verkehrskontrolle in Houston den mexikanischen Staatsbürger Lorenzo Salgado Araujo erschossen. Die Behörde erklärt, der Beamte habe in Notwehr gehandelt, nachdem der Fahrer ein Polizeifahrzeug gerammt und versucht habe, ihn zu überfahren.
Der Vorfall
Gegen 6:50 Uhr Ortszeit am Dienstag versuchten Beamte der US-Einwanderungs- und Zollbehörde im Rahmen einer gezielten Durchsetzungsaktion ein Fahrzeug in Houston, Texas, zu stoppen. Der Fahrer, identifiziert als Lorenzo Salgado Araujo, ein mexikanischer Staatsbürger, hielt sich nach Angaben des Heimatschutzministeriums (DHS) illegal im Land auf. Das DHS erklärte, Salgado Araujo habe ein ICE-Fahrzeug gerammt, mehrfachen mündlichen Aufforderungen nicht Folge geleistet und sein Fahrzeug als Waffe eingesetzt, um einen Beamten zu überfahren. Der Beamte feuerte seine Waffe ab, was die Behörde als Notwehr beschrieb. Salgado Araujo wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag.
Er rammte ein ICE-Fahrzeug, weigerte sich, mehrfachen mündlichen Aufforderungen Folge zu leisten, und setzte sein Fahrzeug als Waffe ein, um einen ICE-Beamten zu überfahren.
- ICE-Beamte versuchen, das Fahrzeug von Lorenzo Salgado Araujo im Rahmen einer gezielten Durchsetzungsaktion zu stoppen.
- Salgado Araujo rammt ein ICE-Fahrzeug und ignoriert mündliche Aufforderungen, so das DHS.
- Ein ICE-Beamter feuert seine Waffe ab, was die Behörde als Notwehr beschreibt, und trifft den Fahrer.
- Salgado Araujo wird in ein Krankenhaus gebracht.
- Er erliegt seinen Verletzungen im Krankenhaus.
Zeugenaussagen und Beweise
Ronaldo Salgado, der sich als Sohn des Opfers bezeichnete, sagte gegenüber Telemundo Houston, sein Vater sei in der Gegend gewesen, um Arbeiter anzuheuern, als er erschossen wurde. Es gibt kein Video der Schießerei selbst. Reuters sichtete Überwachungsaufnahmen eines nahegelegenen Geschäfts, die eine auf dem Boden neben einem weißen Lieferwagen liegende Person zeigten, umgeben von Beamten – offenbar die Nachwirkungen. In früheren Fällen wurden erste offizielle Darstellungen durch Videobeweise widerlegt. Im Oktober wurde eine Frau aus der Gegend von Chicago, Marimar Martinez, von Beamten fünfmal angeschossen, die behaupteten, sie habe ihr Fahrzeug gerammt; die Anklage wurde später fallengelassen, nachdem ein Video nahelegte, dass die Beamten ihr Auto selbst hätten rammen können.
Ermittlungen und Reaktionen
Das FBI leitet die Ermittlungen zu der Schießerei, und das Heimatschutzministerium hat eine eigene interne Untersuchung eingeleitet. Die demokratische Abgeordnete Sylvia Garcia forderte eine unabhängige und gründliche Überprüfung. „Alle verfügbaren Aufnahmen, Kommunikationsdaten und anderen Beweise sollten im Rahmen einer vollständigen und unparteiischen Untersuchung aufbewahrt und geprüft werden“, schrieb sie in den sozialen Medien. Juan Proano, Geschäftsführer der League of United Latin American Citizens, schloss sich dieser Forderung an. „Wir glauben dem DHS überhaupt kein Wort“, sagte er der Associated Press. „Es sollte eine unabhängige Untersuchung geben, und sie sollten alle Videos veröffentlichen.“
Alle verfügbaren Aufnahmen, Kommunikationsdaten und anderen Beweise sollten im Rahmen einer vollständigen und unparteiischen Untersuchung aufbewahrt und geprüft werden.
Wir glauben dem DHS überhaupt kein Wort. Es sollte eine unabhängige Untersuchung geben, und sie sollten alle Videos veröffentlichen.
Weiterer Kontext
Die Schießerei am Dienstag ist die erste tödliche Schießerei durch Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde seit Januar, als die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti bei einer Durchsetzungsaktion in Minneapolis von Beamten getötet wurden. Diese Todesfälle lösten nationale Empörung und eine Überprüfung der Taktiken des ICE aus. Nach Angaben von Interessengruppen sind seit der Verschärfung der Einwanderungsdurchsetzung durch Präsident Donald Trump mindestens sechs Menschen bei Schießereien mit Einwanderungsbeamten ums Leben gekommen. Der Vorfall in Houston reiht sich ein in ein Muster tödlicher Zusammenstöße, die Forderungen nach mehr Rechenschaftspflicht und Transparenz laut werden lassen.


