
Diana Bianchedi tritt als Delegationsleiterin Italiens nach Äußerungen von Sportminister Andrea Abodi zurück
Die frühere Olympiasiegerin im Fechten trat sieben Wochen nach ihrer Ernennung durch FIGC-Präsident Giovanni Malagò zurück, nach Spannungen innerhalb des Italienischen Olympischen Komitees.
Rücktritt aus der Nationalmannschaft
Die frühere Olympiasiegerin im Fechten, Diana Bianchedi, gab am 30. September 2026 ihren Rücktritt als Delegationsleiterin der italienischen Fußballnationalmannschaft bekannt. Bianchedi war am 9. August von dem neuen Präsidenten des Italienischen Fußballverbands (FIGC), Giovanni Malagò, auf diesen Posten berufen worden und war die erste Frau in diesem Amt. Ihr offizieller Einstand in der Funktion erfolgte am 23. September bei der Nationalmannschaft. Sie erklärte, ihr Ausscheiden solle die Mannschaft und den Trainerstab vor externen politischen Auseinandersetzungen schützen, nach kritischen Äußerungen von Regierungsvertretern.
Nach den Erklärungen des Ministers für Sport und Jugend, Andrea Abodi, und den Kontroversen, die heute Nachmittag in der Presse aufgekommen sind, reiche ich meinen Rücktritt als Delegationsleiterin der Nationalmannschaft ein.
Kritik aus dem Ministerium und Spannungen im CONI
Der Streit spitzte sich am 30. September während der Schulveranstaltung Sky Up The Edit zu, bei der Sport- und Jugendminister Andrea Abodi über interne Grabenkämpfe innerhalb des Italienischen Olympischen Komitees (CONI) sprach. In einer Sitzung der CONI-Giunta am 29. September hatten Vizepräsidentin Bianchedi und Vizepräsident Marco Di Paola sich gegen einen Vorschlag von CONI-Präsident Luciano Buonfiglio ausgesprochen, den Italienischen Gewichtheberverband (FederPesistica) unter Zwangsverwaltung zu stellen, ehe sie schließlich dafür stimmten. Abodi stellte öffentlich infrage, ob Funktionäre, die mit der Führung nicht übereinstimmen, das erforderliche institutionelle Vertrauen bewahren können.
Die Vizepräsidentin und der Vizepräsident haben das Recht und die Pflicht, eine Meinung zu äußern, aber wenn sie immer gegenteilig ausfällt, sollten sie eine Wahl treffen, denn dieses Amt wurde ihnen im Rahmen eines Vertrauensverhältnisses übertragen.
Abodi fügte hinzu, solche Verhältnisse hielten selten, wenn ernannte Funktionäre dieses Vertrauen in ihren laufenden Führungsentscheidungen nicht widerspiegelten.
Auswirkungen auf die Führung und nächste Schritte
Bianchedis Doppelrolle als Vizepräsidentin des CONI und Delegationschefin der FIGC stand seit August wegen möglicher Unvereinbarkeit im Olympischen Komitee in der Kritik. Mit ihrem Rücktritt entfällt dieser Interessenkonflikt vor einer bevorstehenden Abstimmung der CONI-Giunta über eine mögliche Zwangsverwaltung der FIGC. Dieses Verfahren geht auf einen Streit über Spielerregistrierungen zurück, der Malagòs Position als Verbandspräsident gefährden könnte. Mit ihrem Rückzug von ihrem FIGC-Posten erlangt Bianchedi wieder die Berechtigung, in der für Anfang Oktober angesetzten Sitzung der Giunta abzustimmen.
- FIGC-Präsident Giovanni Malagò ernennt Diana Bianchedi zur Delegationsleiterin
- Bianchedi gibt ihr offizielles Debüt in ihrer Funktion als Delegationsleiterin bei der Fußballnationalmannschaft
- Die CONI-Giunta berät über die Zwangsverwaltung von FederPesistica
- Sportminister Andrea Abodi kritisiert die CONI-Spitze, woraufhin Bianchedi zurücktritt
Fokus auf die Nationalmannschaft
In ihren Abschiedsworten verteidigte Bianchedi ihre Arbeit als Funktionärin und bekräftigte ihre Unterstützung für Cheftrainer Roberto Mancini, die Spieler und den weiteren Betreuerstab. Sie betonte, ihre Entscheidung ziele darauf ab, sportliche Leistungen von institutionellen Machtkämpfen in den italienischen Sportverbänden getrennt zu halten.
Eine Entscheidung aus dem großen Respekt heraus, den ich für das CONI, seinen Vorstand, die FIGC und die Sportinstitutionen habe, wie meine Laufbahn als Athletin und Funktionärin belegt. Ich habe stets fair und ernsthaft gehandelt, in Übereinstimmung mit den Regeln und den Menschen, zum Wohle des Sports: Werte, die nun zu Unrecht infrage gestellt werden.
Bianchedi schloss ihre Erklärung mit Dank an die Mannschaft für die Zusammenarbeit und der Aufforderung an die Fans, das Team bei den kommenden Spielen zu unterstützen.


