Wirtschaft · Paris und Lyon

BHV Marais beantragt gerichtliches Sanierungsverfahren – Vermieter Brookfield bestreitet Ausgleichszahlungen

Das Pariser Kaufhaus, das 700 Menschen beschäftigt, hat am Dienstag, 27. Oktober, ein gerichtliches Sanierungsverfahren beantragt und macht dafür ausstehende Ausgleichszahlungen seines Vermieters verantwortlich. Brookfield erklärt, das Kaufhaus habe die Bedingungen seines Mietvertrags nicht erfüllt.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von La Libre.be, Le Monde.fr, Le Temps und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Paris, Lyon · Frankreich
Wie es dazu kam
  1. Juli 2026Sanierungsplan vorgestellt
  2. 27.10.BHV beantragt ein gerichtliches Sanierungsverfahren
  3. 28.10.Handelsminister Serge Papin kritisiert die Strategie des Kaufhauses

Der Antrag

Das Pariser Kaufhaus BHV Marais hat ein gerichtliches Sanierungsverfahren beantragt; der Antrag wurde am Dienstag, 27. Oktober 2026, bekannt gegeben. Die meisten Berichte verorten den Antrag beim Wirtschaftsgericht in Lyon, Le Temps nennt dagegen Paris als zuständiges Gericht. Das 1856 als Bazar de l'Hôtel de Ville gegründete Kaufhaus bleibt nach Angaben der Geschäftsleitung während des Verfahrens geöffnet; die Leitung beschreibt das Unternehmen als knapp bei Kasse und nennt für September 700 Beschäftigte. Das Verfahren eröffnet eine Beobachtungsfrist von sechs Monaten, die um weitere sechs verlängert werden kann; anschließend kann dem Gericht ein Fortführungsplan vorgelegt werden. In einem Interview mit Le Figaro nannte Präsident Karl-Stéphane Cottendin den Antrag eine bewusste Entscheidung.

„Ein gerichtliches Sanierungsverfahren zu beantragen, ist eine bewusste Entscheidung. Es ist ein strategischer Schritt in der Umstrukturierung, die wir durchführen.“

Karl-Stéphane Cottendin

Die Argumentation des Präsidenten gegen den Vermieter

Cottendin, der das Kaufhaus im Juni übernommen hat, wirft dem Vermieter, dem kanadischen Fonds Brookfield, vor, die geschuldete Ausgleichszahlung nicht geleistet zu haben, die im Gegenzug für die Rückgabe von mehr als der Hälfte der Flächen im Frühjahr fällig war. Nach der Erklärung des Unternehmens hängt der Sanierungsplan von einem Investitionsprogramm ab, das durch diese vertraglichen Zahlungen finanziert werden sollte, die nie geleistet wurden. Ohne dieses Geld, so das Unternehmen, hätten die Wiederauffüllung der Bestände und die Neuordnung der verbleibenden Fläche nicht umgesetzt werden können, und der Neustart sei ins Stocken geraten. Die Erklärung verweist zudem auf Ausschreitungen im Zentrum von Paris an Samstagen vor der Antragstellung, bei denen es zu Plünderungen im Erdgeschoss kam und die eine ohnehin angespannte Liquiditätslage zusätzlich belasteten. Der Sanierungsplan war im Juli vorgestellt worden, trotz eines Finanzstreits mit dem Eigentümer der Immobilie.

Die Zurückweisung durch den Vermieter

Brookfield weist diese Vorwürfe zurück. In einer an AFP übermittelten Erklärung teilte der Fonds mit, er bestreite kategorisch, BHV bis heute irgendeinen Betrag zu schulden. Er verweist auf den von beiden Seiten am 27. Januar 2026 unterzeichneten Mietvertrag, nach dem die Ausgleichszahlung erst fällig wird, wenn die Flächen ordnungsgemäß zurückgegeben sind – eine Bedingung, die nach seiner Darstellung in der Verantwortung von BHV liegt und nicht erfüllt wurde. Brookfield argumentiert, die Sanierung des Kaufhauses hänge nicht vom Vermieter ab, und die aktuelle Lage sei darauf zurückzuführen, dass BHV seine eigenen Verpflichtungen nicht eingehalten habe. Die Position des Fonds verlagert den Streit damit auf die Bedingungen des Mietvertrags und nicht auf die Höhe der Summe.

Politische und gewerkschaftliche Reaktionen

Handelsminister Serge Papin sagte am Mittwoch, 28. Oktober, BHV zahle für einen strategischen Fehler in seinem Angebot. Er verwies auf die Partnerschaft mit dem asiatischen Modeunternehmen Shein, das Ende 2025 in das Gebäude einzog und Kritik auslöste. Die Arbeitsaufsicht wiederum vermutet, dass das Unternehmen, das im Juni von der SGM-Gruppe des Frédéric Merlin mit Verlust an einige seiner Führungskräfte weiterverkauft wurde, zahlungsunfähig ist – ein Vorwurf, den die Geschäftsleitung bestreitet. Cottendin erklärt, das Kaufhaus bleibe geöffnet und seine Teams blieben im Dienst.

Wie es weitergeht

Das Unternehmen erklärt, das Verfahren solle Marken und Lieferanten schützen, die in das Kaufhaus zurückkehren; diese würden bei Fälligkeit und mit dem gesetzlichen Vorrang bezahlt. Laut der Erklärung friert es zudem frühere Verbindlichkeiten ein und legt einen Zeitplan fest, um Vereinbarungen durchzusetzen, die der Vermieter unterzeichnet hat.

„Dieses Verfahren ist für BHV der Rahmen der Sanierung, nicht ihr Scheitern.“

BHV Marais
Läuft die Beobachtungsfrist ab, würde dem Gericht anschließend ein Fortführungsplan vorgelegt.

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Quellen und Kontext

Orte
Paris, Lyon

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