Kurz gefasst
- 2023Eine gescheiterte Umstellung des IT-Systems markiert den Beginn der Schwierigkeiten der Gruppe
- 2025Ein geplanter Abbau von 5 % der Belegschaft wird erwogen und anschließend ausgesetzt
- 20.10.Die Geschäftsführung kündigt einen Antrag auf Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens an
Ein Antrag auf gerichtlichen Schutz
Der Vorsitzende des Verwaltungsrats von GiFi, Patrick Puy, teilte der Belegschaft am Abend des 20. Oktober 2026 mit, die Gruppe werde das Gericht bitten, ein gerichtliches Sanierungsverfahren zu eröffnen, in Frankreich als redressement judiciaire bekannt. In einem von AFP eingesehenen Schreiben machte er eine deutliche Verschlechterung der Marktlage im Sommer dafür verantwortlich. Er schrieb, der Schritt diene dem Schutz des Unternehmens und seinem Fortbetrieb. Puy führt den Verwaltungsrat der Gruppe seit Mitte Oktober; seine Ernennung war wenige Tage vor der Unterrichtung der Beschäftigten bekannt gegeben worden. Der Antrag muss noch beim zuständigen Gericht eingereicht werden, das Verfahren ist also noch nicht eröffnet.
„Wie Sie wissen, hat sich der Markt im Sommer deutlich verschlechtert, und GiFi blieb davon nicht verschont.“
Warum die Kette in Schwierigkeiten steckt
Puy ist der vierte Manager binnen zwei Jahren, der damit beauftragt ist, die Gruppe aus ernsten Liquiditätsproblemen zu führen; zuvor hat er Sanierungen bei Moulinex-Brandt, Vivarte und Go Sport geleitet. Die Schwierigkeiten gehen auf eine gescheiterte Umstellung des IT-Systems im Jahr 2023 zurück. Der Wettbewerb durch Action, Maxibazar und Online-Plattformen wie Temu erhöhte den Druck auf die Umsätze zusätzlich. GiFi wurde 1981 von Philippe Ginestet gegründet und hat seinen Sitz in Villeneuve-sur-Lot im Département Lot-et-Garonne. Die Gruppe betreibt mehr als 500 Filialen.
Personalpläne und Filialabgaben
Im Jahr 2025 hatte das Unternehmen erwogen, 5 % seiner Belegschaft abzubauen, den Umbauplan dann aber ausgesetzt. Seither hat es Gespräche mit dem Lebensmittelhändler Grand Frais über die Übergabe von rund dreißig Filialen geführt. Diese Gespräche zeigen, dass die Kette ihr Filialnetz bereits vor dem aktuellen Antrag umgestaltet hat. Die 6.000 Beschäftigten in Frankreich stehen damit binnen rund drei Jahren vor der dritten Umbruchphase.
Beruhigung der Belegschaft und der Insolvenzbericht
Puy bemühte sich, den Beschäftigten zu versichern, dass das gerichtliche Verfahren für sich genommen keine unmittelbaren Folgen für die Arbeitsplätze habe. Er erklärte zudem, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein neuer Stellenabbauplan, in Frankreich als PSE bekannt, aufgelegt worden sei. Seine Botschaft endete mit einer direkten Zusage an die Belegschaft:
„Unsere Filialen bleiben geöffnet. Das Geschäft läuft weiter. Ihre Arbeitsverträge bleiben unverändert.“
Libération berichtete, die Kette befinde sich in der cessation de paiements, dem französischen Begriff für Zahlungsunfähigkeit, und die Beschäftigten seien in Sorge um ihre Zukunft. Die Artikel bestätigen diesen Status nicht aus offizieller Quelle. Keiner von ihnen nennt einen Termin für eine Gerichtsentscheidung über den Antrag.