
Bezos-geführtes Konsortium kauft Minderheitsbeteiligung am Liverpool FC – Deal bewertet Verein mit 5,5 Milliarden Pfund
Ein Konsortium um Amazon-Gründer Jeff Bezos hat sich bereit erklärt, rund 30 % des Liverpool FC von der Fenway Sports Group zu erwerben, was den Verein mit rund 5,5 Milliarden Pfund bewertet – der erste Vorstoß des amerikanischen Milliardärs in das Fußball-Eigentum.
Deal-Struktur
Fenway Sports Group (FSG) hat eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von rund 30 % am Liverpool FC an ein Konsortium namens 1892 Holdings getroffen, gaben die Eigentümer des Vereins am Freitag, den 14. August, bekannt. FSG, das die 20-fachen englischen Meister 2010 für rund 350 Millionen Euro übernahm, behält die Mehrheitsbeteiligung und die operative Kontrolle. Die Transaktion bewertet Liverpool mit rund 5,5 Milliarden Pfund (über 6 Milliarden Euro), so ANSA, wobei die BBC berichtet, dass die 30-prozentige Beteiligung zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Euro kosten wird. ANSA berichtet auch, dass die Gesamtinvestition 2 Milliarden Euro übersteigt. Die Transaktion unterliegt noch der behördlichen Genehmigung.
Das Konsortium
1892 Holdings wird von Amit Bhatia geleitet, dem ehemaligen Vorsitzenden von Queens Park Rangers und Schwiegersohn des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal. Zum Konsortium gehören Jeff Bezos, der über den K5 Sports Fonds als dessen Hauptinvestor teilnimmt, sowie Facebook-Mitbegründer Eduardo Saverin, die Mittal Family Trusts und EE Capital. Bezos, 62, beschrieben als einer der reichsten Männer der Welt, wird keinen Sitz im Vorstand von Liverpool oder eine operative Rolle übernehmen. Bhatia wird der neue Vizepräsident des Vereins und in den erweiterten Vorstand eintreten, ebenso wie Elaine Saverin von EE Capital und Bryan Baum von K5 Sports.
FSG-Präsident Mike Gordon sagte, das Konsortium teile die langfristige Philosophie des Vereins.
Als wir diese Gelegenheit in Betracht zogen, wurde klar, dass Amit und das Konsortium unsere langfristige Philosophie und Wertschätzung für das, was Liverpool besonders macht, teilen. Ihre Erfahrung und Perspektive werden das bereits vorhandene starke Fundament ergänzen, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.
- FSG übernimmt Liverpool für rund 350 Millionen Euro
- 1892 Holdings erzielt endgültige Vereinbarung zum Kauf von rund 30 % Minderheitsbeteiligung
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Bhatias Antwort
Bhatia bezeichnete die Investition als Privileg und drückte sein Vertrauen in die Führung des Vereins aus.
Als Partner in einem Verein dieses Ranges willkommen geheißen zu werden, ist ein großes Privileg. Wir tätigen diese Investition, weil wir tief an Liverpool und seine Führung glauben, und wir freuen uns darauf, den anhaltenden Erfolg des Vereins in den kommenden Jahren zu unterstützen.
Fan-Reaktion
Der Deal stößt in der Fangemeinde von Liverpool auf Skepsis. Die Fan-Vereinigung Spirit of Shankly hatte bereits vor Abschluss der Vereinbarung Bedenken geäußert und auf Erfahrungen bei anderen Vereinen verwiesen, bei denen ähnliche Minderheitsverkäufe zu erheblichen Veränderungen in der Führung und im Fußballbetrieb geführt hätten.
Wir haben bei ähnlichen Verkäufen bei anderen Vereinen erlebt, dass es erhebliche Veränderungen in der Führung des Vereins und im operativen Fußballbereich gab, mit Entscheidungen und Verhaltensweisen, die viele in Liverpool nicht sehen möchten.
FSG hat erklärt, dass das Eintreffen neuer Investoren keine sofortigen Änderungen im Sportmanagement oder ein neues Transferbudget mit sich bringen wird. Die amerikanische Eigentümergruppe, die den Verein 2010 für rund 300 Millionen Pfund kaufte, bezeichnete die Vereinbarung als strategische Partnerschaft, die das internationale Wachstum und die langfristigen Ziele von Liverpool unterstützen soll. Gordon sagte gegenüber deutschen Medien separat, dass Liverpool immer ein Verein gewesen sei, der über eine einzelne Saison hinausblicke und Entscheidungen im langfristigen Interesse des Vereins treffe.
- FSG (Mehrheitsanteil)
- 70 %
- 1892 Holdings
- 30 %
Weiterer Kontext
Der Deal stellt den ersten bedeutenden Einstieg von Bezos in das Fußball-Eigentum dar. Er spiegelt auch einen breiteren Trend in der Premier League wider, wo etwa die Hälfte der 20 Vereine von Investoren besessen wird, die überwiegend in den Vereinigten Staaten ansässig sind, so ein von der Handelsblatt zitierter Sky News-Bericht. Liverpool beendete die letzte Premier-League-Saison auf dem fünften Platz und wird die neue Saison am 23. August bei Newcastle United eröffnen.


