Kurz gefasst
Die Viessmann Generations Group erwirbt die letzten 5 Prozent, die externen Investoren offenstehen, und kommt nach einer Kapitalerhöhung auf knapp 6,7 Prozent.
Eine offizielle Zahl gibt es nicht. Von N-tv zitierte Insider nennen rund 250 Millionen Euro, während die eigene Rechnung der WELT auf rund fünf Milliarden Euro für den Klub hindeutet.
Max Viessmann soll in den Aufsichtsrat der FC Bayern München AG einziehen, der von neun auf zehn Mitglieder erweitert wird.
Nach der Satzung des Klubs halten die vier Minderheitsgesellschafter zusammen 30 Prozent, während 70 Prozent beim Mutterverein FC Bayern e.V. verbleiben.
- 2018Viessmann und der FC Bayern beginnen ihre Zusammenarbeit
- 2021Antrag auf der Mitgliederversammlung, 75 Prozent der Klubanteile zu behalten, findet keine Mehrheit
- 2023Viessmann verkauft sein Kerngeschäft mit Heizungstechnik für 12 Milliarden Euro an Carrier
- 22.10.Beteiligungskauf von Viessmann am FC Bayern angekündigt
Die Transaktion
Die Viessmann Generations Group, die Holding, über die die hessische Milliardärsfamilie ihre Beteiligungen bündelt, beteiligt sich an der FC Bayern München AG, wie der Klub am Donnerstag, 22. Oktober 2026, mitteilte. Das Paket ist das letzte, das externen Investoren offensteht. Ursprünglich 5 Prozent, steigt der Anteil auf knapp 6,7 Prozent, weil das Geschäft als Kapitalerhöhung vollzogen wird. Viessmann wird damit der vierte externe Gesellschafter, nach Adidas, Audi und Allianz. Diese drei hielten zusammen 25 Prozent, nach der Erhöhung hält jeder von ihnen laut N-tv und Spiegel rund 7,8 Prozent.
Nach der Satzung des Klubs dürfen externe Investoren insgesamt 30 Prozent halten, 70 Prozent verbleiben beim Mutterverein FC Bayern e.V.
- FC Bayern e.V. (Mutterverein)
- 70 %
- Externe Gesellschafter
- 30 %
Daten aus dem Artikeltext
Das Handelsblatt erinnert daran, dass ein Antrag auf der Mitgliederversammlung 2021, der den Klub verpflichten sollte, 75 Prozent der Anteile zu behalten, keine Mehrheit fand. Damit konnten die letzten 5 Prozent ohne Abstimmung der Mitglieder verkauft werden.
Preis und Bewertung
Ein offizieller Preis wurde nicht veröffentlicht. Eine Sprecherin wollte sich laut N-tv nicht zum Kaufpreis äußern; der Sender beruft sich auf Insider, die ihn auf rund 250 Millionen Euro beziffern. Der Spiegel hatte vorab berichtet, es werde über eine Summe von 250 Millionen Euro spekuliert, und Focus berichtet, die Bild schreibe, das Geschäft sei zu diesem Betrag abgeschlossen worden. N-tv leitet daraus eine implizite Bewertung von knapp vier Milliarden Euro ab. Die WELT rechnet den Preis auf den gesamten Anteil hoch und kommt auf rund fünf Milliarden Euro – eine eigene Berechnung der Zeitung, nicht eine Zahl des Klubs. Da die Aktien nicht an einer Börse notiert sind, können Privatanleger und Fans sie nicht am freien Markt erwerben.
Aufsichtsrat und Partnerschaft
Max Viessmann, der bereits im Beirat des Klubs sitzt, soll in den Aufsichtsrat der FC Bayern München AG einziehen, der von neun auf zehn Mitglieder wächst. Klubpräsident Herbert Hainer erklärte:
„Dieser Schritt stärkt die Eigentümerstruktur der FC Bayern München AG. Zudem schafft eine deutlich verbesserte Eigenkapitalbasis mehr Handlungsspielraum in einer Zeit des ständigen Wandels.“
Beide Seiten arbeiten seit 2018 zusammen. Max Viessmann sagte dem Handelsblatt, das Engagement der Marke habe mit dem Wunsch begonnen, in Asien – insbesondere in Südostasien – bekannter zu werden, und die Passung stimme weiterhin. In der Mitteilung des Klubs lobte Viessmann diesen auch:
„Der FC Bayern ist einer der erfolgreichsten Klubs Europas, mit klaren Werten und einem starken Bewusstsein für seine gesellschaftliche Verantwortung.“
Verkäuferhintergrund und das Geld
Die Familie verkaufte ihr Kerngeschäft mit Heizung und Klima 2023 für 12 Milliarden Euro an den US-Klimaanlagenhersteller Carrier und sucht seither nach neuen Anlagemöglichkeiten für ihr Kapital. Laut WELT hat Max Viessmann einen großen Teil dieses Geldes in nachhaltige Ökosysteme, Co-Investments und Beteiligungen gelenkt. Das Handelsblatt beziffert den industriellen Kern der Gruppe auf etwa 6.000 Mitarbeiter, einen Jahresumsatz von rund 2 Milliarden Euro und Aktivitäten in mehr als 40 Ländern und verweist auf eine 3,5-prozentige Beteiligung am Segelveranstalter Sail GP.
Der Klub erklärt, das neue Kapital solle vor allem in Projekte zu Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Digitalisierung fließen. Die WELT argumentiert, das Geld könne auch eine Ablöse von rund 100 Millionen Euro decken oder Vertragsverlängerungen für Harry Kane oder Michael Olise erleichtern, merkt aber an, dass derzeit kein solcher Transfer geplant sei.