Sicherheit · Berlin und Verden an der Aller

Berliner Gericht verurteilt Serienvergewaltiger zu zwölf Jahren und Sicherungsverwahrung

Der 69-jährige Elektriker wurde zudem in Sicherungsverwahrung eingewiesen, nachdem das Landgericht Berlin ihn wegen Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen verurteilt hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen weiterer mutmaßlicher Taten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, watson.ch/, Spiegel Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Berlin, Verden an der Aller · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Juni 2025Erste Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten findet eine fest installierte Kamera, Medikamente, Kanülen und Spritzen
  2. März 2026Der Angeklagte kommt in Untersuchungshaft
  3. August 2026Der Prozess beginnt, der Angeklagte legt über seinen Anwalt ein Geständnis ab
  4. 28.10.Das Landgericht Berlin verurteilt ihn zu zwölf Jahren Haft und ordnet Sicherungsverwahrung an

Das Urteil

Am Mittwoch, 28. Oktober, verurteilte das Landgericht Berlin einen 69-jährigen ehemaligen Elektriker zu zwölf Jahren Haft. Das Gericht ordnete zudem Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haftstrafe an, weil es eine fortbestehende Gefahr weiterer schwerer Straftaten sah. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre plus Sicherungsverwahrung gefordert. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn im August über seinen Anwalt ein Geständnis abgelegt. Die Verurteilung umfasst Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen.

Von der Staatsanwaltschaft geforderte und vom Gericht verhängte HaftstrafeJahre
Forderung der Staatsanwaltschaft
13 Jahre
Urteil des Gerichts
12 Jahre

Daten aus dem Artikeltext

Die Taten und die Opfer

Der Prozess betraf 22 Taten zum Nachteil von 14 Frauen, begangen zwischen 2016 und 2022. Alle Frauen waren damals zwischen 50 und 60 Jahre alt und lebten in Berlin oder Brandenburg. Der Mann soll sie über Online-Dating-Plattformen kennengelernt und sich dabei mal als Polizeikommissar, mal als Bundeswehrpilot ausgegeben haben. Er soll betäubende Substanzen zusammen mit Alkohol in Getränke gemischt, die Frauen bewusstlos gemacht, sie vergewaltigt und die Taten gefilmt haben. Laut Spiegel teilte er die Videos in Chatgruppen mit anderen mutmaßlichen Tätern, wo ein Ermittler die Opfer als entmenschlicht beschrieb. Die Frauen erfuhren erst durch die Videos im Zuge der Ermittlungen, was ihnen angetan worden war.

Der Fall ist nicht abgeschlossen. Der Spiegel berichtet, die Staatsanwaltschaft gehe von insgesamt 59 Opfern aus, zehn mutmaßliche Opfer seien bislang nicht identifiziert. Der Tagesspiegel berichtet separat, es werde noch wegen weiterer mutmaßlicher Taten gegen 44 Frauen ermittelt. Die beiden Berichte nennen unterschiedliche Zahlen, keine davon ist durch eine abschließende Bilanz bestätigt.

Wie der Fall ans Licht kam

Die Ermittlungen begannen mit einem Hinweis der Polizei in Verden an der Aller in Niedersachsen. Der Angeklagte hatte unter dem Namen „Zeppelin70“ mit einem Mann gechattet, der seine eigene Frau betäubt und missbraucht haben soll. Bei einer ersten Durchsuchung im Juni 2025 fanden die Ermittler eine dauerhaft laufende Kamera, die im Schlafzimmer angebracht war. Außerdem fanden sie in Kisten und Koffern verpackte Medikamente, Kanülen und Spritzen sowie auf zahlreichen Datenträgern dokumentierte Aufnahmen sexueller Übergriffe. Seit März befindet er sich in Untersuchungshaft. Der Großteil des Prozesses fand zum Schutz der Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Forderungen nach Veränderung

Gesa Birkmann, Bundesgeschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes, sagte dem RBB-Inforadio, Gewalt gegen Frauen werde in der Gesellschaft noch immer unterschätzt. Die Behörden seien zu schlecht geschult, um angemessen zu reagieren, und der Polizei fehle Personal, das Thema werde nicht als Priorität behandelt. Sie forderte, Beweise schneller zu sichern und Verjährungsfristen für Vergewaltigung zu verlängern oder abzuschaffen.

Birkmann sagte, das System müsse sich grundlegend ändern.

„Wir brauchen ein System, in dem strukturelle Gewalt abgeschafft wird, in dem alle verbleibenden Lücken geschlossen werden.“

Gesa Birkmann, Bundesgeschäftsführerin von Terre des Femmes

Sie sagte außerdem, jede fünfzehnte Frau habe das Gefühl, möglicherweise schon einmal mit K.-o.-Tropfen betäubt worden zu sein, und solche Fälle kämen oft nur durch Zufall ans Licht. Das Urteil könne ein Signal an Frauen und an Täter senden, dürfe aber nur ein Anfang sein.

Proteste vor dem Gericht

Mehrere Dutzend Menschen demonstrierten am Mittwoch nahe dem Gericht in Berlin gegen sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung. Medien haben den Fall mit dem französischen Fall Gisèle Pelicot verglichen, in dem eine Frau betäubt, vergewaltigt und gefilmt wurde, und den Berliner Fall wegen der Ähnlichkeiten als deutschen Pelicot-Fall bezeichnet. Die Initiative Die Scham muss die Seite wechseln hatte für 15 Uhr eine Kundgebung angesetzt, anschließend einen Marsch vor dem Kriminalgericht Moabit.

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Quellen und Kontext

Orte
Berlin

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