Sicherheit · Alicante und Utrecht

Niederländische Jugendhilfe ignorierte Missbrauchswarnungen im spanischen Heim Huize Soria

Ermittler stellen fest, dass Samen Veilig Midden-Nederland Jugendliche ohne rechtliche Zustimmung in Huize Soria bei Alicante untergebracht und wiederholte Missbrauchswarnungen beiseitegeschoben hat.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NRC, AD.nl, gelderlander.nl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Alicante, Utrecht · Spanien, Niederlande
Wie es dazu kam
  1. Mai 2026SVMN erfährt, dass das Heim unsicher sein könnte, nachdem drei Jugendliche in die Niederlande zurückgekehrt sind
  2. Anfang Oktober 2026Spanische Behörden schließen das Heim mit der Begründung, die Genehmigungen seien nicht in Ordnung
  3. 2.11.Der Maruda-Bericht über das Vorgehen von SVMN wird veröffentlicht

Was die Untersuchung ergab

Die Ermittler des Büros Maruda kamen zu dem Schluss, dass Jugendliche, die in Huize Soria untergebracht waren, Gruppendruck, Einschüchterung, körperlicher Gewalt, Freiheitsbeschränkungen ohne rechtliche Grundlage und (sexuellem) grenzüberschreitendem Verhalten ausgesetzt waren. Der teilweise öffentliche Bericht wurde von Samen Veilig Midden-Nederland (SVMN) in Auftrag gegeben, das auch unter den Namen SAVE Jeugdbescherming und Veilig Thuis Utrecht firmiert, und zwar auf Ersuchen der Inspectie Jeugd en Gezin (IGJ). Er wurde am Montag, 2. November, veröffentlicht, und seine Ergebnisse decken sich mit dem, was Jugendliche dem Sender Nieuwsuur im Oktober erzählt hatten. Huize Soria war ein Familienheim auf einem Anwesen bei Alicante in Spanien, geführt von einem niederländischen Paar; die spanischen Behörden schlossen es Anfang Oktober mit der Begründung, die Genehmigungen seien nicht in Ordnung.

Sechzehn ehemalige Klienten beschrieben gegenüber Nieuwsuur extreme Behandlungsmethoden. Nach Angaben von Nieuwsuur gaben sie an, hinter elektrischem Draht eingesperrt worden zu sein und tagelang ohne Essen auszukommen. Huize Soria wies die Vorwürfe entschieden zurück, erklärte, die Erfahrungen nicht wiederzuerkennen, und kündigte eine Strafanzeige gegen den Sender an. Die Ermittler befragten zudem drei Jugendliche, die über die Organisation untergebracht worden waren, und sie sagen, ihre Schlussfolgerungen deckten sich mit den Schilderungen gegenüber Nieuwsuur.

Unterbringungen ohne Zustimmung

Für die Unterbringung von Jugendlichen im Ausland ist eine gesonderte Genehmigung der Zentralen Behörde für internationale Kindschaftssachen erforderlich, die das Aufnahmeland um Zustimmung bittet. Der Bericht stellt fest, dass SVMN diese Vorgabe bis 2024 nicht kannte, was die Ermittler auf einen „blinden Fleck“ zurückführen. Gerichtsurteile aus dem Jahr 2024 wiesen die Organisation wiederholt darauf hin, dass Unterbringungen in Huize Soria nicht zulässig seien. Soweit die Ermittler es überprüfen konnten, hatte keine der Unterbringungen eine vorherige Zustimmung der spanischen Zentralbehörde erhalten. Die eigene Erklärung von SVMN ist enger gefasst: Nicht alle Unterbringungen hätten die Zustimmungsvoraussetzung erfüllt.

NOS berichtet, dass ein Fallbearbeiter von SVMN sechs Jugendliche aus der Gemeinde Veenendaal in dem Heim unterbrachte und die Expertengruppe nicht konsultierte, die in solchen Fällen üblicherweise um Rat gefragt wird. Die Ermittler führen dies auf die Autonomie zurück, die den Mitarbeitern eingeräumt wurde; die Jugendbeschützer folgten dem Rat des Anwalts von Huize Soria statt dem ihrer eigenen Rechtsberater. De Volkskrant berichtet, dass die vorgeschriebene Meldung an die Regierung bei mindestens sechs Jugendlichen unterlassen wurde, die nach 2022 in das Heim geschickt wurden.

Warnungen, die beiseitegeschoben wurden

NOS berichtet, dass Beschwerden über das Heim seit 2016 bei den Behörden eingegangen sind und dass das Heim in den vergangenen zwanzig Jahren mindestens 265 niederländische Jugendliche mit Verhaltensproblemen behandelt hat. Der Kinderombudsmann beschrieb Bedenken wegen des Heims in einem Bericht von 2022, mehrere Jugendhilfeorganisationen stellten 2023 die Unterbringung von Jugendlichen dort ein, und eine Warnung aus dem Jahr 2024 führte zu einer Meldung an die IGJ. Die Ermittler sagen, niemand bei SVMN habe einen vollständigen Überblick über diese Warnungen gehabt, was sie auf schwache Verfahren und Kontrollmechanismen zurückführen.

Laut Trouw erkannte SVMN erst im Mai 2026, dass das Heim unsicher sein könnte, als drei Jugendliche in die Niederlande zurückkehrten und von grenzüberschreitendem Verhalten berichteten. Die Ermittler beschreiben einen „Tunnelblick“ bei den Mitarbeitern, die überzeugt waren, dass eine Unterbringung in Spanien dem Interesse der Jugendlichen diene, und deshalb Warnungen über schlechte Behandlung beiseiteschoben. Besuche fanden ein- bis zweimal im Jahr statt, und die Jugendlichen fühlten sich oft nicht frei zu sprechen, solange sie in dem Heim lebten.

Reaktion und nächste Schritte

SVMN erklärt, vorerst keine Jugendlichen mehr im Ausland unterzubringen, Warnungen künftig offener aufnehmen zu wollen und die Aufsicht stärken zu müssen. Trouw berichtet, die Organisation habe beschlossen, überhaupt keine Kinder mehr im Ausland unterzubringen. SVMN-Vorsitzende Anja Jonkers reagierte mit einer Erklärung auf die Ergebnisse.

„Was diese Jugendlichen erlebt haben, trifft uns sehr. Sie hätten sich auf sichere und angemessene Hilfe verlassen können müssen.“

Anja Jonkers

Jonkers sagte gegenüber Trouw, sie fühle sich als Vorstandsmitglied für das Versagen beim Schutz dieser Jugendlichen verantwortlich. NOS berichtet, dass SVMN einen Verbesserungsplan vorlegen will.

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