Wirtschaft · Innsbruck

Gericht verurteilt René Benko wegen Betrugs im Zusammenhang mit einer 5-Millionen-Euro-Bürgschaft – zwei weitere Jahre Haft

Das Landesgericht Innsbruck hat den Signa-Gründer am Donnerstag, 5. November 2026, wegen Betrugs zum Nachteil der Familienstiftung Haselsteiner verurteilt und ihn vom Vorwurf im Zusammenhang mit einem Gewehr freigesprochen. Die zwei Jahre werden zu einer im September verhängten Haftstrafe von 30 Monaten hinzugerechnet; das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, Neue Zürcher Zeitung, der Standard und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Innsbruck · Österreich
Wie es dazu kam
  1. März 2024Benko wird persönlich insolvent
  2. September 2026Benko wird wegen Gläubigerschädigung zu 30 Monaten Haft verurteilt
  3. 5.11.Das Gericht verurteilt Benko wegen Betrugs und verhängt zwei weitere Jahre

Das Urteil

Das Landesgericht Innsbruck hat René Benko am Donnerstag, 5. November 2026, nach zweitägiger Verhandlung des schweren Betrugs schuldig gesprochen. Geschädigte war nach Auffassung des Gerichts die Familienstiftung des Industriellen Hans Peter Haselsteiner, die 5 Millionen Euro verlor. Benko erhielt eine unbedingte Zusatzstrafe von zwei Jahren Haft. Das Gericht fällte seine Entscheidung nach knapp zwei Stunden Beratung und verkündete sie kurz nach 17 Uhr. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, und der 49-jährige Benko wies die Vorwürfe zurück.

Die Bürgschaft im Zentrum des Verfahrens

Die Anklage stützte sich auf eine notariell beglaubigte Bürgschaft, die Benko Haselsteiner am 6. November 2023 gab – drei Wochen bevor die Signa Holding Insolvenz anmeldete. Im Jahr 2022 hatte die Familienstiftung Haselsteiner Aktien der Signa Development für knapp 5 Millionen Euro gezeichnet, wobei die Zahlung aus der Hälfte einer Dividende von rund 10 Millionen Euro erfolgen sollte, die der Stiftung zustand. Diese Dividende wurde gestundet und nie ausgezahlt. Als Sportscheck, eine Signa-Tochter, im Herbst 2023 dringend 5 Millionen Euro benötigte, überwies die Stiftung das Geld im Vertrauen auf Benkos persönliches Versprechen, es bis Ende Juni 2024 zurückzuzahlen. Benko war im März 2024 persönlich insolvent. Die leitende Staatsanwältin argumentierte, die Bürgschaft habe allein der Täuschung gedient, und Benko habe nie ernsthaft vorgehabt, das Geld zurückzuzahlen.

Die Verteidigung und die Zeugenaussage

Benkos Anwalt Norbert Wess argumentierte, Haselsteiner habe lediglich eine überfällige Schuld beglichen, da der Kaufpreis für die Aktien Ende 2022 fällig geworden sei, und es habe weder Täuschung noch Schaden gegeben. Er fasste die Verteidigung pointiert zusammen:

„Überspitzt formuliert ist das ein Mord ohne Leiche.“

Norbert Wess

Haselsteiner, der als Zeuge aussagte, betonte die Bedeutung der Bürgschaft. Er habe um 5 Millionen Euro gebeten worden und hätte das Geld ohne Benkos Zusage nicht zur Verfügung gestellt. Das Gericht verwarf die von der Verteidigung gezogene Verbindung zwischen der Bürgschaft und dem alten Aktienkauf als Unsinn und erklärte, Benko habe wissen müssen, dass er das Geld nicht zurückzahlen könne. Das Gericht bezeichnete den Fall als relativ klar.

Freispruch beim zweiten Anklagepunkt

Vom zweiten Anklagepunkt, betrügerischer Krida, der ein Gewehr im Wert von 80.000 Euro mit den goldenen Initialen „RB“ betraf, sprach das Gericht Benko frei. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, die Waffe vor den Gläubigern versteckt zu haben; das Gericht sah dies jedoch nicht als erwiesen an.

Strafmaß und was folgt

Die zwei zusätzlichen Jahre werden zu den 30 Monaten hinzugerechnet, die im September 2026 wegen Gläubigerschädigung verhängt wurden – eine Strafe, die Benko in einem früheren Verfahren erhielt. Zusammen ergeben sich nach den Berichten viereinhalb Jahre. Weitere Ermittlungen gegen den ehemaligen Milliardär laufen.

Haftstrafen in Benkos beiden Verurteilungen 2026Jahre
September 2026 (Gläubigerschädigung)
2.5 Jahre
5. November 2026 (Betrug, zusätzlich)
2 Jahre

Daten aus dem Artikeltext

Hintergrund zu Signa

Benko baute die Signa-Immobiliengruppe über rund zwanzig Jahre zu einem Unternehmen auf, das als Topadresse galt. Über die deutschen Warenhausketten Kaufhof und Karstadt stieg sie in den stationären Einzelhandel ein. Steigende Zinsen, verlorenes Vertrauen der Banken und Managementfehler trieben die Gruppe dann in die Insolvenz. Benko und Haselsteiner waren jahrelang geschäftlich eng verbunden; Haselsteiner war Vorstandschef des Baukonzerns Strabag.

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