Wirtschaft · Innsbruck und Wien

Österreichisches Gericht verlängert Haftstrafe von René Benko auf 30 Monate im Signa-Wiederaufnahmeverfahren

Das Landesgericht Innsbruck hat den österreichischen Immobilieninvestor René Benko wegen eines weiteren Insolvenzbetrugsdelikts verurteilt und seine Haftstrafe nach einem vom Obersten Gerichtshof angeordneten Teilwiederaufnahmeverfahren von zwei Jahren auf 30 Monate erhöht.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von SWI swissinfo.ch, Reuters, Mediafax.ro und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Innsbruck, Wien · Österreich
Wie es dazu kam
  1. Januar 2025René Benko wird in Untersuchungshaft genommen
  2. Oktober 2025Landgericht Innsbruck verurteilt Benko zu zwei Jahren wegen Überweisung von 300.000 Euro
  3. 22.09.Wiederaufnahmeverfahren erhöht Benkos Haftstrafe auf 30 Monate wegen Mietvorauszahlung

Wiederaufnahmeverfahren in Innsbruck

Am 22. September 2026 verurteilte das Landesgericht Innsbruck den 49-jährigen österreichischen Immobilieninvestor René Benko am Ende eines eintägigen Wiederaufnahmeverfahrens wegen Insolvenzbetrugs und erhöhte seine Gesamthaftstrafe von bisher zwei Jahren auf 30 Monate. Das neue Urteil folgte auf eine Entscheidung des österreichischen Obersten Gerichtshofs, der einen früheren teilweisen Freispruch aufhob und den Anklagepunkt zur erneuten Verhandlung zurückverwies. Die Anklage konzentrierte sich auf eine Vorauszahlung der Miete in Höhe von 360.000 Euro, die im Herbst 2023 für ein familieneigenes Wohnhaus in Innsbruck geleistet wurde, während sich Benkos Geschäftsimperium der Insolvenz näherte. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftssachen und Korruption in Wien argumentierte, dass Benko Gläubiger geschädigt habe, indem er vier Jahre Miete im Voraus für eine Wohnung zahlte, die aufgrund eines Erdrutsches ursprünglich unbewohnbar war. Das Landgericht Innsbruck sprach ihn hinsichtlich der Vorauszahlung der Miete schuldig, sprach ihn jedoch in einem damit verbundenen Punkt wegen vorausgezahlter Betriebskosten frei.

Frühere Verurteilungen und Aussage des Angeklagten

Das Verfahren ist der erste abgeschlossene Strafprozess im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Signa-Immobiliengruppe. Benko erhielt seine ursprüngliche zweijährige Haftstrafe im Oktober 2025, nachdem er wegen Insolvenzbetrugs verurteilt worden war, weil er Ende 2023 300.000 Euro an seine Mutter überwiesen hatte, um Vermögen vor den Gläubigern zu schützen. Nach österreichischem Strafrecht liegt der gesetzliche Strafrahmen für Insolvenzbetrug zwischen einem und zehn Jahren Freiheitsstrafe. Benko plädierte auf nicht schuldig in allen Anklagepunkten und beteuerte seine Unschuld aus der Untersuchungshaft heraus, in der er sich seit Januar 2025 befindet. In seiner Aussage vor Gericht erklärte Benko, er habe zum Zeitpunkt der Transaktionen geglaubt, dass die Sanierung von Signa gelingen würde. Er sagte auch aus, dass die zusätzliche Immobilie in Innsbruck auf Wunsch seiner Frau angemietet worden sei, um den Kindern einen normalen Schulalltag ohne Hauspersonal zu ermöglichen, neben dem Familiensitz in Igls.

Wachstum und Zusammenbruch des Signa-Imperiums

Benko gründete Signa und baute das Unternehmen zu einem großen Immobilien- und Einzelhandelsimperium mit Gewerbeimmobilienportfolios in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Norditalien aus. Österreichische Medien schätzten Benkos persönliches Vermögen auf dem Höhepunkt der Unternehmensbewertung auf fast 5 Milliarden Euro. Der Mischkonzern sah sich 2023 akuten Liquiditätsengpässen gegenüber, verursacht durch stark gestiegene Kreditkosten, erhöhte Bauausgaben, höhere Energiepreise und Schulden aus Übernahmen, darunter die deutschen Kaufhausbetreiber Karstadt und Kaufhof. Die Signa Holding meldete im November 2023 Insolvenz an, was den größten Firmenzusammenbruch in der österreichischen Nachkriegsgeschichte darstellt. Gläubiger und ehemalige Investoren fordern derzeit insgesamt etwa 28 Milliarden Euro an Forderungen gegen insolvente Signa-Gesellschaften und Benko persönlich.

Grenzüberschreitende finanzielle Auswirkungen und laufende Ermittlungen

Die Insolvenz hatte Auswirkungen auf die europäischen Banken- und Einzelhandelssektoren. Die in Zürich ansässige Julius Baer gehörte zu den größten Kreditgebern von Signa und schrieb Anfang 2024 ein Kreditengagement von 606 Millionen Schweizer Franken ab. Die Schweizer Warenhausgruppe Globus, an der Signa eine Miteigentümerbeteiligung hielt, übertrug ihr operatives Geschäft anschließend vollständig an ihren thailändischen Partner Central Group. Österreichische, deutsche und italienische Behörden führen weiterhin mehrere getrennte strafrechtliche Ermittlungen gegen Benko und andere ehemalige Signa-Führungskräfte im Zusammenhang mit der Unternehmensführung und der Finanzberichterstattung des Mischkonzerns. Gerichtsverfahren und komplexe Vermögensabwicklungsprozesse in mehreren europäischen Rechtsordnungen werden voraussichtlich noch mehrere Jahre andauern.

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