
Barcelona startet Korridorstudien zur Umgestaltung der Haupteinfallstraßen und zur Verringerung des Autoverkehrs
Der Stadtrat vergab Gutachten für Avinguda Diagonal, Gran Via und Ronda Litoral, um die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs bis 2050 zu planen.
Neugestaltung der metropolitanen Stadttore
Der Stadtrat von Barcelona hat am 30. September 2026 drei öffentliche Ausschreibungen gestartet, um die Umgestaltung seiner wichtigsten Straßenkorridore zu prüfen und die anhaltenden Verkehrsstaus zu verringern. Die Aufträge, die über die städtische Gesellschaft Bimsa abgewickelt werden, sollen spezialisierte Teams aus den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und urbane Mobilität auswählen. Diese Teams werden den Verkehrsfluss analysieren und Vorschläge zur Neuverteilung des Straßenraums entlang der wichtigsten Zufahrtsachsen erarbeiten. Die Initiative umfasst vier zentrale Einfallspunkte: Avinguda Meridiana, Avinguda Diagonal, Gran Via Nord sowie die gemeinsame Achse von Gran Via Sud und Ronda Litoral Sud. Die städtischen Planer wollen den seit Langem bestehenden Fahrzeugstau entlasten, die Kapazität des öffentlichen Verkehrs erhöhen und die Zufahrtswege mit der künftigen Stadtentwicklung in Einklang bringen. Die technischen Berichte sollen Planungsprojektionen für drei konkrete Zeithorizonte festlegen: 2030, 2040 und 2050.
Pendlerströme über die metropolitanen Ringe
Die Verkehrszahlen der Stadt zeigen, dass an einem durchschnittlichen Tag rund 2,1 Millionen Fahrten in beide Richtungen Barcelona mit den Nachbargemeinden verbinden. Innerhalb der Stadtgrenzen dominieren nachhaltige Verkehrsmittel: Mehr als 80 % aller Wege im Stadtgebiet werden zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Die Abhängigkeit vom privaten Pkw wächst deutlich, je weiter die Pendler aus der Provinz anreisen. Rund 1,2 Millionen Fahrten täglich finden zwischen Barcelona und dem ersten metropolitanen Ring statt, wo private Kraftfahrzeuge 41 % der Wege ausmachen. Weitere 200.000 Fahrten verbinden die Hauptstadt mit dem übrigen Gebiet der Metropolregion Barcelona (AMB). Die verbleibenden 700.000 täglichen Fahrten entfallen auf die weitere Metropolregion und die Provinz, wo der Anteil privater Pkw in Städten wie Terrassa und Mataró auf 57 % steigt und im übrigen Teil der Provinz 63 % erreicht.
- Erster metropolitaner Ring
- 41 %
- Metropolregion
- 57 %
- Übrige Provinz
- 63 %
- Erster metropolitaner Ring
- 1.2 Mio. Fahrten
- Übrige Region und Provinz
- 0.7 Mio. Fahrten
- Übriges AMB-Gebiet
- 0.2 Mio. Fahrten
Konkrete Pläne für Meridiana und Diagonal
Das Gutachten für die Avinguda Meridiana läuft bereits und begleitet einen Entwurf zur Neuurbanisierung des Straßenabschnitts zwischen Fabra i Puig und der Sarajevo-Brücke. Dieser nördliche Abschnitt ist die letzte Phase der Umgestaltung einer Avenue, die historisch als innerstädtische Autobahn für den Verkehr aus dem Vallès-Gebiet diente. Die Planer prüfen eine Verlängerung der Fahrspur für Fahrzeuge mit hoher Besetzung und Busse (carril VAO), um Überlandbusse von der Autobahn C-58 direkt an den künftigen Bahnhof La Sagrera anzubinden. Der Vorschlag sieht zudem eine Prüfung der Verlegung und des Ausbaus des bestehenden Busbahnhofs Fabra i Puig vor. Im westlichen Sektor wird die Stadt ein eigenes Mobilitätsgutachten für den Korridor Porta Diagonal ausschreiben, der einen erheblichen Fahrzeugdruck aus der Region Baix Llobregat bewältigt.
Technischer Umfang und regionale Koordination
Die technischen Studien für alle vier Korridore sollen bis Ende 2027 vorliegen. Mit diesen Gutachten will die Stadtregierung objektive Daten zu Pendlerrouten, Verkehrsmitteln und Wohnorten im Umland gewinnen, um regionale Infrastrukturentscheidungen zu beeinflussen. Die daraus entstehenden Pläne sollen Designstandards definieren, damit diese Einfallspunkte weiterhin als lokale und regionale Verkehrskorridore dienen und gleichzeitig die Abhängigkeit vom privaten Pkw sinkt. Um diese Mobilitätsziele zu erreichen, ist eine Abstimmung zwischen der Stadtverwaltung und den regionalen Regierungsstellen in ganz Katalonien erforderlich.


