Regierung · Jerewan

Armenische Abgeordnete prügeln sich im Parlament wegen Äußerungen über Frauen – Sitzung unterbrochen

Abgeordnete des regierenden Lagers und der Opposition sind am Donnerstag, 29. Oktober 2026, in der Nationalversammlung Armeniens aufeinander losgegangen, nachdem eine Rede über Äußerungen des Cousins eines Oppositionsführers gefallen war. Mehrere Abgeordnete stürzten zu Boden, ein Krankenwagen wurde zum Parlament gerufen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Stirile ProTV, Η Ναυτεμπορική, Mediafax.ro und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Jerewan · Armenien
Wie es dazu kam
  1. Unterbrechung nach mehr als zehn Minuten PrügeleiDer Parlamentspräsident ordnet eine Pause an, Sicherheitskräfte werden gerufen, um die Abgeordneten zu trennen
  2. Die Auseinandersetzung verlagert sich in die KorridoreDas Sicherheitspersonal bildet zwei Reihen zwischen den Gruppen
  3. Sitzung nach einstündiger Pause fortgesetztRubinyan macht Narek Karapetyan für die Provokation des Zusammenstoßes verantwortlich

Die Äußerungen hinter dem Zusammenstoß

Abgeordnete der regierenden Partei Civil Contract und der oppositionellen Fraktion Strong Armenia lieferten sich am Donnerstag, 29. Oktober 2026, in der Nationalversammlung Armeniens eine Schlägerei. Auslöser waren Äußerungen von Sargis Karapetyan, einem Cousin des Oppositionsführers Narek Karapetyan, in einem Podcast. Nach Berichten der lokalen Presse sagte er, sollte seine Partei an die Macht kommen, werde keine Frau im Land um sexuelle Befriedigung gebracht; ein weiterer Teilnehmer schlug scherzhaft ein Ministerium für diesen Zweck vor. Im Januar 2026 hatte ein Soziologe das wachsende Interesse armenischer Frauen mittleren Alters an der Politik mit sexueller Unzufriedenheit erklärt. Das Podcast-Gespräch war anschließend vom politischen Engagement von Frauen zu sexueller Befriedigung und sinkenden Geburtenraten übergegangen.

Rede und Ansturm auf das Rednerpult

Taron Chakhoyan, Abgeordneter von Civil Contract, griff die Äußerungen im Plenum auf und fragte, warum sich noch niemand bei den Frauen entschuldigt habe. Er erinnerte Narek Karapetyan zudem daran, dass sein Cousin sich nicht entschuldigt habe. Karapetyan antwortete von seinem Sitz aus und ging dann auf das Rednerpult zu, woraufhin oppositionelle Abgeordnete zum Pult des Parlamentspräsidenten stürmten. Videoaufnahmen zeigen, wie Abgeordnete einander schubsten und schlugen, während andere versuchten, sie auseinanderzuziehen. Stühle flogen durch den Saal, einen davon schleuderte der stellvertretende Parlamentspräsident Vahagn Aleksanyan in Richtung der Oppositionsabgeordneten, und Chakhoyan war zu sehen, wie er dem Oppositionsabgeordneten Garnik Davtyan Wasser entgegenschüttete. Die Angaben zum Tagesordnungspunkt gehen auseinander: Einmal ist von einer Debatte über die Wahl eines Mitglieds der Rechnungskammer die Rede, einmal von einer Debatte über die Kontrolle der Staatsausgaben.

Unterbrechung und Prügelei im Korridor

Parlamentspräsident Ruben Rubinyan weigerte sich zunächst, die Sitzung zu unterbrechen, obwohl sich die Spannungen zuspitzten; die Auseinandersetzung dauerte mehr als zehn Minuten, bevor er eine Pause anordnete und die Sicherheitskräfte des Parlaments herbeirief. Die Sitzung wurde unterbrochen, als die Abgeordneten begannen, aufeinander einzuschlagen, und Sicherheitskräfte eingriffen, um die beiden Lager zu trennen. Die Prügelei verlagerte sich anschließend in die Korridore vor dem Saal, wo das Sicherheitspersonal zwei Reihen zwischen den Gruppen bildete. Nachdem Abgeordnete verletzt worden waren, wurde ein Krankenwagen zum Parlament gerufen; wie viele Menschen verletzt wurden, geht aus den Berichten nicht hervor.

Parlamentspräsident macht Oppositionsführer verantwortlich

Als die Sitzung nach einer einstündigen Pause fortgesetzt wurde, machte Rubinyan Narek Karapetyan für die Prügelei verantwortlich und sagte, der Oppositionsführer habe Chakhoyan provoziert. Nach Sichtung der Videoaufnahmen kam Rubinyan zu dem Schluss, die Verantwortung liege bei Karapetyan, und Chakhoyan habe in seiner Rede keine beleidigenden Worte benutzt. Laut dem Parlamentspräsidenten konnte Karapetyan seine Emotionen nicht beherrschen, habe Chakhoyan Beleidigungen zugeschrien, sich von seinem Sitz erhoben und versucht, ihn zu schlagen. Rubinyan behauptete zudem, der erste Schlag in der Auseinandersetzung sei von Garnik Davtyan gegen Chakhoyan gekommen. Alain Simonyan, Sekretär des Sicherheitsrats Armeniens, sagte separat, die Behörden hätten kein Interesse an solchen Vorfällen.

Ein wiederkehrendes Muster

Berichte beschreiben die Auseinandersetzung vom Donnerstag als zweite gewaltsame Konfrontation zwischen Regierungs- und Oppositionsabgeordneten innerhalb eines Monats. Ein ähnlicher Zusammenstoß hatte sich Anfang Oktober 2026 ereignet, nachdem der Strong-Armenia-Abgeordnete Edgar Ghazaryan Ruben Rubinyan vorgeworfen hatte, öffentliche Gelder für Abgeordnetendiäten zu missbrauchen. An beiden Vorfällen waren Mitglieder derselben zwei Fraktionen beteiligt. Die Berichte weisen zudem darauf hin, dass die Gewalt nur wenige Wochen nach der Verabschiedung von Regeln durch das neu gewählte Parlament ausbrach, die solches Verhalten verhindern sollten. Welche disziplinarischen Schritte folgen, geht aus den Artikeln nicht hervor.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen