Regierung · Tirana

Albanien führt Geldstrafen von bis zu 5.500 Euro für Menschen ein, die sich in gewalttätigen Protestmengen aufhalten

Albaniens Regierung verabschiedete die Maßnahmen am Mittwoch, 28. Oktober, während Oppositionsabgeordnete am Donnerstag, 29. Oktober eine Parlamentssitzung mit Leuchtfackeln störten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von HotNews.ro, NEWS 24/7, Mediafax.ro und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Tirana · Albanien
Wie es dazu kam
  1. 25.10.Rama sagt, er sei von einem französischen Gesetzentwurf zur Haftung von Protestierenden inspiriert worden
  2. 28.10.Die Regierung verabschiedet Geldstrafen und Polizeibefugnisse zur Einschränkung von Versammlungen
  3. 29.10.Die Opposition stört eine Parlamentssitzung mit Fackeln und Wasserflaschen

Geldstrafen und neue Polizeibefugnisse

Am Mittwoch, 28. Oktober, verabschiedete die albanische Regierung gesetzliche Maßnahmen, die Geldstrafen von bis zu 500.000 Lek – rund 5.500 Euro oder 6.130 US-Dollar – für jeden vorsehen, der sich in einer Menschenmenge aufhält, in der es im öffentlichen Raum zu Gewalt oder Plünderungen kommt, oder der seine Identität verbirgt. Die Strafen gelten auch dann, wenn die Person selbst keine Gewalttaten begangen hat. Die Polizei darf zudem Versammlungen in bestimmten Gebieten vorübergehend einschränken, darunter in der Nähe von Schulen, Krankenhäusern und Regierungsgebäuden, wo ein Gewaltrisiko besteht. Die Maßnahmen sehen außerdem Sanktionen gegen Online-Aufrufe zur Gewalt sowie Entschädigungen für kleine Unternehmen vor, die während der Proteste beschädigt wurden. Sie treten sofort in Kraft, müssen aber innerhalb von 45 Tagen vom Parlament gebilligt werden, damit sie in Kraft bleiben.

Höchststrafe im Vergleich zum durchschnittlichen MonatslohnEUR
Höchststrafe pro Person
5500 EUR
Durchschnittlicher Monatslohn vor Steuern
930 EUR

Daten aus dem Artikeltext

Wie sich die Proteste entwickelten

Die Bewegung begann im Mai friedlich mit Kundgebungen gegen ein Luxushotelprojekt in einem Naturschutzgebiet, ein Projekt, das von Jared Kushner unterstützt wird, dem Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump. Die Bewegung hat keine klare Führung. Mitte Oktober weiteten sich die Kundgebungen zu einer Welle von studentisch geprägten Protesten gegen wahrgenommene Korruption, Mängel im Gesundheitssystem und fehlende Perspektiven für junge Menschen in einem Land mit 2,3 Millionen Einwohnern aus. Die Protestierenden werfen der gesamten politischen Klasse Korruption vor und nennen sowohl Premierminister Edi Rama als auch Oppositionsführer Sali Berisha. Die Protestierenden fordern den Rücktritt Ramas. In der Woche des 19. Oktober versuchten auch Oppositionsabgeordnete, eine Abstimmung im Parlament zu stören. Albanien ist EU-Beitrittskandidat.

Gewalt und die Kosten der Unruhen

Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Protestierenden haben sich in den vergangenen Tagen zu regelrechten Straßenschlachten in Tirana ausgeweitet. Seit Mitte Oktober versammeln sich die Demonstranten täglich in der Hauptstadt. Etwa 350 Menschen wurden verletzt, darunter Polizeibeamte, und Dutzende Protestierende wurden festgenommen. Bei den Auseinandersetzungen griffen einige Protestierende offizielle Gebäude an, und die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Menschenmengen zu zerstreuen. Offizielle Schätzungen beziffern die Schäden durch die Proteste seit Mitte Oktober auf mehr als 2 Millionen Euro. Rama hat die Gewalt wiederholt „ausländischen Akteuren“ angelastet und Russland und Iran beschuldigt, Online-Desinformation voranzutreiben, während er zugleich zum Dialog aufrief.

Zusammenstoß im Parlament und das französische Vorbild

Am Sonntag, 25. Oktober, sagte Rama, er sei von einem französischen Gesetzentwurf inspiriert worden, den die zweite Kammer des französischen Parlaments am Mittwoch gebilligt hatte und der Protestierende für Schäden haftbar machen soll, die bei Straßendemonstrationen entstehen. Am Donnerstag, 29. Oktober, zündeten Oppositionsabgeordnete während einer Sitzung des Parlaments in Tirana Rauchfackeln und Signalraketen, riefen „Rama, tritt zurück!“ und warfen Wasserflaschen nach dem Premierminister. Mehrere Abgeordnete hielten Fotos von Protestierenden hoch, die von der Polizei verletzt worden waren, sowie Schilder zur Unterstützung der Proteste. Belind Kellici von der oppositionellen Demokratischen Partei warf Rama und seinen sozialistischen Abgeordneten vor, ihre Agenda fortzuführen, als sei nichts geschehen, und nannte es einen bewussten Versuch, das Ausmaß der Krise des Landes zu leugnen.

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