
Argentinien schlägt England 2:1 mit späten Toren und trifft im Finale auf Spanien – Falkland-Banner sorgt für Ärger
Ein später Doppelschlag von Enzo Fernández und Lautaro Martínez drehte Anthony Gordons Führungstor und brachte den Titelverteidiger ins Finale am Sonntag gegen Spanien. Nach dem Abpfiff zeigten die Spieler ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“, das an den Krieg von 1982 erinnert und FIFA-Disziplinarmaßnahmen riskiert.
Spielzusammenfassung
Argentinien erreichte mit einem dramatischen 2:1-Comeback-Sieg über England in Atlanta zum zweiten Mal in Folge das WM-Finale. Die erste Halbzeit war eine körperbetonte, verhaltene Angelegenheit mit nur zwei nennenswerten Torchancen: ein John-Stones-Kopfball neben das Tor nach einem Freistoß von Declan Rice in der 33. Minute und ein langer Schuss von Enzo Fernández, der fünf Minuten später knapp über Jordan Pickfords Latte strich. Beide Seiten legten Wert auf defensive Stabilität, und die Halbzeit endete torlos.
England ging nach der Pause in Führung. In der 55. Minute flankte Morgan Rogers an den zweiten Pfosten, und Anthony Gordon vollendete ins leere Tor. Argentinien reagierte mit hohem Pressing, und Pickford musste zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Doppelparade gegen Julián Álvarez zeigen. Der Druck zahlte sich schließlich aus. Fernández glich in der 85. Minute aus, und tief in der Nachspielzeit erzielte Lautaro Martínez in der 90.+2 Minute den Siegtreffer zum 2:1-Endstand.
- Intensiver körperbetonter Beginn, wenige klare Chancen in der ersten halben Stunde
- Stones Kopfball neben das Tor nach einem Rice-Freistoß
- Fernández langer Schuss knapp über Pickfords Latte
- Gordon trifft für England nach Rogers Flanke, 1:0
- González Kopfball von Pickford nach Messi-Flanke gehalten
- Fernández gleicht für Argentinien aus, 1:1
- Lautaro Martínez erzielt den Siegtreffer, 2:1
- Argentinische Spieler entrollen Banner „Las Malvinas son Argentinas“
Falkland-Banner und FIFA-Ermittlungen
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff entrollten argentinische Spieler ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ („Die Malwinen sind argentinisch“), dem spanischen Namen für die Falklandinseln. Diese Geste wird wahrscheinlich FIFA-Disziplinarmaßnahmen nach sich ziehen. Im Jahr 2014 verhängte der Weltverband eine Geldstrafe von 20.000 Pfund gegen den argentinischen Fußballverband, nachdem Spieler vor einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien dieselbe Botschaft gezeigt hatten, und wertete dies als Verstoß gegen die Regeln zu politischen Äußerungen und Fehlverhalten der Mannschaft.
Vizepräsidentin Victoria Villarruel verstärkte die Botschaft in den sozialen Medien.
Es war nicht nur ein weiteres Spiel. Die Falklandinseln sind argentinisch. Sie haben uns verboten, sie auf das Spielfeld zu bringen, aber sie haben vergessen, dass wir sie in unserem Blut und in unseren Herzen tragen.
Tage vor dem Halbfinale hatte Villarruel gesagt, das Spiel gehe darum, „die Invasoren in ihre Schranken zu weisen.“ Die Spieler stimmten auch Gesänge an, die sich auf die Inseln und die argentinischen Fußballikonen Diego Maradona und Lionel Messi bezogen.
Historische Bedeutung
Argentinien und England verbindet eine Rivalität, die im Falklandkrieg von 1982 wurzelt. Der Konflikt dauerte 74 Tage, nachdem die argentinische Militärjunta das britische Überseegebiet besetzt hatte. Er forderte 655 argentinische, 255 britische Soldaten und drei Inselbewohner als Todesopfer. Vier Jahre später trafen die beiden Nationen im Viertelfinale der WM 1986 in Mexiko aufeinander. Maradona erzielte das berüchtigte „Hand Gottes“-Tor und dann das „Jahrhunderttor“, was Argentinien zu einem 2:1-Sieg führte. Er sagte später, es habe sich angefühlt, als hätte er ein Land besiegt, nicht nur eine Fußballmannschaft.
Finale gegen Spanien
Argentinien trifft im Finale am Sonntag, den 19. Juli, um 22:00 Uhr auf Spanien. Es ist das erste Mal, dass der amtierende Weltmeister auf den Europameister in einem WM-Finale trifft. Spanien, das die EM 2024 gewann, besiegte Frankreich im Halbfinale mit 2:0. Das Spiel um Platz drei zwischen Frankreich und England beginnt am selben Tag früher.

