Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt im September 2026 auf 2,994 Millionen – Quote bei 6,4 Prozent
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September 2026 um 67.000 auf 2,994 Millionen gesunken, die Arbeitslosenquote fiel damit auf 6,4 Prozent, während die saisonbereinigten Zahlen einen Anstieg um 12.000 zeigten.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit auf nationaler Ebene
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September 2026 unter die Drei-Millionen-Marke gefallen und erreichte 2,994 Millionen. Nach den in Nürnberg von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgelegten Daten bedeutet dies einen Rückgang um 67.000 Personen gegenüber August 2026. Die Gesamtarbeitslosigkeit lag jedoch um 40.000 höher als im September 2025. Nach saisonaler Bereinigung verwandelte sich der unbereinigte saisonale Rückgang in einen Anstieg um 12.000 Arbeitslose.
Die bundesweite Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte gegenüber August auf 6,4 Prozent, lag damit aber weiterhin 0,1 Prozentpunkte über dem Wert von vor zwölf Monaten. Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, bezeichnete den Beginn der saisonalen Herbstbelebung als kraftlos.
Die konjunkturelle Verbesserung erreicht den Arbeitsmarkt noch nicht.
Breitere Beschäftigungsindikatoren und offene Stellen
Breitere Arbeitsmarktindikatoren zeigten unterschiedliche Entwicklungen bei sozialen Sicherungssystemen und Qualifizierungsmaßnahmen. Die Unterbeschäftigung, die neben den registrierten Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Programmen oder bei kurzfristiger Krankheit umfasst, erreichte im September 2026 3,615 Millionen Menschen. Saisonbereinigt ging die Unterbeschäftigung um 7.000 Personen gegenüber August zurück, lag jedoch um 25.000 höher als im September 2025.
Die Zahl der erwerbsfähigen Empfänger von Grundsicherung belief sich auf 3,704 Millionen, ein Rückgang um 145.000 gegenüber September 2025. Die Nachfrage der Arbeitgeber nach neuen Arbeitskräften blieb gedämpft: Bundesweit wurden 660.000 gemeldete offene Stellen registriert. Die Agentur stellte fest, dass sich die Nachfrage nach einem längeren Rückgang auf niedrigem Niveau stabilisiert habe.
- Empfänger von Grundsicherung
- 3.704 Mio. Menschen
- Unterbeschäftigte
- 3.615 Mio. Menschen
- Registrierte Arbeitslose
- 2.994 Mio. Menschen
- Gemeldete offene Stellen
- 0.66 Mio. Menschen
Strukturelle Herausforderungen und Arbeitskräfteangebot
Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für die Gesamtwirtschaft ein moderates Wachstum, doch die Forscher der Agentur erwarten für das vierte Quartal 2026 keine endgültige Trendwende am Arbeitsmarkt. Nahles beobachtete, dass sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Übergangsphasen typischerweise von der Beschäftigungsentwicklung abkoppelt, was beim Eintritt in und beim Verlassen von Konjunkturtälern zu Verzögerungen führt.
Der demografische Wandel lässt den inländischen Arbeitskräftepool weiter schrumpfen, da die Babyboomer-Kohorten das Rentenalter erreichen, während die Zuwanderung aus dem Ausland nachgelassen hat. Nahles forderte eine verstärkte und regulierte Zuwanderung, um strukturellen Engpässen zu begegnen, und betonte, dass der demografische Wandel langfristige operative Herausforderungen in allen Branchen mit sich bringe.
Wenn man auf die nächsten fünf Jahre schaut, ist für mich der Fachkräftemangel nach wie vor das größere Problem als die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt.
Regionale Entwicklungen in Ostdeutschland
Die regionalen Zahlen spiegelten lokale saisonale Veränderungen wider, wobei die am 14. September 2026 erhobenen Daten ein gemischtes Bild zeigten. In Sachsen-Anhalt ging die Arbeitslosigkeit gegenüber August um 2.700 Personen (3 Prozent) auf knapp 88.000 zurück, lag damit aber um fast 1.200 Personen höher als im September 2025. Die regionale Arbeitslosenquote fiel auf 8,0 Prozent, nach 8,2 Prozent im August, aber 7,8 Prozent im September 2025.
Der Regionaldirektionsvorsitzende Markus Behrens berichtete, dass die Einstellung von Jugendlichen in Ausbildungsverhältnisse die saisonale Verbesserung vorantrieb, begleitet von Integrationserfolgen bei ausländischen Arbeitskräften. Die lokalen Arbeitgeber meldeten im September 3.500 offene Stellen, ein Anstieg um 17,1 Prozent (über 500 Stellen) gegenüber dem Vorjahr, womit sich die Zahl der seit Januar neu gemeldeten Stellen auf 30.160 beläuft.
Die erhoffte Herbstbelebung ist am Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt angekommen.
- September 2025
- 7.8 %
- August 2026
- 8.2 %
- September 2026
- 8 %
