Makroökonomie · Berlin, München und Nürnberg

Deutsche Wirtschaft wächst im dritten Quartal 2026 um 0,2 Prozent und übertrifft die Stagnationsprognosen

Das Statistische Bundesamt (Destatis) teilte am Freitag, 30. Oktober, mit, die Wirtschaftsleistung sei trotz Niedrigwasser am Rhein und Iran-Krieg um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, während die Exporte schwächelten und die Investitionen sanken.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von tagesschau.de, ANSA.it, Handelsblatt und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin, München, Nürnberg · Deutschland

Wachstum übertrifft Prognosen

Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands ist im Quartal von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent gestiegen. Das geht aus einer am Freitag, 30. Oktober, veröffentlichten ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Befragte Ökonomen hatten überwiegend Stagnation oder allenfalls ein Plus von 0,1 Prozent erwartet. Der Drittquartalswert folgt auf ein Wachstum von 0,4 Prozent im ersten und 0,3 Prozent im zweiten Quartal 2026. Der Sommer fiel schwächer aus als der Jahresauftakt, doch die Erholung ist nicht ins Stocken geraten. Die Wirtschaft wuchs weiter, obwohl der Iran-Krieg und niedrige Pegelstände die Aktivität belasteten.

BIP-Wachstum in Deutschland, Quartal gegenüber Vorquartal, 2026%
Q1 2026
0.4 %
Q2 2026
0.3 %
Q3 2026
0.2 %

Daten aus dem Artikeltext

Treibende und bremsende Kräfte

Niedrige Wasserstände am Rhein bremsten die Binnenschifffahrt und störten die industriellen Lieferketten, während Chemie und Stahl stark getroffen wurden. Der erwartete Konjunktureinbruch im Sommer blieb aus. Der private Konsum legte leicht zu, die Investitionen gingen nach den vorläufigen Zahlen jedoch zurück. Die Exporte, die im ersten Halbjahr sehr dynamisch gewesen waren, schwächten sich im dritten Quartal spürbar ab. Höhere staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung gelten als wichtigster Impuls hinter der Erholung, während die Haushalte durch hohe Preise und einen schwachen Arbeitsmarkt weiter zurückhaltend bleiben.

Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei Bethmann HAL, sagte, der Aufschwung beruhe auf öffentlicher Kreditaufnahme:

„Dass die Wirtschaft den nächsten Zuwachs liefert, liegt vor allem am schuldenfinanzierten Fiskalpaket. Ohne diesen künstlich ausgelösten Impuls wäre die Wirtschaftsleistung wohl stagniert.“

Alexander Krüger

Arbeitsmarkt und Ausblick

Die Bundesagentur für Arbeit meldete am selben Tag, die Arbeitslosigkeit sei im Oktober saisonbereinigt um 40.000 auf 2,955 Millionen gesunken, die Arbeitslosenquote sei um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent gefallen. Im Vergleich zum Oktober 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 44.000. Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, sagte, die konjunkturellen Bedingungen reichten noch nicht für eine Erholung des Arbeitsmarkts:

„Die konjunkturellen Bedingungen reichen noch nicht für eine Verbesserung am Arbeitsmarkt.“

Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,3 Prozent angehoben, das Ifo-Institut in München erwartet 1,4 Prozent. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist den sechsten Monat in Folge gestiegen, und Ifo-Umfrageleiter Klaus Wohlrabe sagte, Deutschland erhole sich, gehöre aber noch nicht wieder zur Spitzengruppe. Das Berliner DIW-Institut erwartet einen stärkeren Jahresabschluss; die Ökonomin Geraldine Dany-Knedlik sagte:

„Die deutsche Wirtschaft startet offenbar zu einem Endspurt ins Jahr, vor allem weil die Industrie nach Jahren der Schwäche endlich wieder auf die Beine kommt.“

Geraldine Dany-Knedlik

Nachbarn im Euroraum

Spanien blieb die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft im Euroraum: Nach Angaben des Statistikinstituts INE stieg das BIP im dritten Quartal um 0,6 Prozent und damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Spanien war im zweiten Quartal um 0,7 Prozent und im ersten um 0,6 Prozent gewachsen. Frankreich entwickelte sich in die andere Richtung: Das Statistikamt Insee meldete für den Sommer einen Rückgang um 0,1 Prozent, während Analysten ein Plus von 0,1 Prozent erwartet hatten. Frankreich war bereits im ersten Quartal leicht geschrumpft und im zweiten stagniert; sinkende Investitionen und Exporte belasteten das dritte Quartal. Auch die öffentlichen Finanzen und die Sparpläne der Regierung, die teils gewaltsame Proteste ausgelöst haben, rückten in den Fokus der Märkte, und die Renditen französischer Staatsanleihen waren zuletzt auf Mehrjahreshöchststände gestiegen.

BIP-Wachstum im dritten Quartal 2026, ausgewählte Volkswirtschaften des Euroraums%
Deutschland
0.2 %
Spanien
0.6 %
Frankreich
-0.1 %

Daten aus dem Artikeltext

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