
Deutscher Netzbetreiber Mitnetz verzeichnet über 10.000 Anträge für Batteriespeicher
Der größte Netzbetreiber Ostdeutschlands, Mitnetz Strom, hat seit Januar 2026 mehr als 10.000 Anträge für den Anschluss von Batteriespeichern erhalten – angetrieben von einer nahenden Frist im Jahr 2029 für eine 20-jährige Befreiung von den Netzentgelten.
Ansturm von Netzanschlussanträgen
Der größte Stromnetzbetreiber Ostdeutschlands, Mitnetz Strom, erlebt einen starken Anstieg von Registrierungsanträgen für neue Batteriespeichersysteme. Zwischen Januar und Mitte September 2026 verzeichnete der in Kabelsketal ansässige Verteilnetzbetreiber mehr als 10.000 Anschlussanträge in seinem Versorgungsgebiet. Die Zahlen veröffentlichte das Unternehmen nach einer Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Geschäftsführer Lutz Eckenroth bezeichnete den schnellen Zustrom von Anschlussanträgen als „Tsunami“ von Anträgen. Die Menge der eingehenden Anträge spiegelt die wachsende Aktivität bei der Entwicklung von Energiespeichern – sowohl bei privaten Haushaltskunden als auch bei gewerblichen Energieunternehmen, die einen Netzanschluss suchen.
Kapazität konzentriert sich auf Großanlagen
Während die Zahl der Anträge stark von kleinen Einheiten geprägt ist, entfallen auf gewerbliche und industrielle Anlagen nahezu die gesamte beantragte elektrische Leistung. Von den mehr als 10.000 bis Mitte September 2026 erfassten Anträgen entfallen auf leistungsstärkere Projekte über einem Megawatt knapp 650 Anträge. Obwohl sie nur einen kleinen Teil der Gesamtzahl der Projekte ausmachen, stehen diese rund 650 Großanlagen für fast 97 Prozent der beim Betreiber registrierten elektrischen Gesamtleistung. Eckenroth beschrieb die aktuelle kommerzielle Dynamik rund um große Batterieanlagen als „Goldgräberstimmung“. In einigen Fällen hätten Projektentwickler die Nachfrage ausgenutzt, indem sie Netzanschlussreservierungen mit dem ausdrücklichen Ziel sicherten, diese Rechte an andere gewerbliche Akteure weiterzuverkaufen.
- Mitnetz Strom verzeichnet mehr als 10.000 seit Januar eingegangene Anschlussanträge für Batteriespeicher
- Branchenexperten und politische Entscheidungsträger bewerten beim Ostdeutschen Energieforum in Leipzig die Netzintegration von Speichern
- Gesetzliche Frist, bis zu der neu errichtete Batteriespeicher in Betrieb gehen müssen, um eine 20-jährige Befreiung von den Netzentgelten zu erhalten
Befreiungsfrist treibt Entwickler an
Der Anstieg der Anträge wird vor allem durch das bevorstehende Auslaufen einer regulatorischen Vergünstigung für Betreiber von Batteriespeichern angetrieben. Nach den derzeit geltenden deutschen gesetzlichen Regelungen erhalten Energiespeicheranlagen, die bis 2029 in Betrieb genommen und kommerziell betrieben werden, eine 20-jährige Befreiung von den Netzanschluss- und Übertragungsentgelten (Netzentgelte). Da diese 20-jährige Befreiung die Wirtschaftlichkeit von Projekten über zwei Jahrzehnte Betrieb deutlich verbessert, bemühen sich Investoren und Entwickler darum, die Netzanschlussberechtigung zu sichern, bevor das gesetzliche Zeitfenster schließt. Um die 20-jährige Befreiung vor der Frist 2029 zu erhalten, müssten Investoren neu geplanter Speicherprojekte nach den Worten von Eckenroth „Gas geben“, um Planung und Netzintegration abzuschließen.
Branchendiskussionen beim Energieforum in Leipzig
Die operative Rolle und die wirtschaftlichen Auswirkungen von Batteriespeichersystemen im laufenden Energiewandel stehen im Mittelpunkt des Ostdeutschen Energieforums in Leipzig. Führungskräfte der Energiewirtschaft, Netztechniker und politische Entscheidungsträger, die an der Veranstaltung teilnehmen, untersuchen, wie die regionalen Netze die schnelle Ausweitung elektrischer Speicherkapazitäten bewältigen können. Batteriespeicher gelten als funktionale Technologie zum Ausgleich der fluktuierenden Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Sonnenkraft. Als größter Verteilnetzbetreiber Ostdeutschlands betreibt Mitnetz Strom die regionale Stromverteilungsinfrastruktur, weshalb seine Antragszahlen ein direktes Maß für regionale Energieinvestitionen sind. Das Forum in Leipzig befasst sich weiterhin mit den technischen und regulatorischen Anpassungen, die erforderlich sind, wenn neue Speicherkapazität ans Netz geht.

