Energie & Handel · Berlin, Düsseldorf und Jänschwalde
Bundesnetzagentur vergibt elf Aufträge für Gaskraftwerke, überwiegend an RWE und LEAG
Die Bundesnetzagentur hat elf Aufträge für neue Gaskraftwerke vergeben, die Wind- und Solarstrom absichern sollen. Die meisten gingen an RWE und LEAG; bezahlt werden die Anlagen über eine Umlage auf alle Stromverbraucher.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Wirtschafts Woche, stern.de, DIE WELT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die Bundesnetzagentur vergab aus 41 Geboten elf Zuschläge mit insgesamt rund 5.160 Megawatt zu einem Durchschnittspreis von 155.296 Euro je Megawatt und Jahr.
LEAG erhält sieben Zuschläge, RWE drei, die Stadtwerke Karlsruhe einen; das Handelsblatt beziffert den Anteil der beiden Unternehmen am zugeschlagenen Volumen auf rund 70 Prozent.
Berechnungen von Reuters ergeben jährliche Zahlungen von rund 800 Millionen Euro, über 15 Jahre etwa 12 Milliarden Euro, finanziert über eine Umlage auf die Stromverbraucher ab 2031.
Der Grünen-Politiker Michael Kellner, der BUND und die Deutsche Umwelthilfe kritisierten die Konzentration der Zuschläge und die Umstellung alter Braunkohlekraftwerke auf Gas.
- November 2031Gaskraftwerke sollen ab November 2031 die Versorgung sichern
- 2038Zieljahr für den Abschluss des Kohleausstiegs
- 2045Gaskraftwerke sollen spätestens dann mit Wasserstoff laufen
Erste Ausschreibungsrunde
Die Bundesnetzagentur hat am Dienstag, 3. November, elf Zuschläge aus ihrer ersten Ausschreibung für neue Gaskraftwerke bekannt gegeben, die Phasen schwacher Wind- und Sonneneinstrahlung abdecken sollen. Die Zuschläge summieren sich auf rund 5.160 Megawatt, also 5,16 Gigawatt. Ausgeschrieben waren ursprünglich 4.500 Megawatt; 41 Gebote mit insgesamt fast 12.000 Megawatt gingen ein, sieben davon wurden wegen formaler Mängel ausgeschlossen. Es wurde mehr Leistung zugeschlagen als geplant, weil eine Rechtsregel auch das Gebot mitzählt, das das Volumen erst über die ausgeschriebene Menge hinaus hebt. Die Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen und spätestens ab 2045 mit klimaneutralem Wasserstoff laufen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nannte die erste Runde einen Erfolg und stellte sie in den Zusammenhang mit den Kosten der Versorgungssicherheit.
„Wir bringen die Kraftwerksstrategie von der Planung in die Umsetzung und schaffen damit die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung.“
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sagte, die regionale Streuung der Zuschläge unterstütze auch einen sicheren Netzbetrieb.
„Die Ergebnisse der Ausschreibung sind ein wichtiger erster Schritt, um die Stromversorgung langfristig und kosteneffizient zu sichern.“
Wo die Kraftwerke entstehen
LEAG erhält sieben Zuschläge, davon vier am Standort Jänschwalde in Brandenburg, zwei in Boxberg in Sachsen und einen für das Gaskraftwerk Leipheim, ihre Tochtergesellschaft in Bayern. RWE erhält drei in Nordrhein-Westfalen, in Voerde, Weisweiler und Werne. Der letzte Zuschlag geht an die Stadtwerke Karlsruhe für ein Kraftwerk in Baden-Württemberg; das Unternehmen befindet sich mehrheitlich in kommunaler Hand. Die meisten Projekte entstehen an bestehenden oder ehemaligen Kohlekraftwerksstandorten. Das Handelsblatt schreibt in einem Kommentar, RWE und LEAG hielten zusammen rund 70 Prozent des zugeschlagenen Volumens und spielten neben EnBW und Uniper bereits eine dominierende Rolle bei steuerbarer Leistung.
- Brandenburg
- 4 Zuschläge
- Nordrhein-Westfalen
- 3 Zuschläge
- Sachsen
- 2 Zuschläge
- Bayern
- 1 Zuschläge
- Baden-Württemberg
- 1 Zuschläge
Daten aus dem Artikeltext
Kosten und Umlage
Der durchschnittliche Zuschlagspreis liegt bei 155.296 Euro je Megawatt anrechenbarer Leistung und Jahr und damit deutlich unter der für die Ausschreibung festgelegten Obergrenze von 244.000 Euro. Die Betreiber werden 15 Jahre ab Inbetriebnahme bezahlt, selbst wenn die Anlagen nur wenige Stunden im Jahr laufen. Berechnungen von Reuters ergeben jährliche Zahlungen von rund 800 Millionen Euro, über die Vertragslaufzeit also etwa 12 Milliarden Euro. Die Bundesnetzagentur erklärt, der Wettbewerb habe die Förderkosten gedrückt; die Nettokosten könnten niedriger ausfallen, weil die Betreiber bei sehr hohen Strompreisen einen Teil ihrer Erlöse zurückgeben müssen. Die Kosten sollen über eine neue Umlage auf alle Stromverbraucher refinanziert werden, deren Höhe noch offen ist; laut Handelsblatt soll sie 2027 eingeführt und ab 2031 erhoben werden. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke begrüßte die Zuschläge für LEAG, kritisierte aber die Kosten – auf dem Competitive-Germany-Summit von Politico in Berlin.
Kritik an Marktmacht und Emissionen
Der Grünen-Politiker Michael Kellner sagte Reuters, das Ausschreibungsdesign habe sich ins Gegenteil verkehrt, und die Ergebnisse verschafften den alten Kohleunternehmen eine dominierende Stellung.
„Die Ergebnisse verschaffen den alten Kohleunternehmen RWE und LEAG enorme Marktmacht.“
Der Umweltverband BUND wandte ein, mehrere Zuschläge gingen an alte Braunkohlekraftwerke, die auf Gas umgestellt werden; diese seien weniger effizient als neue Anlagen und damit klimaschädlicher. Die Deutsche Umwelthilfe erklärte, LEAG habe Zuschläge für sechs Anlagen erhalten, und mutmaßte, die mit staatlichen Zuschlägen finanzierte Umstellung von Braunkohlestandorten könne erklären, warum die Gebote niedriger ausfielen als erwartet. Greenpeace argumentierte, die Regierung halte das Land an fossilem Gas fest, und günstigere Alternativen wie Batteriespeicher seien faktisch ausgeschlossen worden. Das Bundeskartellamt hatte RWE zuvor eine Marktstellung deutlich oberhalb der Vermutungsschwelle für Marktbeherrschung bescheinigt und LEAG eine knapp darüber.
Zeitplan und nächste Schritte
Die Anlagen müssen bis 2031 in Betrieb sein; laut Tagesschau sollen sie ab November 2031 zur Versorgungssicherheit beitragen. Eine weitere Gebotsrunde startet in Kürze, zwei weitere Ausschreibungen sind geplant. Deutschland will bis 2038 aus der Kohleverstromung aussteigen; die Gaskraftwerke sollen spätestens 2045 mit Wasserstoff laufen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Wirtschafts WocheVersorgungssicherheit: Neue Gaskraftwerke: Zuschläge fast nur für RWE und Leag
- stern.deBoxberg soll Standort für Gaskraftwerk werden
- DIE WELTEnergieversorgung: "Strompreis wird durch den Bau der Gaskraftwerke steigen"
- HandelsblattKommentar: Reservekraftwerke - die Rechnung für die Verbraucher kommt 2031
- Katherina Reiche
- Bundeswirtschaftsministerin (CDU), die die Ausschreibung als Erfolg bezeichnete
- Klaus Müller
- Präsident der Bundesnetzagentur, der Bundesnetzregulierungsbehörde, die die Ausschreibung durchführte
- Dietmar Woidke
- Brandenburgs Ministerpräsident (SPD), der die Zuschläge für LEAG begrüßte, aber die Kosten kritisierte
- Michael Kellner
- Politiker der Grünen, der sagte, die Ergebnisse verschafften RWE und LEAG Marktmacht
- Orte
- Berlin, Deutschland, Düsseldorf, Karlsruhe
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