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Klima · Berlin und Erlangen

Greenpeace-Studie: Deutsche Rechenzentren verbrauchten 2025 13 Milliarden Liter Wasser

Eine im Auftrag von Greenpeace erstellte Studie des Öko-Instituts warnt, dass neue Mega-Anlagen den Wasserbedarf von Rechenzentren in Deutschland bis 2030 auf bis zu 27 Milliarden Liter pro Jahr treiben könnten. Recherchen des SWR ergaben, dass viele große Betreiber offenbar die gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchsdaten nicht veröffentlichen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, Bayerischer Rundfunk, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin, Erlangen · Deutschland

Wasserverbrauch von Rechenzentren

Eine vom Öko-Institut im Auftrag von Greenpeace erstellte und am Freitag, 6. November 2026, vorgestellte Studie beziffert das Wasser, das 2025 in Deutschland zur Kühlung von Rechenzentren verwendet wurde, auf rund 13 Milliarden Liter. Diese Menge entspricht etwa 70 Prozent des Wassers im Pilsensee in Oberbayern. Die Forschenden erwarten, dass der Bedarf mit der Inbetriebnahme neuer Anlagen stark steigen wird – bis 2030 sind bis zu 27 Milliarden Liter pro Jahr möglich. Die Studie vergleicht diese Zahl mit dem Trinkwasserverbrauch einer Stadt mit etwa 580.000 Einwohnern. Für die Menge des Jahres 2025 allein nennt sie den Vergleich mit einer Stadt mit 275.000 Einwohnern.

Wasser zur Kühlung von Rechenzentren in DeutschlandMilliarden Liter
2025 (verbraucht)
13 Milliarden Liter
2030 (möglich, bis zu)
27 Milliarden Liter

Daten aus dem Artikeltext

Geplante Mega-Anlagen

Laut der Studie sind in Deutschland rund 30 große Rechenzentren mit mehr als 100 Megawatt Serverkapazität geplant. Für eine solche Anlage mit 100 Megawatt wird der jährliche Wasserbedarf je nach eingesetzter Kühltechnik auf 200 bis 930 Millionen Liter geschätzt. Diese Spanne entspricht dem Trinkwasserverbrauch einer Kleinstadt mit bis zu 20.000 Einwohnern. In Regionen, die bereits trocken sind, können solche Anlagen der Studie zufolge akuten Grundwasserstress, Verteilungskonflikte und Schäden an lokalen Ökosystemen verursachen.

Industrie und Forschende sind uneinig

Der Digitalverband Bitkom hat den Wasserbedarf als weitgehend unproblematisch eingestuft. Fast zwei Drittel der deutschen Anlagen verbrauchten höchstens 0,1 Liter Wasser pro Kilowattstunde IT-Leistung, wobei die relevante Nutzung sich überwiegend auf Verdunstungskühlung beschränke. Das Öko-Institut kommt nach dem Entfernen fehlerhafter Einträge aus dem offiziellen Rechenzentrumsregister auf einen gewichteten Durchschnitt von 0,67 Litern pro Kilowattstunde. Die Studie widerspricht zudem dem Branchenargument, ein niedriger Stromverbrauch müsse mit einem höheren Wasserverbrauch erkauft werden: Sie findet keinen statistischen Zusammenhang zwischen Energie- und Wassereffizienz. Moderne Trocken- oder Kompressionskühlung könne den direkten Wasserverbrauch auf null senken, heißt es weiter.

Wasserverbrauch pro Kilowattstunde IT-Leistung nach QuelleLiter pro kWh
Bitkom: Obergrenze für fast zwei Drittel der Anlagen
0.1 Liter pro kWh
Öko-Institut: gewichteter Durchschnitt
0.67 Liter pro kWh

Daten aus dem Artikeltext

Kühlmethoden und lokale Folgen

Greenpeace zufolge nutzt etwa ein Drittel der rund 1.200 Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland Verdunstungskühlung, vor allem in den Sommermonaten. Dabei entweicht das Trinkwasser als Dampf in die Atmosphäre und steht dem lokalen Wasserkreislauf oder den Haushalten nicht mehr zur Verfügung. Die Digitalexpertin von Greenpeace, Linda Klapdor, sagte, die lokalen Folgen seien bereits sichtbar.

„Der Trend zu immer größeren Anlagen mit ihrem enormen Wasserverbrauch verschärft den lokalen Wasserstress und löst Nutzungskonflikte aus.“

Linda Klapdor

Greenpeace fordert, dass Rechenzentren in wasserarmen Regionen nur mit geschlossenen Wasserkreisläufen ans Netz gehen dürfen und ihr Strom aus erneuerbaren Quellen stammen muss. Zudem kämen die Betreiber ihrer Pflicht zur Meldung des Wasserverbrauchs nur teilweise nach, fehlende Daten würden nicht systematisch geprüft, und verbindliche Obergrenzen für den Verbrauch gebe es nicht, so die Organisation. Sie kritisierte außerdem den Ergebnisbericht des Digital-Gipfels der Bundesregierung, der für die geplante Vervierfachung der KI-Rechenkapazität keine Angaben zu Energie, Wasser oder Abwärme enthalte.

Tag der offenen Tür und Prüfung der Offenlegung

Am Freitag, 6. November 2026, veranstaltet die German Datacenter Association (GDA) ihren Tag der offenen Rechenzentren mit Führungen an 16 Standorten, für die sich Besucherinnen und Besucher vorab anmelden müssen. Der Verband erklärt, der Tag solle Einblicke hinter die Kulissen und mehr Transparenz bieten. Das SWR Data Lab fragte bei rund 30 der größten deutschen Betreiber nach ihren Zahlen. Dabei zeigte sich, dass mehr als die Hälfte offenbar die Pflicht aus dem Energieeffizienzgesetz zur Veröffentlichung von Strom- und Wasserdaten nicht erfüllt, weil die Angaben online nicht zu finden waren und viele Betreiber nicht antworteten oder die Auskunft verweigerten. Zu den in der Recherche genannten Betreibern gehören Equinix, NTT und CloudHQ.

Bernhard Wegener, Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, bewertete diese Praxis als rechtswidrig.

„Das Energieeffizienzgesetz ist mit dieser Praxis nicht vereinbar. Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf diese Daten.“

Bernhard Wegener

Die Bundesregierung will die Rechenzentrumskapazität bis 2030 verdoppeln, um im internationalen Wettbewerb Schritt zu halten, und viele neue Standorte entstehen in Regionen, in denen das Grundwasser bereits knapp wird. Bitkom beziffert den Anteil der Branche am gesamten Stromverbrauch Deutschlands auf fast vier Prozent. Julian Bothe von Algorithmwatch kritisierte die mangelnde Transparenz der Betreiber und argumentierte, das Land stehe gleichzeitig vor einer Strompreiskrise und einer Wasserkrise.

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