Regierung · Madrid
Spaniens Oberster Gerichtshof stellt Verfahren um gefälschten Covid-Test gegen Alvise ein und beantragt Aufhebung der Immunität
Spaniens Oberster Gerichtshof (Tribunal Supremo) hat ein Verfahren wegen Urkundenfälschung und Beleidigung im Zusammenhang mit einem gefälschten Covid-Test eingestellt, der dem katalanischen Regierungschef Salvador Illa zugeschrieben wurde. Zugleich bat das Gericht das Europäische Parlament, die Immunität des EU-Abgeordneten Luis „Alvise“ Pérez wegen Beiträgen zu Bauernprotesten aufzuheben.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL MUNDO, EL PAÍS, LaVanguardia und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Richter Javier Hernández stellte das Verfahren wegen Urkundenfälschung und Beleidigung am Donnerstag, 5. November 2026, ein, da keine ausreichenden Beweise dafür vorlägen, dass Alvise das Dokument gefälscht habe oder von dessen Falschheit gewusst habe.
Richterin Carmen Lamela bat das Europäische Parlament, die Immunität von Alvise wegen Telegram-Beiträgen vom 6. bis 10. Februar 2024 während der Bauernproteste aufzuheben – der fünfte derartige Antrag.
Lamela erklärte, die Beiträge seien veröffentlicht worden, bevor Alvise EU-Abgeordneter wurde, und seien daher keine in Ausübung seiner Funktionen abgegebenen Meinungen oder Stimmen.
Das Gericht ermittelt weiterhin wegen mutmaßlich illegaler Parteienfinanzierung, der Belästigung der Staatsanwältin Susana Gisbert, der Belästigung zweier EU-Abgeordneter, der Nötigung des früheren Bürgermeisters von Algeciras, José Ignacio Landaluce, sowie wegen Störung der öffentlichen Ordnung.
- 6.02.Beginn der untersuchten Telegram-Beiträge während der Bauernproteste
- 10.02.Letzter der untersuchten Telegram-Beiträge
- 5.11.Oberster Gerichtshof stellt das Illa-Testverfahren ein und stellt den fünften Immunitätsantrag
Einstellung des Verfahrens um den gefälschten Covid-Test
Der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo) hat das Verfahren gegen Luis „Alvise“ Pérez Fernández eingestellt, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender von Se Acabó La Fiesta (SALF). Hintergrund war ein gefälschter Covid-Test, den er in seinem Social-Media-Account geteilt und der Salvador Illa, Präsident der Generalitat de Catalunya, zugeschrieben worden war. Die am Donnerstag, 5. November 2026, ergangene Verfügung wurde von dem Ermittlungsrichter Javier Hernández unterzeichnet. Er sah keine ausreichenden Beweise dafür, dass Alvise das Dokument gefälscht hat oder wusste, dass es falsch war; eldiario.es berichtet, ein Polizeibericht habe die Erstellung nicht identifizierten Personen zugeschrieben. Zum Vorwurf der Beleidigung befand der Richter, die Beiträge hätten nicht das Maß an Demütigung, ernsthafter Verachtung oder Rufschädigung erreicht, das für eine strafrechtliche Verfolgung erforderlich sei, sodass Illa der Weg über den Zivilrechtsweg offenstehe. Die Entscheidung kann bei demselben Richter und bei der Strafkammer des Obersten Gerichtshofs angefochten werden.
„Was ich feststelle, ist, dass in diesem Fall der strafrechtliche Weg nicht der angemessene ist.“
Der Richter fügte hinzu, dies bedeute nicht, dass Illa kein Recht habe, seine Ehre zu schützen und auf ein Verhalten zu reagieren, das seinem Ruf zu Unrecht schade. Der falsche Test zirkulierte während der COVID-19-Pandemie; das Verfahren war laut eldiario.es das älteste noch anhängige Strafverfahren gegen den EU-Abgeordneten.
Ein fünfter Antrag an das Europäische Parlament
In einer gesonderten Verfügung bat die Richterin der Strafkammer, Carmen Lamela, das Europäische Parlament, die Immunität von Alvise aufzuheben, damit ein Strafverfahren fortgesetzt werden kann. Es geht um einen möglichen Straftatbestand der Störung der öffentlichen Ordnung während der Bauernproteste im Februar 2024, gestützt auf Beiträge, die zwischen dem 6. und 10. Februar 2024 im Telegram-Kanal veröffentlicht wurden, der Alvise Pérez zugeordnet wird. Es ist der fünfte Antrag, den der Oberste Gerichtshof in dieser Sache an das Parlament gerichtet hat – eine für einen amtierenden EU-Abgeordneten ungewöhnliche Situation, wie El País schreibt.
„Sie beschränken sich nicht auf die Äußerung politischer Kritik, auf die Unterstützung eines sozialen Protests oder auf den bloßen Aufruf zu einer sektoralen Mobilisierung.“
Lamela ist der Auffassung, die Beiträge hätten konkrete Aufrufe enthalten, öffentliche Straßen zu blockieren, Städte lahmzulegen, Zufahrten und Logistikzentren zu sperren und kollektive Aktionen zu koordinieren, die geeignet seien, die öffentliche Ordnung ernsthaft zu beeinträchtigen. Die Beiträge verwiesen zudem auf den Mangel an Polizeikräften und riefen dazu auf, Streikposten und Blockaden zu unterstützen. Da die Nachrichten veröffentlicht wurden, bevor Alvise sein Mandat im Parlament antrat, schloss sie, dass es sich nicht um Meinungen oder Stimmen handelt, die in Ausübung seiner parlamentarischen Funktionen abgegeben wurden.
Fünf offene Ermittlungsverfahren
Nach dem Abschluss des Illa-Verfahrens ermittelt der Oberste Gerichtshof weiterhin in fünf getrennten Angelegenheiten gegen Alvise. Sie betreffen eine mutmaßlich illegale Finanzierung seiner Partei, die mutmaßliche Belästigung der Staatsanwältin für Hasskriminalität in Valencia, Susana Gisbert, die mutmaßliche Belästigung und Offenlegung von Geheimnissen gegenüber zwei EU-Abgeordneten, die mit ihm auf der SALF-Liste gewählt wurden, die mutmaßliche Nötigung des früheren Bürgermeisters von Algeciras, José Ignacio Landaluce, sowie eine mutmaßliche Störung der öffentlichen Ordnung durch während eines Bauernprotests veröffentlichte Nachrichten. El País berichtet zudem über den Vorwurf, Alvise habe von einem Kryptowährungsunternehmer 100.000 Euro in bar für seinen Wahlkampf bei den vergangenen Europawahlen erhalten. Die beiden mit ihm gewählten EU-Abgeordneten haben die Partei inzwischen verlassen, so El País.
Wie es weitergeht
Die Entscheidung zur Einstellung des Illa-Verfahrens kann angefochten werden, während das Verfahren zur Störung der öffentlichen Ordnung nun von der Antwort des Europäischen Parlaments auf den Immunitätsantrag abhängt. Die geprüften Beiträge stammen aus einem einzigen Fünf-Tage-Zeitraum im Februar 2024, und der Antrag verlangt lediglich die Aufhebung der Immunität für diese Ermittlung. Die vier übrigen Ermittlungsverfahren bleiben beim Obersten Gerichtshof anhängig und werden von der Verfügung im Illa-Verfahren nicht berührt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- EL MUNDODer Oberste Gerichtshof beantragt eine fünfte Immunitätsaufhebung gegen Alvise wegen Erregung öffentlichen ÄrgernissesEl Supremo pide un quinto suplicatorio contra Alvise por provocar desórdenes públicos · Original auf Spanisch
- EL PAÍSDer Oberste Gerichtshof bittet das Europäische Parlament zum fünften Mal um die Aufhebung der Immunität von Alvise für eine neue UntersuchungEl Supremo pide por quinta vez a la Eurocámara que levante la inmunidad a Alvise por una nueva investigación · Original auf Spanisch
- LaVanguardiaDer Oberste Gerichtshof archiviert den Fall gegen Alvise wegen der Verbreitung eines gefälschten Covid-Tests von Salvador IllaEl Supremo archiva la causa contra Alvise por la difusión de una pueba de covid falsa de Salvador Illa · Original auf Spanisch
- La RazónDer Oberste Gerichtshof eröffnet eine weitere Untersuchung gegen Alvise, archiviert aber den Fall wegen des gefälschten PCR-Tests von IllaEl Supremo abre otra investigación a Alvise pero archiva la causa por la PCR falsa de Illa · Original auf Spanisch
- Luis 'Alvise' Pérez Fernández
- EU-Abgeordneter und Vorsitzender von Se Acabó La Fiesta (SALF), Gegenstand der Verfahren am Obersten Gerichtshof
- Salvador Illa
- Präsident der Generalitat de Catalunya, dessen gefälschter Covid-Test Gegenstand des eingestellten Verfahrens war
- Carmen Lamela
- Richterin der Strafkammer des Obersten Gerichtshofs, die den fünften Immunitätsantrag stellte
- Javier Hernández
- Ermittlungsrichter am Obersten Gerichtshof, der das Illa-Verfahren einstellte
- Orte
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