
Ägyptisches Gericht verurteilt TV-Moderatorin Sarah Khalifa wegen Drogenhandels zum Tode
Ein Kairoer Strafgericht hat die ägyptische Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa und elf weitere Personen wegen Herstellung und Handels mit synthetischen Betäubungsmitteln zum Tode durch den Strang verurteilt.
Urteile im Kairoer Gericht gefällt
Am Samstag, dem 5. September 2026, verurteilte das Kairoer Strafgericht die Fernsehmoderatorin und Produzentin Sarah Khalifa zusammen mit elf Mitangeklagten zum Tode durch den Strang. Das Gericht befand die Angeklagten für schuldig, eine organisierte kriminelle Vereinigung gegründet und geleitet zu haben, die chemische Rohstoffe importierte, synthetische Drogen herstellte und diese auf dem heimischen Markt vertrieb. Zusätzlich zur Todesstrafe verhängte das Gericht gegen Khalifa und ihren Bruder Mohamed Khalifa eine Geldstrafe von 500.000 ägyptischen Pfund (etwa 8.450 Euro). Die Richter verurteilten Mitglieder des Rings zudem wegen unbefugten Besitzes und Führens von Schusswaffen und Munition.
- Todesurteil
- 12 Angeklagte
- Lebenslange Haft (25 Jahre)
- 9 Angeklagte
- Freigesprochen
- 7 Angeklagte
Geheime Labore und Beweise
Ermittlungen gegen das Netzwerk ergaben, dass die Gruppe chemische Rohstoffe aus dem Ausland beschaffte und zwei Wohnungen in geheime Labore zur Synthese von Betäubungsmitteln umwandelte. Strafverfolgungsbehörden überwachten die Aktivitäten des Syndikats, bevor sie Razzien in den Immobilien durchführten, bei denen mehr als 750 Kilogramm synthetischer Drogen und chemischer Rohstoffe beschlagnahmt wurden. Die Beamten stellten zudem spezielle Maschinen und Werkzeuge zur Drogenherstellung sowie nicht lizenzierte Schusswaffen und Munition sicher. Das Gericht stützte sein Schuldurteil auf die Aussagen von 20 Zeugen sowie Audio- und Videoaufnahmen, die eine direkte operative Koordination zwischen den Geschwistern Khalifa und anderen Mitgliedern des Syndikats dokumentierten.
Medienkarriere und separates Urteil
Die 39-jährige Khalifa war in Ägypten weithin als Moderatorin der Sendung „Mission Difficult“ (auch übersetzt als „Mission Impossible“) auf dem privaten Fernsehsender al-Mehwar bekannt, einer Sendung über Kriminalberichte und Sicherheitsangelegenheiten. Neben der Moderation von Sendungen im Fernsehen und auf Online-Plattformen baute sie eine Social-Media-Gefolgschaft von 2,5 Millionen Nutzern auf Instagram auf. Außerhalb des Mediensektors betrieb Khalifa eine Eventproduktionsfirma für private Partys sowie eine Schönheitschirurgie-Klinik. Neben dem Drogenurteil verurteilte das Gericht Khalifa und mehrere Mitstreiter zu fünf Jahren Haft in einem separaten Strafverfahren wegen der Entführung und Körperverletzung eines jungen Mannes.
Umfang des Verfahrens und Todesstrafe in Ägypten
Das Strafverfahren gegen den Drogenring begann im Vorjahr und umfasste insgesamt 28 Angeklagte. Neben den zwölf Todesurteilen gegen Khalifa, ihren Bruder und zehn weitere Personen verurteilte das Kairoer Strafgericht neun Angeklagte zu lebenslanger Haft (nach ägyptischem Recht 25 Jahre) und sprach sieben Angeklagte von allen Vorwürfen frei.
Vor der Verhängung der Todesurteile legte das Gericht die Akte dem Großmufti von Ägypten zur Einholung einer religiösen Stellungnahme vor, einer nach nationalem Recht in allen Kapitalverfahren obligatorischen Konsultation. Die Todesurteile unterliegen noch der Berufung vor dem Kassationsgerichtshof. Nach ägyptischem Strafrecht wird die Todesstrafe für schwere Straftaten wie vorsätzlichen Mord, Terrorismus, bestimmte schwere Vergewaltigungsfälle und illegalen Drogenhandel verhängt. Nach Angaben der Egyptian Commission for Rights and Freedoms, einer nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisation, verhängten Gerichte in Ägypten im Jahr 2025 insgesamt 541 Todesurteile.
