
Rund 650 Häftlinge am Dienstag in zweiter Welle vorzeitiger Entlassungen in England und Wales freigelassen
Straftäter verlassen Gefängnisse in ganz England und Wales im Rahmen eines Programms, das Häftlinge nun nach einem Drittel statt der Hälfte ihrer Strafe entlässt. Die Bewährungsgewerkschaft Napo bereitet eine formelle Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen zu Bezahlung und Arbeitsbelastung vor, die am 19. Oktober startet.
Zweite Welle läuft
Rund 650 Straftäter verlassen am Dienstag, dem 13. Oktober, Gefängnisse in England und Wales in der zweiten Phase des Programms zur vorzeitigen Entlassung. Nach den neuen Regeln kommen Häftlinge nach Verbüßung eines Drittels ihrer Strafe frei statt nach der Hälfte, einige haben bis zu zweieinhalb Jahre verbüßt. Der Guardian berichtet, dass in diesem Monat rund 2.000 Straftäter freikommen, darunter Täter häuslicher Gewalt und Gewalttäter, und dass im Laufe des nächsten Jahres weitere 3.000 schrittweise folgen sollen; die Gesamtzahl sei nach einer Intervention von Andy Burnham von 6.000 reduziert worden. Häftlinge, die wegen Totschlags verurteilt wurden, sind ausgeschlossen, was die Mörder von PC Andrew Harper ausschließt. Dutzende Anfang des Monats entlassene Insassen wurden laut dem Telegraph bereits wieder inhaftiert.
- Etwa 700 Straftäter werden vorzeitig entlassen, alle mit Strafen unter 19 Monaten
- Rund 650 Straftäter kommen am Dienstag in der zweiten Welle frei
- Napos formelle Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen zu Bezahlung und Arbeitsbelastung startet
- Straftäter mit Strafen von mehr als 12 Jahren könnten freikommen
Belastung bei Fußfesseln und Überwachung
Sir Mark Rowley, der Kommissar der Met, sagte gegenüber LBC, er sei „besorgt“ über die Zahl der in die Gemeinden entlassenen Straftäter, und die Met nehme seit Anfang August zwei bis drei vorzeitig entlassene Straftäter pro Woche fest. Die Met habe zudem in London mit über 100 Verstößen gegen elektronische Fußfesseln pro Tag zu tun. Ein Bericht der His Majesty's Inspectorate of Probation ergab, dass fast die Hälfte der Fußfesseln zur Überwachung der Bewegungen von Straftätern in England und Wales nicht rechtzeitig angelegt wird, was nach Einschätzung der Behörde Opfer einem Schadensrisiko aussetzt. Rowley beschrieb die Politik-Lücke mit diesen Worten:
Ich denke, es gibt eine Herausforderung, mit der die Regierung ringt. Das ist ein sehr schlechter Ansatz für eine langfristige Politik, bei der der nationale Ansatz zur Bestrafung von Straftätern und der nationale Ansatz zum Bau von Gefängnissen völlig unterschiedlich waren.
Rowley sagte, Fußfesseln könnten funktionieren, wenn Straftäter wüssten, dass ihr Verhalten überwacht wird, es müsse aber „Konsequenzen“ geben. Die Opferbeauftragte Claire Waxman sagte, das Vertrauen der Regierung in den Plan „entspreche noch nicht der Realität vor Ort“.
Tarifstreit bei der Bewährungshilfe
Napo hielt zu Beginn der zweiten Welle ein Treffen vor der Urabstimmung ab, und seine Mitglieder sollen über Arbeitskampfmaßnahmen wegen der Bezahlung und über eine Frage zur Arbeitsbelastung abstimmen. Die Tarifverhandlungen endeten mit einem bedingten „besten und letzten“ Angebot in Höhe von 5 %, das der Verhandlungsausschuss der Gewerkschaft ablehnte. Das Justizministerium (MoJ) bezeichnet das Angebot als fair, es sei von zwei anderen Gewerkschaften angenommen worden und mit 700 Mio. £ Investitionen in die Bewährungshilfe verbunden, um 1.300 zusätzliche Beamte einzustellen und KI-Werkzeuge einzuführen, die die Überwachungsarbeit verringern sollen. Napo erklärt, die Entlassungen hätten die Mitglieder, die Straftäter in der Gemeinde überwachen, enorm belastet.
Aufsichtsregeln und Gefängniszahlen
Das MoJ erklärte, entlassene Straftäter würden unter der „härtesten Aufsicht in der britischen Geschichte“ überwacht, wobei Sperrzonen die risikoreichsten Sexual- und Gewalttäter auf Gebiete von wenigen Meilen Breite beschränken. Außerdem kündigte es eine neue Vermutung an, dass Straftäter bei ihrer Entlassung elektronisch mit einer Fußfessel überwacht werden. Die Gefängnisbevölkerung in England und Wales lag am Montag, dem 12. Oktober, laut MoJ-Daten bei 87.499, gegenüber 85.761 am 29. Juni, ein Anstieg um 2 %.
- 2026-06-29
- 85761 Häftlinge
- 2026-10-12
- 87499 Häftlinge
Wie es weitergeht
Die nächste Phase ist für Juni 2027 vorgesehen, wenn Häftlinge mit Strafen von mehr als 12 Jahren freikommen könnten. Der Plan der Regierung zur Reform der Strafgerichte ist zusammen mit der Entlassungswelle ins Parlament zurückgekehrt. Napos formelle Urabstimmung über Arbeitskampfmaßnahmen startet am 19. Oktober.


